Lebensdaten
1889 bis 1956
Geburtsort
Berlin
Sterbeort
Köln
Beruf/Funktion
Mathematiker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116422521 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hamburger, Hans Ludwig
  • Hamburger, Hans
  • Hamburger, Hans Ludwig

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Zitierweise

Hamburger, Hans, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116422521.html [14.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Karl, JR, Rechtsanwalt u. Notar;
    M Margarete Levy.

  • Leben

    H.s Elternhaus war Mittelpunkt einer kultivierten Geselligkeit Varnhagenscher Art, ein Umstand, der für die geistige und charakterliche Gesamtentwicklung H.s, aber auch für Stoffwahl und Stil seiner mathematischen Arbeit von Bedeutung war. Seine Studienzeit in Berlin, Göttingen und München schloß er 1914 bei A. Pringsheim in München ab mit der Dissertation „Über die Integration linearer homogener Differentialgleichungen“, deren analytischer Gehalt sich in späteren Untersuchungen, besonders über partielle Differentialgleichungen, niederschlug. 1919-24 war er zuerst Privatdozent, dann außerordentlicher Professor in Berlin. Seine Arbeit „Erweiterung des Stieltjesschen Momentanproblems“ (SB der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, 1919) ist für jeden wichtig, der sich mit diesem Problemkreis befassen will. Eine an Bedeutung und in der Darstellungsart hervorragende Note über die „Riemannsche Funktionalgleichung“ (ebenda), mit der Theorie der Zetafunktion eng verbunden, setzt die Geltungskraft der Funktionalgleichung ins rechte Licht. Diese Frage hat noch Jahrzehnte später durch Bochner und Chanderaseka eine vertiefte Behandlung erfahren. Nach seiner Berufung an die Universität Köln (1924) beschäftigten H. vor allem Probleme der Differentialgeometrie. Die Theorie der sphärischen Abbildungen führte ihn zu einer Reihe von Untersuchungen über lineare partielle Differentialgleichungen vom hyperbolischen Typ. Damals stieß er auf die Caratheodorysche Vermutung, betreffend die Nabelpunkte einer regulären geschlossenen Fläche. In drei Abhandlungen versuchte er dieses schwierige Problem zu meistern, ohne daß es gelang, genau die zusätzlichen Voraussetzungen anzugeben, unter denen es gelöst erscheint. Die Enttäuschung über den geringen Widerhall dieser Arbeiten war wohl auch ein Grund dafür, daß sich H. in England, das dem 1939 Ausgewiesenen Asyl anbot, mehr algebraischen und operationstheoretischen Fragen zuwandte, unter anderem dem Problem, wie weit sich die Jordan-Zerlegung einer endlichdimensionalen linearen Transformation auf allgemeinere lineare Operatoren übertragen läßt. 1947-53 war H. ordentlicher Professor an der Universität Ankara.

  • Werke

    Weitere W u. a. Sphär. Abbildung im Großen, Konvexe Flächen mit 2 Nabelpunkten, in: Math. Zs. 31, 1929/30;
    Beweis e. Caratheodoryschen Vermutung 1, in: Ann. of Mathematics 41, Princeton, N. J., 1940, S. 63-86;
    dass. 2, in: Acta math. 73, Upsala 1941, S. 175-228;
    dass. 3, ebd., S. 229-32.

  • Literatur

    Journal of the London math. Society 33, 1958, (W-Verz.);
    Pogg. V-VII a.

  • Autor/in

    Guido Hoheisel
  • Empfohlene Zitierweise

    Hoheisel, Guido, "Hamburger, Hans" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 581 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116422521.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA