Lebensdaten
1863 bis 1945
Geburtsort
Schallan bei Teplitz-Schönau (Böhmen)
Sterbeort
Knittelfeld (Steiermark)
Beruf/Funktion
Bibliothekar
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 116417641 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Eichler, Ferdinand

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen im NDB Artikel

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Eichler, Ferdinand, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116417641.html [15.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Ferdinand, Bergwerksdirektor;
    M Maria Girsch; ledig.

  • Leben

    E. studierte klassische und deutsche Philologie an den Universitäten Wien, Graz, Berlin und Göttingen, wo er K. Dziatzko hörte. Nach kurzer Tätigkeit an der Steiermärkischen Landesbibliothek am Joanneum trat er 1889 in die Universitätsbibliothek Graz ein, der er von 1919 bis zu seiner Pensionierung (1924) als Direktor vorstand. Er habilitierte sich 1921 in Graz für Bibliothekswissenschaft und wurde 1933 zum außerordentlichen Professor ernannt. Das Bibliothekswesen des deutschen Sprachraumes verdankt ihm richtungweisende Anregungen. So ist die erste Tagung deutscher Bibliothekare 1894 in Dresden hauptsächlich durch seine Bemühungen zustandegekommen. Der Verein Deutscher Bibliothekare, bei dessen Gründung 1900 er Pate gestanden hat, ernannte ihn 1943 zum Ehrenmitglied. Schon 1899 befaßte sich E. mit dem Plan zu einem Generalkatalog österreichischer Handschriften. In der Folge regte er die Herausgabe einer Quellensammlung zur Geschichte des deutschen Bibliothekswesens an, verlangte eine gründliche fachwissenschaftliche Schulung der Bibliothekare und trat für die Errichtung von Lehrkanzeln der Bibliothekswissenschaft an den Universitäten ein. Vorbehaltlose Übereinstimmung mit seinem Beruf ließ den persönlich bescheidenen und überaus liebenswürdigen E. in seiner vieldiskutierten Schrift „Bibliothekswissenschaft als Wertwissenschaft, Bibliothekspolitik als Weltpolitik“ (1923) weitgehende Forderungen erheben. Neben Arbeiten über Fragen des Bibliothekswesens und einigen germanistischen Studien veröffentlichte er eine lange Reihe wertvoller und zum Teil mustergültiger Untersuchungen auf dem Gebiete der Handschriftenkunde, der Einbandforschung (besonders die Lederschnittbände betreffend), der Druckergeschichte und der ältesten Holzschnitte. – 1943 Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft.

  • Werke

    Weitere W u. a. Begriff u. Aufgabe d. Bibl.wiss., 1896; Bibl.pol. am Ausgange d. 19. Jh., 1897;
    Das Nachleben d. Hans Sachs v. 16. bis ins 19. Jh., 1904;
    Die dt. Bibel d. Erasmus Stratter in d. Univ.bibl. zu Graz, 1908;
    Aus e. österr. Bibl., 1909;
    Die wiss. Bibliotheken in ihrer Stellung zu Forschung u. Unterricht, 1910;
    Bibliotekověděnie vysšago porjadka … [Höhere Bibl.wiss. in ihrer Beziehung z. d. Methoden wiss. Forschung u. Unterrichts], St. Petersburg 1913;
    Einzel-Formschnitte d. 15. Jh. in d. Univ.bibl. zu Graz, 1916; Abhh. u. Aufss. u. a. im Zbl. f. Bibliothekswesen, seit 1890, u. im Gutenberg-Jb., seit 1930.

  • Literatur

    A. Kern, in: Zbl. f. Bibl.wesen 62, 1948, S. 119-28 (W);
    ÖBL.

  • Portraits

    Ölbild v. A. v. Schrötter, 1935 (Univ.bibl. Graz);
    Bronzeplakette v. A. Weinkopf, 1933 (ebd.).

  • Autor/in

    Franz Kroller
  • Empfohlene Zitierweise

    Kroller, Franz, "Eichler, Ferdinand" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 382 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116417641.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA