Lebensdaten
1880 bis 1951
Geburtsort
Bamberg
Sterbeort
Berkeley (USA)
Beruf/Funktion
Theaterleiter ; Dramaturg ; Regisseur
Konfession
jüdisch
Normdaten
GND: 116553731 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Kronacher, Albin
  • Kronacher, Alwin
  • Kronacher, Albin

Quellen(nachweise)

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Zitierweise

Kronacher, Alwin, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116553731.html [12.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Karl Salomon (1852–1921), Kaufm. in Bamberg;
    M Babette Bauer (1857–92) aus Buttenwiesen;
    Ester N. N.;
    1 S.

  • Leben

    Nach dem Besuch des Gymnasiums in Karlsruhe und Coburg studierte K. in Genf, München, Berlin und Heidelberg Rechtswissenschaft. 1905 wurde er bei Karl v. Lilienthal mit der Dissertation „Ist die Zechprellerei Betrug?“ (1906) zum Dr. iur. promoviert. 1910 wurde K. dramaturgischer Beirat am Karlsruher Hoftheater, später Schauspieler und Spielleiter. 1916-18 war er Dramaturg und Oberspielleiter in Bremen und 1919-29 am Alten Theater in Leipzig (seit 1921 Schauspieldirektor), 1930-33 Schauspieldirektor in Frankfurt a. M. 1934 emigrierte K. über Basel nach Paris. Dort inszenierte er Ende 1938 am deutschen Emigrantentheater „Salle de Jéna“ Horvaths „Glaube, Liebe, Hoffnung“. Von Paris aus ging K. in die USA. Durch Vermittlung des Literarhistorikers Fred O. Harris war er 1949 und 1950/51 Instruktor am Department for Dramatic Arts in Berkeley; seine Inszenierung des „Egmont“ war ein großer Erfolg.

    K. machte sich vor allem um die Aufführung expressionistischer Dramen verdient. Fritz v. Unruh, Georg Kaiser, Franz Werfel und Walter Hasenclever verdankten ihm richtungweisende Inszenierungen ihrer Werke.|K. erkannte als erster den künstlerischen Wert der Shakespeare-Übersetzungen Hans Rothes. Im Dez. 1923 inszenierte er im Alten Theater in Leipzig die Uraufführung von Bertholt Brechts „Baal“ – mit Lothar Körner als „Baal“ und Paul Thiersch als Bühnenbildner, 1928/29 „Das Leben Eduards II. von England“ im Städtischen Schauspielhaus in Leipzig. Die Römerberg-Festspiele in Frankfurt a. M. („Götz“ und „Urfaust“) wurden auf seine Initiative hin begründet. Als progressiver Dramaturg, Regisseur und Theaterleiter gehörte K. zu den profilierten Persönlichkeiten des deutschen Theaterlebens in der Zeit der Weimarer Republik.

  • Werke

    Weitere W Das Dt. Theater zu Berlin u. Goethe, 1908;
    Die Kunst d. Regisseurs, 1913;
    Dramaturg. Glossen, 1915;
    Die dt. Sprechbühne in unserer Zeit, 1929;
    Fritz v. Unruh, introduced by Alfred Einstein, 1946 (übers. v. G. R. Stiller).

  • Autor/in

    Rolf Badenhausen
  • Empfohlene Zitierweise

    Badenhausen, Rolf, "Kronacher, Alwin" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 78 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116553731.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA