Lebensdaten
1719 bis 1791
Sterbeort
Hannover
Beruf/Funktion
hannoverischer Beamter ; Maler ; Kunstfreund ; Kurator der Universität Göttingen
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 116400587 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Brandes, Georg Friedrich
  • Brandes, Georg
  • Brandes, Georg Friedrich

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Zitierweise

Brandes, Georg, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116400587.html [15.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Georg Friedrich (1688–1778), königlich und kurfürstlicher Rat und Hofgerichts-Sekrekretär in Celle;
    M Cath. Maria (1692–1733), T des Rentkammer-Sekretärs Matthias Turninger und der Heidwig Justine Hammenstedt;
    ⚭ Marie Friederike (1730–1807, Stief-Schw), T des Conrad Wilhelm Werckmeister, braunschweig-lüneburgischer Rat, und der Dorothea Schultze (in 2. Ehe verheiratet mit Georg Friedrich Brandes);
    S Ernst s. (1);
    3 T, u. a. Louise Amalie [⚭ Johann Friedrich Blumenbach, 1840, Arzt und Zoologe in Göttingen), Georgine Christine Dorothea (⚭ Christian Gottlob Heyne, 1812, Philologe in Göttingen).

  • Leben

    B. studierte seit 1737 Rechtswissenschaft in Göttingen, war aber auch auf seine allgemeine Ausbildung bedacht. Danach besuchte er als Hofmeister eines hannoverischen Adligen, v. Steinberg, die Universität Leiden, wo er u. a. Franz Hemsterhuis hörte. Hier wurde seine Vorliebe für das klassische Altertum begründet. Mit 27 Jahren trat er in den Staatsdienst. 1769 wurde er auf G. A. v. Münchhausens Vorschlag Expedient (vortragender Rat) der Universitätssachen. Noch ein Jahr konnte er dem großen Kurator zur Hand gehen, genug, um die Wirkungen seines Geistes in sich aufzunehmen, zum Segen der Göttinger Universität, deren Geschicke er bis zum Tode betreute. Schon zu Lebzeiten Münchhausens war Ch. G. Heyne Vertrauensmann der Regierung. B. trat nach 1770 in Münchhausens Stellung Heyne gegenüber ein; es entwickelte sich eine Beziehung, die B. als das Schönste bezeichnete, was ihm das Leben gegeben habe. Zwei Jahrzehnte lang wurden die Geschicke der Georgia Augusta im wesentlichen durch Heyne und B. geleitet. B. machte sich bekannt durch seine große Kunst- und Büchersammlung.

  • Literatur

    ADB III;
    F. Frensdorff, in: Zs. d. hist. Ver. f. Niedersachsen 76, 1911, S. 1-57;
    K. Cassel, Gesch. d. Stadt Celle, 1034;
    G. v. Selle, Die Georg-August-Univ. zu Göttingen 1737-1937, 1937.

  • Autor/in

    Götz von Selle
  • Empfohlene Zitierweise

    Selle, Goetz von, "Brandes, Georg" in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 519 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116400587.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Brandes: Georg Friedrich B., um das Aufblühen der Universität Göttingen hochverdient und als Kunstsammler bekannt, geb. 1709 zu Celle, 6. September 1791. Er studirte in Göttingen und Leyden, durchreiste als Führer des nachherigen Feldmarschalls v. Wallmoden Holland, England und Deutschland und wurde nach seiner Rückkehr im J. 1746 als Secretär bei der kurfürstlichen geheimen Canzlei in Hannover angestellt, wo er die sogenannte Kloster- und Lüneburgische Salinen-Expedition erhielt. Nach mehreren diplomatischen Sendungen an verschiedene deutsche Höfe wurde ihm im J. 1770 auf des Universitäts-Curators v. Münchhausen Betrieb der Vortrag in den Angelegenheiten der Universität Göttingen übertragen. Durch einsichtsvollen Rath hat B. bis zu seinem Tode unter sechs nach einander folgenden Curatoren wol mit den größten Antheil an dem Wachsthum und dem Fortschreiten der weltberühmten Lehranstalt, wobei sein langjähriger Freund und Schwiegersohn Heyne, den auch Münchhausen mit ausgezeichnetem Vertrauen beehrte, weniger auf amtliche, aber doch auf nicht minder wirksame Weise in die Geschäfte eingriff. Brandes' Wirksamkeit für Kunst und Wissenschaft, nicht allein für die Universität, sondern auch im Allgemeinen war außerordentlich. Im J. 1770 erhielt er den Charakter als Hofrath und wurde zum Dechant des Bonifacius-Stifts zu Hameln ernannt. Er entwarf den Plan zu einer „Bedienten- (Staatsdiener-) Wittwen-Casse“, welche die erste Idee zu der calenbergischen allgemeinen Wittwen-Casse gab. Lange Jahre hindurch war er Mitarbeiter an der Bibliothek der schönen Wissenschaften, wie er auch Beurtheilungen englischer und italienischer Werke über Kunst, und ausführliche Anzeigen über englische Kupferstiche, sowie werthvolle Beiträge zu Heinecken's Dictionnaire des artistes und zu den Göttinger gelehrten Anzeigen lieferte. Seine Sammlungen waren sehr beträchtlich. Er besaß eine nach seinem Tode von dem Herzoge von Oldenburg für 24000 Thlr. angekaufte Bibliothek von etwa 30000 Bänden und eine der bedeutendsten Kupferstichsammlungen von über 42000 Blättern, über welche er einen Katalog in vier Foliobänden nach den fünf Schulen entworfen hat, den nach seinem Tode Professor Hubert ("Catalogue raisonné du Cabinet d'Estampes de feu Mr. Brandes“ 1793, 2 Bde.) herausgab. Seine Correspondenz erstreckte sich über alle gebildete Länder Europa's. Heyne, sein Schwiegersohn, und Winkelmann waren seine genauesten Freunde.

    • Literatur

      Braunschw.-Lüneb. Annalen VI. Bd. St. 1 S. 191 fl. Allg. litter. Anzeiger 1796 S. 495. Saalfeld, Geschichte der Universität Göttingen S. 15. Ueber Brandes' Kupferstichsammlung vergl. Braunschw.-Lüneb. Annalen Jahrg. I St. 2. S. 101.

  • Autor/in

    Spehr.
  • Empfohlene Zitierweise

    Spehr, Ludwig Ferdinand, "Brandes, Georg" in: Allgemeine Deutsche Biographie 3 (1876), S. 242 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116400587.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA