Lebensdaten
1783 bis 1868
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
österreichischer Staatsmann
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 116507055 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Chotek von Chotkowa und Wognin, Carl Graf
  • Chotek, Karl Graf
  • Chotek, Carl
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Zitierweise

Chotek, Carl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116507055.html [16.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    Die aus Böhmen stammende, seit 1556 freiherrliche, seit 1723 gräfliche Fam. hat im Habsburgerreich zahlr. Offiziere u. Beamte, seit der Mitte des 18. Jh. in höchsten Positionen, gestellt;
    V Rud. (1748–1824), 1792/93 Hofkammerpräsident, 1802 Oberstburggraf in Böhmen, 1805 Staats- u. Konferenzminister (s. ADB IV), S des Joh. Carl (1705–87), WGR u. GFZM, Hofkanzler, u. der Maria Ther. Gfn. Kottulinsky;
    M Gfn. Maria Sidonia (1748–1824), T des Franz Wenzel Fürst v. Clary u. Aldringen u. der Maria Josepha Prn. zu Hohenzollern-Hechingen; Großonkel väterlicherseits Rud. (1701–71), Statthalter in Böhmen, seit 1765 Oberster Kanzler der vereinigten Hofkanzlei (s. ADB IV);
    Wien 1817 Marie (1795–1878), T des Ant. Gf. Berchtold u. der Maria Anna Franz. Huszár de Szent-Kereszt et Baráth;
    2 S, u. a. Bohuslaw (1829–96), österr. Diplomat, u. a. 1869-71 in Petersburg;
    E Sophie Hzgn. v. Hohenberg (seit 1909, 1868-1914, morganatisch 1900 Erzherzog-Thronfolger Franz Ferd. v. Österr. [1863-1914]).

  • Leben

    Seit 1803 im Staatsdienst, wurde Chotek 1807 zum Hofsekretär bei der Hofkammer ernannt. 1807-10 führten ihn Reisen, die er vornehmlich zu volkswirtschaftlichen Studien nützte, durch viele Teile der Monarchie und Europas. 1811-13 diente er in der mährischen Landesverwaltung und wurde 1813 zur Organisierung der rückgewonnenen Stadt und des Gebietes von Triest berufen. Nach kurzem Zwischenspiel 1815 als Generalgouverneur in dem von österreichischen Truppen eroberten Neapel kehrte er an das Triestiner Gubernium zurück, das er bis 1818 leitete. 1818 als Gubernialvizepräsident nach Tirol versetzt, führte er, seit 1819 Gouverneur, bis 1825, da er als Hofkanzler nach Wien berufen wurde, die Verwaltung dieses Landes. 1826 ging er als Oberstburggraf nach Prag. Ein lebhafter, allem Neuen aufgeschlossener Geist, hat er schon in Triest und Tirol, besonders aber in Böhmen sich um die Hebung der materiellen Kultur (Förderung der Industrie und des Eisenbahnbaues, Ausgestaltung der böhmischen Bäder) große Verdienste erworben, die durch hohe Auszeichnungen (Großkreuz des Leopold-Ordens, Goldenes Vließ) und verschiedene Ehrungen seitens der böhmischen Stände und der Prager Bürgerschaft anerkannt wurden. 1842 verstrickte ihn sein Ehrgeiz - er glaubte ein Anrecht auf die Stelle des Obersten Kanzlers zu haben - in einen Zwiespalt mit Metternich und Kolowrat, der zu seinem Rücktritt führte. Er starb in Vergessenheit.

  • Literatur

    ADB IV;
    A. Wolf, Gf. K. Ch., 1869;
    H. Schlitter, Aus Österr.s Vormärz II: Böhmen, 1920;
    F. Walter, Der Rücktritt Gf. C. Ch.s vom Oberstburggrafenamte u. d. Ernennung Erzhzg. Stephans z. Landeschef in Böhmen, in: Mitt. d. Ver. f. Gesch. d. Deutschen in Böhmen 60, 1922, S. 169 bis 220;
    ÖBL.

  • Portraits

    v. F. Amerling, lithogr. v. J. Kriehuber, 1834;
    Bleistiftzeichnung, 1836; v. A. Clarot, lithogr. v. J. Clarot, 1839;
    v. J. Kriehuber, gestochen v. C. Mayer (alle P -Slg. d. Nat.bibl. Wien);
    Büste im Blindenhaus Prag (Phot. P -Slg. d. Nat.bibl. Wien).

  • Autor/in

    Friedrich Walter
  • Empfohlene Zitierweise

    Walter, Friedrich, "Chotek, Carl" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 214 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116507055.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA