Lebensdaten
1794 bis 1876
Geburtsort
Mannheim
Sterbeort
Heidelberg
Beruf/Funktion
Chirurg ; Augenarzt ; Professor der Chirurgie in Heidelberg
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 116497009 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Chelius, Maximilian Joseph von (badischer Adel seit 1866)
  • chelius, maximilian joseph von

Objekt/Werk(nachweise)

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Chelius, Maximilian Joseph von (badischer Adel seit 1866), Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116497009.html [16.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Christoph, Chirurg u. Accoucheur in Heidelberg u. Mannheim;
    M Ottilie (1764–1825), T des Joh. Mor. Boehm u. der Anna Marg. Erler;
    Karlsruhe 1819 Anna Maria (1797–1867), T des badischen Staatsrats Ernst Phil. Frhr. v. Sensburg (1752–1831, s. Bad. Biogrr. II, 1875, S. 295-98);
    3 S, 1 T, u. a. Philipp (1820–1911, 1857 Harriet [1834–64], E des John Parish, Großkaufmann in Hamburg), badischer GR, Franz (1823–99), Chirurg in Heidelberg u. Dresden (s. BJ IV [Tl. 1899, L ] u. Bad. Biogrr. V, 1906); Enkel (Sohn v. Phil.) Oscar (1859–1923),Generalleutnant, Mil.bevollmächtigter am russischen Hof 1914, Generaladjutant des dt. Kaisers, Komponist (vertonte u. a. Gerhart Hauptmanns „Und Pippa tanzt“), (s. DBJ V [Tl. 1923, W, L ]).

  • Leben

    Chelius immatrikulierte sich 1808 in Heidelberg und promovierte schon 1812 im Alter von 18 Jahren. Einer Empfehlung seiner Universität zufolge kam er in bayerische Dienste an das Zivil- und Militärhospital in München, er siedelte aber kurz darauf nach Landshut um und wurde Schüler des berühmten Chirurgen Ph. von Walter. 1813 wurde er Spitalarzt in Ingolstadt, 1814 Regimentsarzt des Linien-Infanterie-Regiments 2 von Hochberg und zog mit badischen Truppen nach Frankreich. Nach Abschluß des Krieges kam er auf Reisen nach Wien und lernte bei Vinzenz von Kern und Johann Nepomuk|Rust. 1815 zog er zum zweitenmal ins Feld gegen Napoleon und besuchte nach Friedensschluß Karl Gustav Himly in Göttingen und Rust in Berlin. Auf gemeinsamen Reisen mit seinem Freiburger Freund, dem Chirurgen K. J. Beck, besuchte er damals Halle, Leipzig, Würzburg, Jena und Paris. 1817 - also in seinem 23. Lebensjahr - wurde er als Extraordinarius für Chirurgie nach Heidelberg berufen und schon 1818 dort zum Ordinarius für Chirurgie und Augenheilkunde ernannt. - Außer zahlreichen Publikationen aus den Bereichen der Chirurgie und Augenheilkunde schuf Chelius ein „Handbuch der Chirurgie“ (2 Bände, 1822), das in elf Sprachen übersetzt zahlreiche Auflagen erlebte und an vielen chirurgischen Anstalten Europas verwendet wurde. Er verfaßte auch ein „Handbuch der Augenheilkunde“ (1844). Die meisten seiner Arbeiten sind in den Heidelberger klinischen Annalen veröffentlicht, zu deren Mitbegründern er gehörte. Chelius ist der Begründer der großen chirurgischen Tradition der Universität Heidelberg und hat auch für die Augenheilkunde große Bedeutung erlangt. Unzweifelhaft war er in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts der bedeutendste Chirurg im Südwestraum, ein Mann von internationalem Ansehen und Ruf.

  • Literatur

    ADB XLVII;
    Dt. Zs. f. Chirurgie 8, 1877, S. 114 (W-Verz.);
    V. Czerny, in: Heidelberger Professoren a. d. 19. Jh. II, 1903, S. 131 ff.;
    H. Killian u. G. Krämer, Meister d. Chirurgie u. d. Chirurgenschulen im dt. Raum, 1951, S. 57 f. u. ö.;
    BLÄ I, 1929 (W).

  • Portraits

    Bildarchiv d. Univ.gesch. im Kurpfälz. Mus. Heidelberg.

  • Autor/in

    Hans Killian
  • Empfohlene Zitierweise

    Killian, Hans, "Chelius, Maximilian Joseph von/badischer Adel seit 1866" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 196-197 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116497009.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Chelius*)Zu S. 470.: Maximilian Joseph Ch. wurde 1794 zu Mannheim geboren, studirte in Heidelberg, wo er 1812 promovirte. 1813 übernahm er die Stelle eines Hospitalarztes in Ingolstadt, nachdem er schon vorher in München und Landshut unter Ph. Walther eine Zeitlang praktisch thätig gewesen war. Nachdem er während des Krieges mit den badischen Truppen als Regimentsarzt nach Frankreich gegangen war, besuchte er in Wien die Kliniken von Beer, Hildenbrand, Kern und Zang, machte 1815 den zweiten Feldzug mit, ging dann studienhalber nach Göttingen, Berlin und Paris. Von Paris wurde er 1817 als außerordentlicher Professor für Chirurgie an die Universität Heidelberg berufen; an der gleichen Universität wurde er 1819 ordentlicher Professor. Hier wirkte er lange Jahre; er starb 1876. Die von Ch. geleitete chirurgisch-ophthalmiatische Klinik sowol wie seine ausgezeichneten Vorlesungen waren sehr besucht. Sein „Handbuch der Chirurgie“, das bis|zum Jahre 1857 acht Auflagen erlebte, war nicht nur in Deutschland allgemein geschätzt und benutzt, sondern wurde auch in fast alle europäischen Sprachen übersetzt. Ein weiteres Hauptwerk ist sein „Handbuch der Augenheilkunde“ (Stuttgart 1844), weitere Arbeiten beschäftigten sich mit der Heilung der Blasenscheidenfisteln durch Cauterisation (Heidelberg 1845) und der Lehre von den Staphylomen des Auges (Heidelberg 1858). Ch. war ein geschickter Operateur von bewundernswerther Ruhe, der eine große Reihe glücklicher Erfolge aufzuweisen hatte.

  • Autor/in

    Hildebrand.
  • Empfohlene Zitierweise

    Hildebrand, Otto, "Chelius, Maximilian Joseph von/badischer Adel seit 1866" in: Allgemeine Deutsche Biographie 47 (1903), S. 607-608 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116497009.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA