Lebensdaten
1848 bis 1905
Geburtsort
Nürnberg
Sterbeort
München
Beruf/Funktion
Dirigent ; Komponist
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116531398 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Erdmannsdörfer, Max Carl Christian von
  • Erdmannsdörfer, Max von
  • Erdmannsdörfer, Max Carl Christian von

Quellen(nachweise)

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Erdmannsdörfer, Max von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116531398.html [12.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    Aus alter fränkischer Fam.;
    V Karl Frdr. Eusebius (1810-n. 1875), Musiklehrer, S des Seifen- u. Lichterfabrikanten Joh. Daniel;
    M Maria Barb. Kunigunde (1821-n. 1875), T des Illuministen Joh. Egidius Wagner in Nürnberg;
    1874 Pauline Fichtner (adopiert, eigtl. Oprawill, 28.6.1847 Wien-24.9.1916 München), weimarische u. darmstädtische Hofpianistin, 1870/71 Schülerin v. Franz Liszt, derzeit berühmte Klavierspielerin u. Pädagogin, auch als Komponistin anerkannt (Fantasiestücke für Pianoforte u. Violine); kinderlos.

  • Leben

    Nach gründlichem Unterricht beim Vater trat E. schon mit 10 Jahren öffentlich als Pianist und Geiger in Nürnberg auf. 1863-67 studierte er am Leipziger Konservatorium Theorie bei M. Hauptmann, H. Richter und C. Reinecke, Klavier bei I. Moscheles und Reinecke sowie Violine bei Ferdinand David und F. Dreyschock. Seine Ausbildung als Dirigent vollendete er 1868-69 bei J. Rietz in Dresden, um nach kurzem Nürnberger Aufenthalt als Klavierlehrer die für ihn lebensentscheidende Stellung als Fürstlich Schwarzburg-Sondershausener Hofkapellmeister, als Nachfolger M. Bruchs, anzutreten (1871). Hier führte er das bereits durch Weber und L. Spohr berühmte Orchester zu überragenden Leistungen. Seinem künstlerischen Mut gelang es, die „Lohkonzerte“ zum Treffpunkt der damals revolutionären neudeutschen Schule zu machen. Damit leitete er die Einbürgerung der noch sehr umstrittenen Musik Wagners wie auch Liszts ein; dieser kam oft, um seine Werke „in absolut einwandfreier Wiedergabe“ zu hören. Hier liegt E.s historisches Verdienst. Mit der Abdankung des Fürsten zog sich das Ehepaar 1880 nach Leipzig zurück, bis E. 1882 als Dirigent der Musikgesellschaft nach Moskau berufen wurde, wo er 1885 als Lehrer des Konservatoriums den für das russische Musikleben wichtigen Studentenorchesterverein begründete. Auf Empfehlung H. von Bülows übernahm E. 1889 die Direktion der philharmonischen Konzerte und der Singakademie in Bremen. 1895 wählte er München als ständigen Wohnsitz, dirigierte in den Wintern 1895/96 und 1896/97 nochmals in Moskau und Petersburg, auch in Paris und Madrid, und lebte seinem kompositorischen Schaffen, das ihn als gewandten und wirkungsvollen Vertreter der neudeutschen Schule erweist. Im September 1896 wurde er als Nachfolger H. Levis zum Hofkapellmeister, zum Professor an der Akademie der Tonkunst und Leiter ihrer Konzerte ernannt. Nachdem er sich 1898 in das Privatleben zurückgezogen hatte, übertrug ihm der Porgessche Chorverein 1903 die Direktion seiner Konzerte. Auch als sozialer Vorkämpfer des Musikerstandes erwarb er sich große Verdienste.

  • Werke

    Instrumental: Ouvertüre zu „Gustav Wasa“, 1870; Vorspiel zu Brachvogels „Narziß“ op. 17;
    Ouvertüre zu „Prinzessin Ilse“;
    Ballettinstrumentierung v. A. Rubinsteins „bal costumé“, 1905;
    Klaviertrio a-moll op. 27;
    Klavierstücke „Nordseebilder“, „Im Volkston“ u. a.;
    Albumbll. f. Violine u. Klavier. Vokal: „Prinzessin Ilse“, e. Waldsage a. d. Harzgebirge f. Soli, Chor u. Orch.;
    „Schneewittchen“. Märchendichtung f. Soli, Chor u. Orch. op. 18;
    „Traumkönig u. sein Lieb“ f. Sopransolo, Frauenchor u. kleines Orch. op. 24;
    „Seelinde“ f. Soli, Chor u. Orch.; Lieder.

  • Literatur

    M. Charles, M. E. u. Frau Pauline E.-Fichtner, in: Zeitgenöss. Tondichter, Stud. u. Skizzen, 1888;
    R. Braungart, in: Die Musik, 4. Jg., 14. Bd., 1904/05, S. 342-44 (P);
    A. Hahn, in: Neue Musik-Ztg., 26. Jg., 1905, S. 242 (P);
    Pauline v. E.-Fichtner, in: BJ X, S. 160-63 (u. Tl. 1905, L);
    H. Mendel u. A. Reißmann, in: Musikal. Convers.-Lex., 2. Ausg., III, 1880;
    Riemann.

  • Autor/in

    Alfons Ott
  • Empfohlene Zitierweise

    Ott, Alfons, "Erdmannsdörfer, Max von" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 573 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116531398.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA