Lebensdaten
1777 bis 1855
Geburtsort
Leipzig
Sterbeort
Dresden
Beruf/Funktion
Jurist
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 116425059 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Einert, Karl
  • Einert, Carl
  • Einert, Karl
  • mehr

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der GND - familiäre Beziehungen

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Einert, Carl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116425059.html [14.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Christian Gottlob (1747–1823), Dr. iur., ao. Univ.-Prof., 3. Bgm. v. Leipzig, Beisitzer des Schöffenstuhls (s. ADB V), S des Gabriel (1719–98) aus Bergmannsfamilie in Conradsdorf b. Freiberg (Sachsen), Buchhalter b. der Steuerkreditkasse in Leipzig;
    M Karoline Friederike (1759–94), T des Carl Frdr. Kober ( 1786), Stadtkämmerer u. kurfürstlicher Floßmeister in Freiberg;
    B August (1786–1831), Dr. iur., Advokat b. Oberhofgericht u. Konsistorium in Leipzig;
    Püchau b. Wurzen 1813 Henriette Wilh. (1791–1860), T des Aug. Gottlieb Dörrien (1746–1813), Geh. Kammerrat u. Oberpostamtsdirektor in Leipzig, u. der Anne Dufour;
    2 S, Paul (1815–90), Bernhard (1819–83), beide Gerichtsdirektoren in Dresden, 3 T.

  • Leben

    E. studierte seit 1794 an der Universität Leipzig, wurde 1799 Baccalaureus und promovierte 1807 zum Dr. iur. 1802-17 praktizierte er als Advokat in Leipzig und kam dabei frühzeitig zur Beschäftigung mit dem im Leipziger Handelsleben bedeutsamen Wechselrecht. Ältere Handbücher und Gesetze sahen den Wechsel noch als eine Urkunde über den zwischen nur 3 Personen abgeschlossenen Wechselkontrakt an. Dagegen legte E. dar, daß der Wechsel in der kaufmännischen Praxis längst infolge seiner Begebungsfreiheit ein dem Papiergeld ähnliches Zahlungsmittel geworden war, das auf dem Kredit des Ausstellers beruht. Diese Auffassung wurde bald allgemein anerkannt. Seit 1816 war E. Mitglied der Leipziger Juristenfakultät und hielt 1821-30 als Privatdozent Vorlesungen über Wechselrecht. 1824 wurde er Oberhofgerichtsrat und 1828 Vorsitzender des städtischen Handelsgerichts. 1831 berief man E. nach Dresden in das Landesjustizkollegium und 1835 als Geheimer Justizrat für die Zivilgesetzgebung ins Justizministerium. Hier entwarf er eine Wechselordnung, die 1841 gedruckt und 1845 im sächsischen Landtag beraten wurde. Auf einer Konferenz der deutschen Bundesstaaten in Leipzig 1847 hatte E. wesentlichen Anteil an einem Wechselgesetzentwurf, der 1848 von der Frankfurter Nationalversammlung zum Reichsgesetz erklärt, später aber als übereinstimmendes Landesrecht in den deutschen Staaten eingeführt wurde. – Von 1842 an führte E. als Vizepräsident im Oberappellationsgericht zu Dresden die Direktion des Zivilsenats. Er war kunstliebend und gesellig und gehörte 1809-31 der Gesellschaft „Harmonie“ an.

  • Werke

    Das Wechselrecht nach d. Bedürfnissen d. Wechselgeschäfts im 19. Jh., 1839; Erörterungen einzelner Materien d. Zivilrechts, 1840, 21846;
    Entwurf e. Wechselordnung f. d. Kgr. Sachsen, 1841; Über d. Wesen u. d. Form d. Literalkontrakts, 1852.

  • Literatur

    ADB V;
    Bernh. Einert (S), Dr. K. E., namentlich in s. Beziehungen zu d. jüngsten Entwicklung d. dt. Wechselrechts, 1855 (W-Verz.);
    Bernh. Einert (Ur-E), Ahnenliste E., in: Dt. Fam.archiv, hrsg. v. G. Geßner, II, 1954/55, S. 77-82 (L);
    ders., Das Geschl. E. aus Conradsdorf/Sa., ebd. V, 1956, S. 129-48. – Zu V Chrstn. Gottlob: NND, 1823, S. 822 ff.; zu S Bernh. u. Paul:
    H. Wunderlich, in: Ecce Landesschule Grimma, 1883, S. 37-40, u. 1890, S. 116-19.

  • Autor/in

    Gerhard Schmidt
  • Empfohlene Zitierweise

    Schmidt, Gerhard, "Einert, Carl" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 396 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116425059.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Einert: Karl E., Rechtsgelehrter, ein Sohn von Christian Gottlob E. (s. d.), geb. 31. Decbr. 1777 in Leipzig, 25. Febr 1855. 1802 Advocat, 1807 Doctor der Rechte, 1816 Mitglied der Juristenfacultät, 1828 Präsident des Handelsgerichts, wurde er 1835 als Rath in das Justizministerium berufen und mit dem Entwurf einer Wechselordnung für das Königreich Sachsen beauftragt, der 1841 im Drucke erschien. Seit 1843 Vicepräsident des Oberappellationsgerichts zu Dresden, vertrat er das Königreich Sachsen bei den Leipziger Wechselrechtsconferenzen (1847). Er ist der Schöpfer der nach ihm benannten Wechseltheorie. Wir erwähnen von ihm noch: „Das Wechselrecht nach dem Bedürfniß des Wechselgeschäfts im 19. Jahrhundert", 1839; „Erörterungen einzelner Materien des Civilrechts“, 1840, 2. Aufl. 1846; „Ueber das Wesen und die Form des Literalcontracts“, 1852.

    • Literatur

      Vgl. Dr. Karl E., namentlich in seinen Beziehungen zu der jüngsten Entwicklung des deutschen Wechselrechts, Leipzig 1855.

  • Autor/in

    Steffenhagen.
  • Empfohlene Zitierweise

    Steffenhagen, "Einert, Carl" in: Allgemeine Deutsche Biographie 5 (1877), S. 759 unter Einert, Karl [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116425059.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA