Lebensdaten
1872 bis 1953
Geburtsort
Darmstadt
Sterbeort
Jugenheim/Bergstraße
Beruf/Funktion
Schriftstellerin
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 11650787X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Heyer, Helene (geborene)
  • Christaller, Helene
  • Heyer, Helene (geborene)
  • mehr

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der GND - familiäre Beziehungen

Verknüpfungen auf die Person andernorts

Weitere Erwähnungen in der NDB/ADB

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Christaller, Helene, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11650787X.html [20.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Frdr. (1831–98), Rechtsanwalt, S des Frdr. Wilh. Heyer (1796–1883), Justizrat in Darmstadt, aus der bekannten hessischne Försterfamilie, u. der Elis. Dingeldey;
    M Elis. (1850–1935), T des Phil. Walther (1812–87), Dr. h. c., Dir. der Darmstädter Hofbibliothek, Leiter des auf seine Anregung gegründeten Cabinetsmuseums u. der Cabinetsbibliothek (s. ADB XLI), u. der Auguste Küchler;
    Darmstadt 1890 ( 1917) Erdmann Christaller (1857–1922), Schriftst. u. Verleger, der wegen seines satirischen Romans „Prostitution des Geistes“ (1901) als Theologe 1903 gemaßregelt wurde u. sein Amt aufgeben mußte, S des Joh. Gottlieb s. (2);
    1 S, 3 T, u. a. Walther (* 1893), Geograph, Else Schubert-Christaller (* 1891), Schriftst.

  • Leben

    Christaller besuchte bis zum 15. Lebensjahre die Höhere Mädchenschule. Starken Einfluß auf sie gewann der Darmstädter Pfarrer Karl Pahnke, ihr Konfirmandenlehrer, der ihren weiteren Lebenslauf mitbestimmte. 18jährig heiratete sie den 15 Jahre älteren Pfarrer E. Christaller, mit dem sie in kleinen Pfarrstellen des Schwarzwaldes lebte und für Kindergottesdienste kleine Geschichten zu schreiben begann. Nach der Amtsenthebung ihres Mannes und dem Umzug nach Jugenheim mußte sie durch ihr Schreiben die Familie miternähren. So erschienen zwischen 1902 und 1943 in regelmäßiger Folge und in bald großen Auflagen etwa 50 Bände, meist erzählenden Inhalts. Reisen nach Schweden und vor allem Italien (1927 eigenes Haus am Lago Maggiore) erweiterten den Erzählraum ihrer Bücher. Doch sind diese - bis auf einige historische und legendäre Stoffe - fast durchweg autobiographisch angelegt: anfangs Schwarzwälder Dorferzählungen, Pfarrhausromane (so ihr erster großer Erfolg „Gottfried Erdmann und seine Frau“, 1908) und Ehegeschichten, später Darstellungen aus der eigenen Familie (besonders erfolgreich „Als Mutter ein Kind war“, 1927, „Das blaue Haus“, 1935). Ihre Erzählweise, ohne sonderlich gepflegten Stil, erfaßt Welt und Menschen weder realistisch noch tief, ist aber durchseelt von weiblicher Gemütswärme und Güte, die jede Problematik ins „Gute“ zu harmonisieren bemüht war. So schlicht und flach ihr Schriftwerk künstlerisch wirkt, ist es doch, zumal im protestantischen Bereich, hunderttausenden Lesern helfende Lebenskraft gewesen. 1917 erhielt sie den Rheinischen Dichterpreis.

  • Werke

    Eine Kerze, die an zwei Enden brennt, in: Schaffende Frauen, hrsg. v. E. Fischer, 1935 (Autobiogr.);
    s. a. Kürschner, Lit.-Kal., 1952;
    Kosch, Lit.-Lex. I.

  • Literatur

    E. G. Christaller, in: Das lit. Echo 12, 1909/10, Sp. 1647 ff. (P);
    H. Frick, in: 30 J. Verlag Frdr. Reinhardt, Basel 1930, S. 55 ff. (P);
    E. Schmidt, in: Der Geisteskampf d. Gegenwart 68, 1932, S. 182 ff.;
    M. Tanner, in: Basler Nachrr., 1947, Nr. 407;
    RGG;
    K. A. Kutzbach, Autorenlex. d. Gegenwart, 1950, S. 63 f.;
    F. Lennartz, Dichter u. Schriftsteller unserer Zeit, 61954, S. 105 f.; Ahnentafel in: Mitt. d. Hess. Fam.gesch. Vereinigung 8, H. 15, 1953, S. 488 ff. - Zu Erdm. Ch.:
    Nekr. zu Kürschner, Lit.-Kal. 1901-35, 1936.

  • Autor/in

    Hans Schwerte
  • Empfohlene Zitierweise

    Schwerte, Hans, "Christaller, Helene" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 218 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11650787X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA