Lebensdaten
1860 bis 1951
Geburtsort
Darmstadt
Sterbeort
München
Beruf/Funktion
Zoologe ; Direktor des Zoologischen Gartens in Köln, später in Berlin
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116560479 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Heck, Ludwig Franz Friedrich Georg
  • Heck, Ludwig
  • Heck, Ludwig Franz Friedrich Georg

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Zitierweise

Heck, Ludwig, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116560479.html [16.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Georg (1832–1903), Oberlehrer in D., Vf. v. Lehr- u. Lesebüchern, S d. Franz Frdr. (1793–1863), Schuhmachermeister, Bgm., Mitgl. d. Kirchen- u. Schulvorstands u. d. Gemeinderats in Friedberg/Oberhessen, u. d. Cath. Elisabeth Kraft;
    M Mathilde (1835–1905), T d. Oberförsters Ludw. Schott in Kranichstein u. d. Sophie Frieder. Conradine Eigenbrodt (beide aus alten hess. Beamtenfam.);
    Berlin 1888 Margarete (1867–1950), T d. Versicherungsdir. Ludw. Nauwerk in Berlin u. d. Elisabeth Wöhlert;
    2 S, 2 T Lutz (1892-1983, Helga, T d. Adolf v. Deines, 1852–1914, preuß. Gen. d. Art., Schöpfer d. schweren Artillerie d. Feldheeres, s. Priesdorff X, S. 47-50, P), Prof., Dir. d. Zoolog. Gartens in Berlin, Reiseschriftsteller, Heinrich (1894-1982), Dir. d. Tierparks Hellabrunn in M., Katrin (⚭ Werner v. Siemens, 1885–1937), Margarete ( 1] 1910, ⚮, Wilh. Siemens, 1882–1945, 2] 1929 Carl Frdr. v. Siemens, 1872–1941, Großindustrieller);
    E Lutz (* 1924), Dir. im Tierpark Hellabrunn in M., Heinz (* 1927), Dir. d. Catskill-Game-Farm/New York.

  • Leben

    Nach dem 1878 am Humanistischen Gymnasium in Darmstadt bestandenen Abitur studierte H. Naturwissenschaften, insbesondere Zoologie, in Straßburg, in Darmstadt, wo er gleichzeitig viel im dortigen Zoologischen Museum arbeitete, in Gießen, in Berlin, wo er eifrig den Zoo besuchte, und schließlich in Leipzig. Hier wurde er Schüler R. Leuckarts, bei dem er 1885/86 mit dem Thema „Die größten Gruppen des Tiersystems bei Aristoteles und seinen Nachfolgern, ein Beitrag zur Geschichte der zoologischen Systematik“ promovierte. Er famulierte dann beim Direktor des Frankfurter Zoos, M. Schmidt, der bald darauf nach Berlin ging. Zum 1.7.1886 erhielt er die Direktorstelle des Zoologischen Gartens in Köln, den er in kurzer Zeit auf einen beachtenswert guten Stand brachte. Seine damit erwiesene Fähigkeit als Tiergartenleiter verhalf ihm zum Direklorposten des Berliner Zoos, den er 1888 als Nachfolger des verstorbenen M. Schmidt antrat. Dieses Amt behielt er bis zum Eintritt in den Ruhestand Ende 1931. – H.s rund 43jähriges Wirken verschaffte dem Berliner Zoo Weltruf, einmal, weil er ihn mit den unter seinem Vorvorgänger, H. Bodinus, begonnenen großen Stilbauten reichlich ausstattete, zum anderen, weil er den Arten-, Unterarten- und Individuenbestand auf eine in der Welt einzigartige Höhe brachte, und schließlich, weil er im künstlerisch-ästhetischen, aber auch tierhalterisch-praktischen Rahmen seiner Stilbauten nicht nur die Volksbildungs-, sondern auch die wissenschaftlichen Aufgaben des Zoos aufs nachhaltigste förderte. Er selbst arbeitete zwar nicht wissenschaftlich im strengen Sinne, hatte jedoch einen Blick für wissenschaftliche Fragestellungen und sorgte für die Nutzung der Gehegeinsassen, vor allem in tiergeographisch-systematischer und veterinärpathologischer Hinsicht, wodurch etliche neue Formen der Beschreibung zugeführt und neue Krankenbehandlungsverfahren erarbeitet werden konnten. Es bestand deshalb eine enge Zusammenarbeit mit dem Zoologischen Museum und der Tierärztlichen und der Landwirtschaftlichen Hochschule. Brachte er doch auch stets etliche Haustierrassen, vom Geflügel bis zu den Großsäugern, zur Ausstellung. Er veranstaltete Ausstellungen von Tiermalern, -Zeichnern und -bildhauern im Zoo, erzog seine Tierpfleger zu anerkannten Tiergruppenspezialisten mit großartigen Haltungs- und Zuchterfolgen, erbaute das Berliner Aquarium (vollendet 1913), für dessen Gestaltung und Leitung er den Verhaltensforscher O. Heinroth gewann, und wandelte Gehege zu neuzeitlichen Freianlagen um. Als Mitglied, zum Teil auch Vorstandsmitglied und Ehrenvorsitzender verschiedener wissenschaftlicher, tierpflegerischer und -züchterischer, künstlerischer und anderer Vereinigungen arbeitete er mit allen Kreisen,|deren Interessen die Tiergärtnerei berührten, eng zusammen, hielt eine gute Verbindung zur Presse und zum Rundfunk, veröffentlichte selbst für die Allgemeinheit und bearbeitete mit M. Hilzheimer die 4 Säugetierbände der 4. Auflage von Brehms Tierleben (1912–16). So wurde er mit seinem reichen Wissen, hervorragenden Gedächtnis, wissenschaftlichen Blick, praktischen Organisationstalent, künstlerischen Empfinden, seiner unverwüstlichen Tatkraft, mit Schlagfertigkeit, Mutterwitz, Humor und Lebensfreude der Tiergärtnerei in der Vielfalt ihrer Aufgaben voll gerecht und ein leuchtendes Vorbild. Bis 1943 blieb er als Berater seines Sohnes und Nachfolgers Lutz im Berliner Zoo, erlebte noch die Bombenzerstörung seines Lebenswerkes und seiner Berliner Wohnung mit reichen privaten Sammlungen und verbrachte vom Kriegsende an seinen Lebensabend bei seinem Sohn Heinrich in München-Hellabrunn.|

  • Auszeichnungen

    Prof.-Titel (1906), GR (1917), Dr. med. vet. h. c.

  • Werke

    Säugetiere, in: Das Tierreich, = Hausschatz d. Wissens IV, 1897;
    Lebende Bilder aus d. Reiche d. Tiere (fortgeführt als Lebende Tiere), 1899 ff.;
    Schimpanse Boby u. neue Freunde, 1931;
    Tiere, wie sie wirklich sind, 1934;
    Heiter-ernste Lebensbeichte, 1938.

  • Literatur

    R. J. Müller, in: Zs. f. Säugetierkde. 3, 1928, S. 6-16;
    K. Ohnesorge, ebd. 19, 1951 (1954), S. 48-56;
    Rhdb. (P).

  • Autor/in

    Theodor Haltenorth
  • Empfohlene Zitierweise

    Haltenorth, Theodor, "Heck, Ludwig" in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S. 175-176 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116560479.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA