Lebensdaten
1878 bis 1957
Geburtsort
Sonnewalde (Lausitz)
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Photograph
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 122882970 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Riebicke, Gerhard

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Zitierweise

Riebicke, Gerhard, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd122882970.html [29.03.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Otto, Pfarrer in Zeckerin, zw. 1874 u. 1882 Diakon in S.;
    M Auguste Schröder.

  • Leben

    R. verbrachte seine Kindheit in der Ruppiner Schweiz. Er studierte in Tübingen (Lehramt)|und wirkte anschließend als Hauslehrer in Posen. In dieser Zeit eignete er sich die Technik der Fotografie autodidaktisch an. 1909 übersiedelte er nach Berlin, wo er bis Anfang der 1920er Jahre v. a. als Pressefotograf wirkte und u. a. die Novemberrevolution von 1918 dokumentierte. Allmählich verlagerte sich sein Arbeitsschwerpunkt auf die Sport- bzw. Freikörperkultur-Fotografie: ein relativ neues fotografisches Anwendungsgebiet, auf dem sich R. in besonderer Weise profilieren konnte. Er fotografierte die „klassischen“ Motive der Freikörperkultur (Ballspiele, Sprünge, Tanz- oder Badeszenen) in der Natur und avancierte damit zu einem der gefragtesten Bildlieferanten für Zeitschriften wie „Kamera und Palette“, „Ideale Nacktheit“, „Die Schönheit“, „Das Freibad“, „Sport und Bild“, „Uhu“ oder „Querschnitt“. Als Freund des sozialdemokratischen Lehrers Adolf Koch (1898–1970) dokumentierte er dessen Schule für Körperbildung und Nacktkultur. Auch zur Laban Schule von Hertha Feist (1896–1990) sowie weiteren Tanz- und Gymnastikschulen (Hedwig Hagemann, Berte Trümpi, Mary Wigman) unterhielt er als wichtiger Chronist der Reformbewegung Kontakte. Mit mehreren Bildbeispielen war er vertreten in Hans Suréns vielbeachtetem Buch „Der Mensch und die Sonne“ (1924). 1925 war er als Standfotograf bei der UFA-Produktion „Wege zu Kraft und Schönheit“ tätig. 1929 nahm er teil an der bahnbrechenden Stuttgarter Ausstellung „Film und Foto“. Nach 1933 scheint er sich aus der FKK-Fotografie zurückgezogen und ganz auf die (konventionelle) Sportfotografie konzentriert zu haben. Der größte Teil seines Archivs fiel 1944 einem Bombenangriff zum Opfer.

    Eine Einzelausstellung in der Berliner Galerie Bodo Niemann präsentierte 2000 eine Auswahl erhaltener Originalabzüge.

  • Werke

    Mappe: Ideale Schönheit, mit Aufnahmen v. G. R. u. a., Text v. P. Schultze-Naumburg, 1940.

  • Literatur

    F. Roh u. J. Tschichold, foto-auge, 1929;
    M. Köhler u. G. Barche (Hg.), Das Aktfoto, Ausst.kat. Stadtmus. München 1985;
    M. Andritzky u. Th. Rautenberg (Hg.), Wir sind nackt u. nennen uns Du, 1989;
    U. E. Ziegler u. U. Scheid, Nackt unter Nackten, 1990;
    H.-M. Koetzle u. U. Scheid, 1000 Nudes, 1994;
    G. R., Photographien, Ausst.kat. Gal. B. Niemann Berlin 2000;
    J. Krichbaum, Lex. d. Fotografen, 1981;
    H.-M. Koetzle, Das Lex. d. Fotografen, 1900 bis heute, 2002.

  • Autor/in

    Hans-Michael Koetzle
  • Empfohlene Zitierweise

    Koetzle, Hans-Michael, "Riebicke, Gerhard" in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 559-560 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd122882970.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA