Lebensdaten
1838 bis 1903
Geburtsort
Bennungen bei Sangerhausen
Sterbeort
Weimar
Beruf/Funktion
Botaniker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116548908 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Haussknecht, Heinrich Carl
  • Haußknecht, Carl
  • Haußknecht, Heinrich Carl
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Zitierweise

Haussknecht, Carl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116548908.html [10.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Joh. Ernst Frdr. (1794–1879), Rittergutsbes. in B. u. Hauteroda, S d. Gutsbes. Joh. Christian in Greußen u. d. Euphemia Greim;
    M Dorothea (1813–88), T d. Mühlenmeisters Heinr. Aug. Hedrich in Gispersleben b. Erfurt u. d. Anna Christina Schäfer; Verwandter Otto (1844–1914), Prof., Dir. d. Oberrealschule u. d. Maschinenbau- u. Hüttenschule in Gleiwitz;
    - Bremen 1876 Lorenza (1847–1910), T d. Frdr. Eduard Watermeyer (1806|-81), Kaufm. u. Konsul in Mexiko, u. d. Lorenza Romana Benjamin;
    1 T.

  • Leben

    Nach Besuch der Zenkerschen Gymnasial-Anstalt in Jena und einer Apothekerlehrzeit (1855–57) hatte H. Gehilfenstellen unter anderem in Bremgarten/Aargau und Aigle/Waadt (bis 1062) inne. Durch intensive floristische Tätigkeit und Entdeckungen in der Schweizer Flora wurde er bekannt mit den Botanikern J. Muret, E. Boissier, G. F. Reuter und A. de Candolle. Ehe er Boissiers Vorschlag folgte, für die Vervollständigung der in Vorbereitung befindlichen „Flora orientalis“ Forschungsreisen nach dem Vorderen Orient zu unternehmen, studierte er zur botanischen Vorbereitung und zum Abschluß der pharmazeutischen Ausbildung in Breslau (Staatsprüfung 1864). Seine Orientreisen führten ihn 1864-66 von Nordsyrien über Kataonien, Mesopotamien an die Quellen des Euphrat und Tigris, 1868-69 über Kurdistan, Luristan nach Persien, das er über Teheran, Ispahan, Schiras bis zum Persischen Golf durchquerte und wo er umfangreiche botanische Sammlungen zusammentrug sowie Altertümer entdeckte und kartographische Aufnahmen machte. Zurückgekehrt ließ er sich als Privatgelehrter in Weimar nieder. Die reichen Ergebnisse seiner botanischen Sammlungen, darunter zahlreiche neue Arten, fanden Aufnahme in Boissiers „Flora orientalis“ (5 Bände, 1867–84). 1885 unternahm er mit Th. von Heldreich eine botanische Forschungsreise in das nördliche Griechenland. Hier sammelte er über 2500 Arten, Varietäten und Bastarde, darunter viele neue Arten. Mitbegründer des Thüringischen Botanischen Vereins (1882), wirkte er fördernd und anregend auf den Nachwuchs. Vor allem als Systematiker und bester Kenner der Flora des Vorderen Orients unterstützte und beriet er die Botaniker seiner Zeit. 1896 begründete er das Botanische Institut „Herbarium Haussknecht“ in Weimar, das als namhaftes Orientherbar neben einer sehr reichhaltigen Bibliothek Sammlungen vieler Botaniker übernahm. Nach H.s Tode als Stiftung von J. Bornmüller weitergeführt, seit 1949 der Universität Jena angeschlossen, ist es eines der größten Herbarien Deutschlands und führendes Orient-Spezialherbarium geblieben.|

  • Auszeichnungen

    Professor-Titel (1869), sachsen-weimar. Hofrat (1896).

  • Werke

    Weitere W u. a. Monogr. d. Gattung Epilobium, 1884;
    Symbolae ad floram graecam, in: Mitt. d. Thür. Botan. Ver. NF 3-14, 1893-99;
    zahlr. Aufsätze in Fachzss.

  • Literatur

    Prof. C. H.s Routen im Orient 1865–69, nach dessen Originalskizzen red. v. H. Kiepert, 1882;
    B. Hergt, in: Mitt. d. Thür. Botan. Ver. NF 18, 1903, S. 1-20 (W-Verz.);
    ders., in: Berr. d. Dt. Botan. Ges. 22, 1904, S. (31)-(39);
    F. Marbach, in: Mitt. d. Thür. Botan. Ver. NF 45, 1939, S. 11-23 (P);
    P. Vasterling, Aus d. Leben zweier pharmazeut. Botaniker, in: Pharmazeut. Ztg. 101, 1956, S. 1125-27 (P).

  • Autor/in

    F. Karl Meyer
  • Empfohlene Zitierweise

    Meyer, F. Karl, "Haussknecht, Carl" in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S. 128 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116548908.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA