Lebensdaten
1842 bis 1935
Geburtsort
Darmstadt
Sterbeort
Tübingen
Beruf/Funktion
Mathematiker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116508493 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Brill, Alexander
  • Brill, Alexander Wilhelm von
  • Brill, Alexander
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Objekt/Werk(nachweise)

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Zitierweise

Brill, Alexander Wilhelm von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116508493.html [16.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Heinrich Konrad, Buchdruckereibesitzer, Mitbegründer des Deutschen Buchdrucker-Vereins, S des Hofgerichtsrats Carl und der Marie Luise Mallinckrodt;
    M Julie Henr. Simonetta, T des Kriminalrichters Alexander Gottlieb Wiener in Darmstadt und der Sophie Hüffel;
    1875 Anna, T des August Schleiermacher, Wirklicher Geheimer Rat, Ministerialpräsident, und der Auguste Schenk;
    3 S, u. a. Alexander, Präsident des Reichsausgleichsamtes, Eduard, Architekt, Direktor der Staatsschule für angewandte Kunst in Nürnberg; 1 T.

  • Leben

    B. studierte seit 1860 in Karlsruhe und Gießen, legte 1863 Prüfungen in Architektur und Ingenieurwissenschaften ab, wandte sich dann unter dem Eindruck, den er in Karlsruhe von Alfred Clebsch erhalten hatte, der Mathematik zu und ging zu diesem nach Gießen (Promotion 1864). Nach praktischer Lehrtätigkeit und weiteren Studien in Berlin (bei L. Kronecker, E. E. Kummer und K. Weierstraß) habilitierte er sich 1867 in Gießen. 1869 wurde er ordentlicher Professor an der Polytechnischen Schule in Darmstadt, 1875 am Polytechnikum in München. 1884 folgte er einem Ruf nach Tübingen, wo er bis 1919 lehrte. Das höhere Schulwesen in Württemberg verdankt ihm viele Anregungen. Sein besonderes Interesse galt der Kunst, der Musik, den Sprachen und der Geschichte der Mathematik. Wiederholt war er Vorsitzender der Deutschen Mathematiker-Vereinigung. Zusammen mit Max Planck wurde er 1924 auswärtiges Mitglied der R. Accademia dei Lincei in Rom. - Als Gelehrter von internationalem Rang gehörte B. (mit Max Noether) zu den Begründern der algebraisch-geometrischen Richtung in der Theorie der algebraischen Funktionen. Seine Arbeiten haben in der Folge zu neuen Entwicklungen, namentlich durch die italienische Mathematikerschule, geführt. B.s Werk geht ständig auf die rein algebraischen Ursprünge der geometrischen Probleme zurück. Sein Ziel war es, einerseits die Algebra zu geometrisieren, also jedes algebraische Problem von rein synthetischen Gesichtspunkten her zu beherrschen und geometrisch anschaulich zu erhellen, anderseits die Geometrie zu algebraisieren, d. h. die algebraische Bedeutung jeder neuen Frage sicherzustellen, welche geometrische Anschauung und Analogie nahelegen.

  • Werke

    Üb. d. Mechanik v. Hertz, in: Mitt. d. math.-naturwiss. Ver. in Württ., 2, 1899;
    Vorlesungen z. Einführung in d. Mechanik raumerfüllender Massen, 1909;
    Vorlesungen üb. allg. Mechanik, 1928;
    Üb. d. Weierstraß'schen Vorbereitungssatz, in: Math.Ann. 69, 1910;
    Das Relativitätsprinzip, in: Jberr. d. Dt. Mathematiker-Vereinigung 21, 1912 (als Broschüre 1912, 1914, 1917, 1926);
    Vorlesungen üb. ebene algebra. Kurven u. algebra. Funktionen, 1925;
    z. gleichen Thema auch: Journal f. reine u. angewandte Math. 65, 1865;
    Math. Ann. 6, 1873, 7, 1874, 12, 1877, 16, 1880, 17, 1880, 39, 1891, 50, 1898, 58, 1904, 64, 1907;
    SB d. Bayer. Ak. d. Wiss. 21, 1891;
    Jberr. d. Dt. Mathematiker-Vereinigung 3, 1894;
    Göttinger Nachrr. 1901;
    üb. algebra. Korrespondenzen: Math. Ann. 7, 1874, 31, 1888, 36, 1890;
    mehrere Serien math. Modelle in Gips (z. T. mit Felix Klein), 1875, 1877, 1880, 1881;
    vollst. Verz. im Besitz d. Vf.

  • Literatur

    F. Severi, A. v. B. z. 80. Geburtstag, in: Jberr. d. Dt. Mathematiker-Vereinigung 31, 1922, S. 89 bis 96 (W, P);
    K. Kommerell, Festrede b. d. Feier d. 90. Geburtstags, in: Tübinger Chronik v. 28.7.1932, Nr. 175 (P);
    E. Schönhardt, in: Dt. Math. 1, 1936. S. 17-29 (P);
    E. Löffler, in: Jberr. d. Dt. Mathematiker-Vereinigung 53, 1943, S. 82-89;
    S. Finsterwalder, in: Jb. d. Bayer. Ak. d. Wiss. 1935/36, S. 50-52;
    Pogg. III-VI (W).

  • Portraits

    Ölgem. v. Frau Prof. Knopp (Math. Seminar d. Univ. Tübingen);
    Holzschnitt in: LIZ 108, 1897, S. 103.

  • Autor/in

    Eugen Löffler
  • Empfohlene Zitierweise

    Löffler, Eugen, "Brill, Alexander Wilhelm von" in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 613 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116508493.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA