Lebensdaten
1883 bis 1950
Geburtsort
Hamburg
Sterbeort
Hamburg
Beruf/Funktion
Mathematiker
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 116532467 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Riebesell, Paul Louis
  • Riebesell, Paul
  • Riebesell, Paul Louis

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Zitierweise

Riebesell, Paul, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116532467.html [10.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Johann (1856–1902), Fettwarenhändler in H.;
    M Dorothea Grützer (1855–1928);
    Hamburg 1922 Elisabeth Lengstorf (1897–1976);
    2 S, 3 T.

  • Leben

    R. studierte Mathematik und Naturwissenschaften in München und Kiel, wurde 1905 in Kiel mit einer Arbeit über ein physikalisches Thema zum Dr. phil. promoviert und legte die Staatsprüfung für das Lehramt an höheren Schulen ab. Er habilitierte sich 1920 in Hamburg und wurde 1921 apl. ao. Professor für Versicherungsmathematik und Statistik. Zum Honorarprofessor wurde er 1934 an der TH und 1935 an der Univ. Berlin, 1940 an der Univ. München sowie 1948 an der Univ. Hamburg ernannt. Hauptberuflich war R. seit 1909 Studienrat in Hamburg, seit 1918 Zweiter Direktor des Hamburger Jugendamtes. 1923 bestellte ihn der Senat zum Direktor der Hamburger Feuerkasse; in seine Amtszeit fielen die Einführung der Neuwertversicherung und die Ausweitung des Versicherungsschutzes auf Sturm- und Hagelschäden. 1934 als Präsident des Reichsverbandes der öffentlich-rechtlichen Versicherung nach Berlin berufen, wurde er dieses Amtes 1937 aus politischen Gründen wieder enthoben. 1938 übernahm er die Leitung der unter Übertragung der dt. Bestände des zusammengebrochenen „Wiener Phoenix“ neu gegründeten „Isar Lebensversicherungs-AG“ in München. Nach dem 2. Weltkrieg kehrte er als Präsident der Hamburger Feuerkasse in seine Heimatstadt zurück und hatte dieses Amt bis zu seinem Tode inne.

    Versicherungswissenschaftlich befaßte sich R. mit dem Einfluß der Geldentwertung auf die Versicherungsleistung, mit der Prämienkalkulation und den versicherungstechnischen Grundlagen der Feuerversicherung. Seine Hauptleistung besteht darin, die bisher im wesentlichen auf die Lebensversicherung beschränkte Versicherungsmathematik erstmals unter Berücksichtigung früherer Ansätze auf die Sparten der Schadenversicherung angewandt und damit eine neue Entwicklung begründet zu haben. R.s Anliegen bestand darin, den neuesten Stand der Wahrscheinlichkeitsrechnung und mathematischen Statistik auf die Versicherungspraxis zu übertragen. Zusammen mit Rudolf Lencer gab er das Lehr- und Nachschlagewerk „Deutsche Versicherungswirtschaft“ (6 Bde., 1936–39) heraus. 1948 gehörte er zu den Gründern der „Deutschen Gesellschaft für Versicherungsmathematik e.V.“ und wurde deren erster Vorsitzender.|

  • Auszeichnungen

    Vors. d. Verbandes d. Sachversicherer; Präsidiumsmitgl. d. Ges.-verbandes d. Vers.wirtsch.; Ehrenmitgl. d. Verbandes d. Lebensvers.unternehmen.

  • Werke

    Weitere W Die Prämienberechnung b. d. Vers. auf erstes Risiko, 1924;
    Gesch. d. Hamburger Feuerkasse 1676-1926, 1926;
    Einf. in d. Sachvers.-Math., 1936;
    Das einheitl. Rechnungswesen in d. Vers.wirtsch., 1937;
    Math. Statistik u. Biometrik;
    1944;
    Math. d. tägl. Lebens, 1948;
    Die Spartenkombination in d. Individualvers., 1949.

  • Literatur

    H. Mandt, in: Vers.wirtsch. 5, 1950, S. 133 (P);
    W. Lorey, in: Bll. d. Dt. Ges. f. Vers.math. 1, 1950, S. 43-50 (P);
    H. Karrer, in: Allg. Statist. Archiv 34, 1950, S. 194 f.;
    W. Poppelbaum, Hamburger Feuerkasse, Seit 1676 Hamburgs Gebäudeversicherer, 41994, S. 64 f. (P);
    P. Koch, Gesch. d. Vers.wiss. in Dtld., 1998, S. 188-90, 210, 230, 332 (P);
    Pogg. V-VII a;
    Hamburg. Biogr. I (P).

  • Portraits

    Bleistiftzeichnung v. A. O. Traeder, 1950 (Hamburg, Hamburger Feuerkasse).

  • Autor/in

    Peter Koch
  • Empfohlene Zitierweise

    Koch, Peter, "Riebesell, Paul" in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 559 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116532467.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA