• Genealogie

    V Andreas, Kaserneninsp.;
    M Rosine Kath. Benignus;
    Stuttgart 1886 Wilhelmine (* 1860), T d. Weinwirts Joh. Chrstn. Häberle in Oberberken b. Schorndorf u. d. Marie Magd. Müller;
    1 T.

  • Leben

    H. besuchte die mathematische Abteilung der Stuttgarter Polytechnischen Schule und 1874-78 die Ingenieurfachschule. Danach war er vorübergehend in der Forstverwaltung im Schwarzwald unter anderem mit Höhenaufnahmen und der Herstellung von Höhenkurvenkarten beschäftigt, wobei er das Verfahren der Meßband-Aneroidprofile entwickelte. 1882 erhielt er die Zulassung als Privatdozent für Trigonometrie, niedere und höhere Analysis, danach die Ernennung zum 1. Assistenten für praktische Geometrie und Planzeichnen und 1884 eine ordentliche Professur für „niedere und höhere Geodäsie, Planzeichnen und Methode der kleinsten Quadrate“ am Polytechnikum in Stuttgart. In dieser Stellung blieb er bis zu seinem Tode. – Neben seiner umfangreichen Lehrtätigkeit beteiligte H. sich maßgebend an den württembergischen Arbeiten für die „Internationale Erdmessung“; wegen seines nachhaltigen Einflusses wurde er international der „Weltschutzmann für Geodäsie“ genannt. Seine Sprachbegabung erlaubte ihm, mehrere bekanntgewordene Fachübersetzungen anzufertigen. Zahlreiche Erfindungen und zum erstenmal durch ihn ausgeführte praktische Arbeiten schlossen sich an: eine neue Isogonenkarte, Kartenprojektionen, Landeshöhenaufnahme, Zeitdienst, „selbstrechnende“ Tachymeter (Topometer), Rechentafeln. Daneben beschäftigte er sich mit der Geschichte der Mathematik. 1896 erhielt er von der Universität Leipzig „sine examine“ den Dr. phil. für seine kritische Schrift „Über die geographisch wichtigsten Kartenprojektionen“. Verfasser von zahlreichen, insbesondere für die Praxis der Höhenaufnahmen und der Landestopographie bedeutsamen Veröffentlichungen und von Lehr- und Übungsbüchern aus dem Gebiete der praktischen Geodäsie, ist er am nachhaltigsten bis heute bekannt durch sein „Lehr- und Handbuch der ebenen und sphärischen Trigonometrie“ (1885), das bis zur 5. Auflage (1923) auf mehr als den doppelten Umfang angewachsen ist.|

  • Auszeichnungen

    Dr.-Ing. E. h. (Stuttgart 1924).

  • Werke

    Weitere W Überss.: J. G. Bohnenberger, De computandis… (1826), Die Berechnung d. trigonometr. Vermessungen mit Rücksicht auf d. sphäroid. Gestalt d. Erde, 1885;
    Tissot, Mémoire sur la représentation des surfaces…, Die Netzentwürfe geogr. Karten, 1887.

  • Literatur

    K. Haussmann, in: Zs. f. Instrumentenkde. 45, 1925;
    A. Egerer, in: Zs. f. Vermessungswesen 55, 1926, S. 1-13 (P);
    Pogg. IV-VI.

  • Autor/in

    Gottlob Kirschmer
  • Empfohlene Zitierweise

    Kirschmer, Gottlob, "Hammer, Ernst von" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 592 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116441275.html#ndbcontent

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