Lebensdaten
1831 bis 1904
Geburtsort
Hamburg
Sterbeort
Dachau bei München
Beruf/Funktion
Botaniker
Konfession
evangelische Familie
Normdaten
GND: 116412674 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hallier, Ernst

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Zitierweise

Hallier, Ernst, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116412674.html [19.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Joh. Gottfr. (1804–82), Jurist, Aktuar d. Zehntenamts in H., S d. Joh. Cord (1770–1820), Schiffskapitän, u. d. Anna Langenberg;
    M Marie (1808–55), T d. Dr. med. Andreas Schleiden in H. (Fam. aus Schleswig) u. d. Eleonore Bergeest, Kaufm-T aus H.;
    Om Matthias Jak. Schleiden (1804–81), Prof. d. Botanik;
    B Eduard (1836–89), Architekt in H. (s. ThB);
    Tante-m Wilhelmine ( Wilh. Hübbe, 1804–86, Dr. iur., Senatsbeamter in H., Vorsitzender d. Ver. f. Hamburg. Gesch.);
    Vt Wilh. Hübbe-Schleiden (1846–1916), Dr. iur., Privatgel., Okkultist, Kolonialschriftsteller (s. DBJ I, Tl. 1916, W, L);
    - 1866 ( 1883) Agnes (1847–1913), T d. Dr. Albert Heinr. Schröter, Oberappellationsgerichtsrat in Jena, u. d. Clara Harsleben, 2) 1893 Helene (1872–1921), T d. Landesgerichtsrats Schade in Melk;
    3 S, 1 T aus 1), u. a. Hans (s. 2), Dorothea ( Robert Erdmann, * 1872, Maler, s. Vollmer), 1 S aus 2).

  • Leben

    H. arbeitete 1848-51 als Gärtnerlehrling am Botanischen Garten in Jena, wo sein Onkel M. J. Schleiden als Professor wirkte, ging dann als Gehilfe nach Erfurt und 1852 nach Charlottenburg und Berlin. 1854 gab er den körperlich zu schweren Beruf auf, holte in Hamburg das Abitur nach und studierte Botanik in Berlin (1854–55), Jena (bis 1857) und Göttingen, wurde 1858 in Jena promoviert und übernahm hier Lehraufgaben im chemisch-pharmazeutischen Privatinstitut von Hermann Ludwig. 1860 habilitierte sich H. und wurde Schleidens Assistent. Nach dessen Rücktritt vom Lehramt (1862) leitete er den Botanischen Garten und den Unterricht bis zum Antritt von Nathanael Pringsheim (1864 außerordentlicher Professor). Vergeblich aber hoffte er auf ein Ordinariat beim Ausscheiden von Pringsheim (1868), E. Langethal (1878) und E. Strasburger (1881), so daß er 1884 enttäuscht um Entlassung bat und sich nach Dachau zurückzog. – H. wirkte vielseitig als Universitätslehrer, Forscher und populärer Schriftsteller und pflegte besonders die Grenzgebiete zwischen Medizin und Biologie. Durch Lehraufgaben war er auf Parasitologie, Pharmakognosie und medizinisch-pharmazeutische Botanik gewiesen worden, wo er vor allem als Hochschullehrer Bedeutendes leistete. Seine Pionierarbeit auf den Gebieten der mikroskopischen Pflanzenpathologie und Mykologie wurde von seinen Zeitgenossen mehr beachtet als seine Bemühung um die Pflanzensystematik. H. erkannte eine Reihe pathogener Pilze und die durch sie verursachten Infektionskrankheiten an Kulturpflanzen (zum Beispiel Kartoffel). Er untersuchte ihre Entwicklungsstadien und bemühte sich erfolgreich um die Isolierung und Züchtung von Mikroorganismen auf künstlichen Nährböden. An Forschung und Diskussion über die Erreger von Cholera, Typhus, Masern und Pocken war H. stark beteiligt, mußte jedoch seine Hypothesen vom Polymorphismus der Krankheitserreger aufgeben. Mit der Herausgabe der „Zeitschrift für Parasitenkunde“ (ab 1869) und der Neuauflage von Schlechtendals „Flora von Deutschland“ ist der Name H.s ebenfalls verbunden.

  • Werke

    Weitere W u. a. De Cycadeis quibusdam fossilibus in regione Apoldensi repertis, Diss. Jena 1858 (ungedr.);
    Der Ghzgl. Sächs. Botan. Garten zu Jena, 1864;
    Die pflanzl. Parasiten d. menschl. Körpers, 1866;
    Phytopathol., 1868;
    Excursionsbuch, enthaltend prakt. Anleitung z. Bestimmen d. im Dt. Reich heim. Phanerogamen, 1874;
    Schule d. systemat. Botanik, 1878;
    Die Pflanze u. d. Mensch in ihrer Wechselbeziehung, 1878;
    Kulturgesch. d. 19. Jh. in ihren Beziehungen zu d. Entwicklung d. Naturwiss. geschildert, 1889;
    Die Pestkrankheiten (Infektionskrankheiten) d. Kulturgewächse, 1895.

  • Literatur

    J. G. Hallier [V], Erinnerungen 1804–55, Privatdr. (im Bes. v. Prof. Dr. H. Noack, Hamburg);
    |Allg. Ztg., München, 1904, Beil. Nr. 296, S. 576;
    J. T. C. Ratzeburg, Forstwiss. Schriftstellerlex., 1874, S. 221 f.;
    Kürschner, Lit.-Kal. (W);
    Brümmer;
    BLÄ;
    Pogg. III, IV; BJ X (Tl. 1904, L);|

  • Quellen

    Qu.: Univ.archiv Jena. - Eigene Archivstud.

  • Portraits

    Phot. (Jena, Univ.archiv).

  • Autor/in

    Ilse Jahn
  • Empfohlene Zitierweise

    Jahn, Ilse, "Hallier, Ernst" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 563-564 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116412674.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA