Lebensdaten
1865 bis 1942
Geburtsort
Hamburg
Sterbeort
Berlin-Frohnau
Beruf/Funktion
Agrarpolitiker
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 118647172 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Aereboe, Friedrich
  • Aereboe, Friedrich Ludwig Andreas
  • Aereboe, Fritz

Verknüpfungen

Verknüpfungen auf die Person andernorts

Weitere Erwähnungen in der NDB/ADB

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Aereboe, Friedrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118647172.html [19.04.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Hans Justus Aereboe (* 1828), Lehrer am Rauhen Haus in Hamburg;
    M Magdalena Caecilia (* 1835), T des Johann Joachim Helmke (1799–1884) und der Margaretha Magdalena von Have (1797–1877);
    Gvv Jens Severin Andreas Aereboe;
    Gmv Johanna Sophia Margaretha Harder;
    2.3.1907 Anna Beermann.

  • Leben

    A. arbeitete in Jena unter Th. von der Goltz, der seine spätere agrarpolitische Denkungsart weitgehend beeinflußte. 1905 wurde er Professor für Wirtschaftslehre des Landbaus in Breslau, 1906 in Bonn, 1910 in Berlin, 1913 wieder in Breslau, 1919 in Hohenheim und 1922 erneut in Berlin. Zwischendurch beriet er viele bekannte Großbetriebe und war als Gutachter beim Haager Schiedsgericht für die landwirtschaftlichen Fragen des sogenannten Polnischen Korridors tätig. Auf vielen europäischen und außereuropäischen Studienreisen gewann er das Verständnis für die mannigfaltigen Erscheinungsformen der Betriebsweise, deren Zusammenhängen er auf der ganzen Erde nachzuspüren suchte. So wurde er der akademischen Jugend - unbekümmert um Dogmenstreit und überlieferte Lehrmeinungen - ein Mittler der modernen betriebswirtschaftlichen Denkungsart. Seine Forschungsweise war deduktiv, aber seine Deduktionen waren ungewöhnlich reich an praktischen Erfahrungen. Im Mittelpunkt seiner Lehre stand der landwirtschaftliche Betrieb als ein organisch-untrennbares Ganzes im Gegensatz zu der bisherigen zergliedernden Betrachtungsweise. Der wichtigste Teil seiner Lebensarbeit war der Hebung des ländlichen Bildungswesens gewidmet. A. war dreifacher Ehrendoktor.

  • Werke

    u. a. Btrr. z. Wirtschaftslehre d. Landbaus, 1905;
    Ursachen u. Formen wechselnder Betriebsintensität, in: Archiv f. exakte Wirtschafts-F (Thünen-Archiv), Jg. 4, 1912;
    Beurteilung v. Landgütern u. Grundstücken, 1912, 21922;
    Allg. landwirtschaftl. Betriebslehre, 1917, 61922;
    Das landwirtschaftl. Unterrichtswesen in Dtld. u. in außerdt. Staaten, 1925;
    Das Ernährungsproblem d. Völker u. d. Produktionssteigerung d. Landwirtschaft, in: Weltwirtschaftl. Archiv, Bd. 22, 1925;
    Der Einfluß d. Krieges auf d. landwirtschaftl. Produktion in Dtld., 1927;
    Agrarpolitik, 1928;
    Hdb. d. Landwirtschaft, Bd. 1: Wirtschaftslehre d. Landbaus, 1930;
    Kleine landwirtschaftl. Betriebslehre, 1932.

  • Literatur

    Nachruf, in: Dt. Landwirtschaftl. Presse, 1942, S. 320 (P).

  • Portraits

    Phot., in: Porträtslg. d. Dt. Mus., München, u. in: Bilder z. Zeitgesch., hrsg. v. R. Lorentz, 1932.

  • Autor

    Otto E. Heuser
  • Empfohlene Zitierweise

    Heuser, Otto E., "Aereboe, Friedrich" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 91-92 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118647172.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA