Lebensdaten
1700 bis 1756
Geburtsort
Kaufbeuren
Sterbeort
Memmingen
Beruf/Funktion
Botaniker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 11640809X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Ehrhart, Johann Balthasar
  • Ehrhart, Balthasar
  • Ehrhart, Johann Balthasar

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Zitierweise

Ehrhart, Balthasar, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11640809X.html [14.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Joh. David (1676–1727), Stadtphysikus in Memmingen, Vf. med. Schrr., S des Balthasar (1639–1706), Arzt in Memmingen, Vf. med. Schrr. (S des Sup. Joh. in Memmingen);
    M Veronika Kalchschmid aus Augsburg;
    1) 1733 Christine Barb. v. Wachter, 2) 1739 Anna Cath. Höhnlin aus Leutkirch;
    5 K, u. a. Jodocus (seit 1796 v. E., 1740-1805), Stadtphysikus in Memmingen;
    E Gottlieb v. E. ( 1826), Arzt (s. ADB V).

  • Leben

    E. empfing während seiner 2jährigen Tätigkeit als Provisor in Tübingen durch J. G. Gmelin die Anregung zur Beschäftigung mit Geologie und Paläontologie, wie auch durch J. J. Scheuchzer in Zürich, den er auf einer Reise in die Schweiz besuchte. Er studierte dann Medizin und Naturwissenschaften zunächst in Halle (besonders bei F. Hoffmann), später in Leiden, wo er 1724 promovierte. Eine „gelehrte Reise“ führte ihn unter anderem auch zu A. von Haller. 1727 übernahm er das Stadtphysikat in Memmingen. – Kenntnisse und wissenschaftliche Leistungen E.s auf dem Gebiete der Geologie und Paläontologie waren für seine Zeit groß. In seiner Dissertation wies er die Zugehörigkeit der Belemniten zu den Kopffüßern nach. Er stellte eine in großen Zügen richtige Einteilung der Juraformation Schwabens auf. Die zu seiner Zeit herrschende Hypothese der „Diluvianisten“, daß die Gesteine und Fossilien durch die „Sündflut“ entstanden seien, lehnte er ab, indem er, der Lehre A. L. Moros folgend, die Bildung der Gesteine auf Vulkanausbrüche zurückführte. Seine Anwendung dieser Theorie auf den oberschwäbischen Raum ergab für diesen die erste geologische Beschreibung. Von den Zeitgenossen weit höher eingeschätzt wurden E.s botanische Werke. Er versah den Neudruck des Kräuterbuches von A. Lonicerus mit einem ausführlichen Kommentar, der das pflanzen- und tierkundliche Wissen seiner Zeit widerspiegelt (Ulm 1737). Sein bedeutendstes Werk ist die „Oeconomische Pflanzenhistorie“. Der 1. Band führt in die Kräuterkunde ein, die folgenden behandeln in der Beschreibung von Spaziergängen in den einzelnen Monaten eine große Anzahl von Pflanzen sowie deren Verwendung in der Heilkunde.

  • Werke

    Weitere W u. a. De Belemnitis Suevicis, Diss. Leiden 1724, 2Augsburg 1727; Physikal. Nachr. v. e. gegr. neuen Meynung, welche d. Ursprung derer aus d. Erde kommenden versteinten Sachen, die bishero der allg. Sündfluth zugeschrieben worden betrifft, Memmingen 1745; Oeconom. Pflanzen-Historie nebst d. Kern d. Landwirthschaft, Garten- u. Arzneykunst, 12 Bde., Memmingen u. Ulm 1753-62, V-XII aus d. Nachlaß hrsg. v. J. G. Kölderer, 2I-IV, ebd. 1756 (mit Vorrede v. J. F. Gmelin).

  • Literatur

    Gottlieb v. Ehrhart, Physisch-med. Topogr. d. kgl. baier. Stadt Memmingen im Illerkreis, 1813;
    Th. Müller, B. E., in: Württ. Jbb., 1877, H. 4 (W);
    A. Holler, Memminger Ärzte aus d. Fam. E., 1897;
    R. Hirsch, Naturforscher im alten Memmingen, Stadtphysikus B. E., in: Der Spiegelschwab, Heimatbeil. d. Memminger Ztg., Jg. 1954, Nr. 8 u. 11;
    ders., Ein Geschl. v. Ärzten u. Naturkundlern, Die Memminger Stadtphysici aus d. Fam. E., in: Das schöne Allgäu, 19. Jg., 1956, S. 5-8;
    Pogg. I.

  • Autor/in

    Rudolf Hirsch
  • Empfohlene Zitierweise

    Hirsch, Rudolf, "Ehrhart, Balthasar" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 358 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11640809X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA