Lebensdaten
1872 bis 1930
Geburtsort
Odessa
Sterbeort
Basel
Beruf/Funktion
Historiker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116462604 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Cartellieri, Otto Ernst Wilhelm
  • Cartellieri, Otto
  • Cartellieri, Otto Ernst Wilhelm
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Zitierweise

Cartellieri, Otto, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116462604.html [17.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    Familie stammt aus Mailand; Vorfahren Antonio Cartegliere (1746–1817), Sänger, v. a. in Breslau (Wäsersche Ges.) u. Königsberg; Verwandte Casimir Anton ([S v. Antonio] 1772-1807), Komponist u. Kapellmeister der Fürsten Lobkowitz, u. sein E Wilh. (1860–1908), Prof. der altindischen Philol. u. Altertumskunde in Innsbruck, befaßte sich u. a. mit altindischer Epigraphik (s. ÖBL);
    V Leop. (1828–1903), Kaufm., dt. Konsul in Odessa, S des Leop., Kaufm., Konsul in Libau (S des Antonio, s. o.), u. der Dorothea Woysch aus Pfarrerfamilie;
    M Cölestine (1831–1918), T des Stadtrichters Rud. Manger in Waldenburg u. der Luise Feye, E des Oberbaurats Heinr. Ludw. Manger (1728-90 [s. ADB XX]) B Alex. (1867–1955), Historiker, Prof. in Jena, schrieb neben seinem grundlegenden Lebenswerk „Phil. II. August, Kg. v. Frankreich“ (4 Bde., 1899-1922) u. Arbb. z. pol. Gesch. des MA u. der Neuzeit eine umfassende Weltgeschichte des MA „Weltgeschichte als Machtgeschichte“ [382-1150] (4 Bde., 1927-41);
    Leipzig 1918 Eva Schröter;
    2 S, 2 T.

  • Leben

    Nach Studium der Geschichte, Philologie und Nationalökonomie in Freiburg (Breisgau), Heidelberg und Berlin wurde C. 1897 in Berlin als Schüler F. Scheffer-Boichorsts mit einer Arbeit über „Abt Suger von Saint Denis“ (= Historische Studien 11, 1898) promoviert, die ihm bereits im ersten Entwurf einen Preis der philosophischen Fakultät gebracht hatte. Die mittelalterliche Geschichte romanischer Völker, später vor allem die burgundische, sollte den Mitarbeiter der Monumenta Germaniae historica (1898-1904) und formgewandten, künstlerisch begabten Schilderer vergegenwärtigter Zeiten nicht mehr aus ihrem Bann entlassen. Unter der Anleitung von K. Hampe habilitierte sich C. 1904 in Heidelberg mit einer Schrift über „Peter von Aragon und die sizilianische Vesper“ (= Heidelberger Abhandlungen zur Mittleren und Neueren Geschichte 7, 1904). Als Professor in Heidelberg (seit 1910) und auch nach dem ersten Weltkrieg als Archivrat und|schließlich Generallandesarchivar in Karlsruhe galt seine Liebe der „Geschichte der Herzöge von Burgund“, von der sehr rasch der 1. Band (Philipp der Kühne, 1910) - freilich nur dieser - erschien, bis der Krieg eine intensive Archivbenutzung in Frankreich verbot. In Aufsätzen konnte C. sein Thema gründlich erforschen und eine Reihe von kulturhistorischen Bildern vom „Hofe der Herzöge von Burgund“ (1926, englisch 1929) veröffentlichen, bevor der Tod die Vollendung seines Lebenswerkes verwehrte.

  • Werke

    Weitere W Kg. Manfred, 1910;
    Der franz.-mailänd. Vertrag v. 20.3.1391, 1912;
    Btrr. z. Gesch. d. Herzöge v. Burgund 1-5, in: SB d. Ak. d. Wiss. Heidelberg, Phil.-hist. Kl., 1912/11, 1913/2 u. 9, 1914/6;
    Zur Gesch. Dinants, in: Denkschr., bearb. i. A. d. Gen. gouv. in Belgien. 1918, S. 19 ff.;
    Heidelberger Erinnerungsstätten, 1922;
    Aufsätze z. burgund. Gesch., u. a. in: MIÖG 28, 1907, HZ 132, 1925, Hist.-pol. Bll. f. d. kath. Dtld., 1921, Tijdschr. voor Geschiedenis 36, Groningen 1921. - Von Wilh.: 17 Tafeln z. ind. Palaeogr., in: Grundriß d. indogerman. Philol. I, Straßburg 1896;
    von B Alex.: s. DW.

  • Literatur

    W. Holtzmann, in: HZ 142, 1930, S. 446 f. - Zu Antonio: Ch. Krollmann, in: Altpreuß. Biogr. I, 1941; zu B Alex.:
    W. Kienast, in: HZ 179, 1955, S. 663

  • Autor/in

    Joachim Leuschner
  • Empfohlene Zitierweise

    Leuschner, Joachim, "Cartellieri, Otto" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 160-161 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116462604.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA