Lebensdaten
1877 bis 1951
Geburtsort
Marl (Westfalen)
Sterbeort
Bonn
Beruf/Funktion
Professor für landwirtschaftliche Betriebslehre
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 116521058 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Brinkmann, Johann Heinrich Theodor
  • Brinkmann, Theodor
  • Brinkmann, Johann Heinrich Theodor
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Quellen(nachweise)

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Zitierweise

Brinkmann, Theodor, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116521058.html [21.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Johann Theodor (1843–1922), S des Johann Bernhard, beide Bauern, und der Maria Katharina Ebbeken;
    M Josefine (1852–1919), T des Bauern Johann Heinrich Strangemann in Scholven;
    1915 Charlotte ( 1951), T des Sanitätsrats Wilhelm Nießen in Neuenahr;
    2 S, 1 T.

  • Leben

    B. studierte Landwirtschaft und Nationalökonomie in Bonn und Jena und promovierte 1906 in Jena mit der Arbeit über die Entwicklung der Schweinezucht in Dänemark, die auch im Ausland viel beachtet wurde. Nach seiner Habilitation übernahm er 1908 die Vertretung des Lehrstuhls von Friedrich Aereboe in Bonn-Poppelsdorf. 1911 wurde er ordentlicher Professor und Institutsdirektor. Er unternahm ausgedehnte Forschungsreisen nach Holland, Dänemark, Skandinavien sowie Nord- und Südamerika. - 1947 Dr. agr. h. c. Kiel.

    Für B. stand die Klärung grundsätzlicher Probleme im Vordergrund seiner Lehr- und Forschungstätigkeit. Auf den gewonnenen Erkenntnissen baute er sein Lehrgebäude|auf, das einen richtungweisenden Einfluß auf die neuzeitliche betriebswirtschaftliche Ausbildung und die Beratung in der praktischen Landwirtschaft gehabt hat. Durch seine erfolgreiche Forschungsarbeit in Fragen der Intensität und Rentabilität, der Produktionsrichtung und Betriebsorganisation in der Landwirtschaft - wobei B. vor allem an Johann Heinrich v. Thünen anknüpfte - wurde der theoretische Unterbau des relativ jungen Zweiges der Wissenschaft immer fester gefügt. Vom organischen Charakter des landwirtschaftlichen Betriebes ausgehend, wies er nach, daß die Standortsorientierung, d. h. die regionale Differenzierung der Betriebsformen unter dem Einfluß bestimmter inner- und außerbetrieblicher Kräfte vor sich geht. Diese Standortslehre ist von ihm bereits 1914 in der „Ökonomik des landwirtschaftlichen Betriebes“ (englisch, russisch, japanisch) grundlegend entwickelt und später weiter ausgebaut worden. Seine wissenschaftliche Leistung liegt vor allem darin, daß er die landwirtschaftliche Betriebslehre in den Rang einer systematischen Wissenschaft erhoben hat.

  • Werke

    Die dän. Landwirtschaft, 1908 (poln. 1926);
    Krit. Betrachtungen u. Btrr. z. Intensitätslehre, 1909;
    Wandlungen d. Wirtschaftslehre d. Landbaues, 1919;
    Die betriebswirtschaftl. Stellung d. Rindvieh-, Schaf- u. Schweinehaltung im landwirtschaftl. Betrieb, 1920;
    Bodennutzungssysteme, 1923;
    Aufgaben u. Bedeutung d. Tierzucht, 1926;
    Entwicklungslinien u. Entwicklungstendenzen d. argentin. Landwirtschaft, 1930;
    Veränderungen in d. Methoden u. d. Organisation d. Absatzes landwirtschaftl. Erzeugnisse, 1932;
    Das Fruchtfolgebild d. dt. Ackerbaues, 1943;
    Die Stellung d. Nutzviehhaltung in d. landwirtschaftl. Erzeugung, 1948.

  • Literatur

    H. Böker, in: Vorträge d. 6. Hochschultagung d. Landwirtschaftl. Fak. d. Univ. Bonn, 1952.

  • Autor/in

    Heinrich Wortmann
  • Empfohlene Zitierweise

    Wortmann, Heinrich, "Brinkmann, Theodor" in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 616 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116521058.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA