Dates of Life
1864 bis 1927
Place of birth
Ungarisch-Altenburg
Place of death
Halle/Saale
Occupation
Zoologe
Religious Denomination
evangelisch
Authority Data
GND: 116359528 | OGND | VIAF
Alternate Names
  • Haecker, Ferdinand Carl Valentin
  • Haecker, Valentin
  • Haecker, Ferdinand Carl Valentin
  • more

Relations

Outbound Links from this Person

Genealogical Section (NDB)

The links to other persons were taken from the printed Index of NDB and ADB and additionally extracted by computational analysis and identification. The articles are linked in full-text version where possible. Otherwise the digital image is linked instead.

Places

Map Icons
Marker Geburtsort Place of birth
Marker Wirkungsort Place of activity
Marker Sterbeort Place of death
Marker Begräbnisort Place of interment

Localized places could be overlay each other depending on the zoo m level. In this case the shadow of the symbol is darker and the individual place symbols will fold up by clicking upon. A click on an individual place symbol opens a popup providing a link to search for other references to this place in the database.

Citation

Haecker, Valentin, Index entry in: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116359528.html [24.05.2019].

CC0

  • Genealogy

    V Ludwig (1822–73), Prof. a. d. Landwirtsch. Ak. in U.-A., dann erzhzgl. Güterdir. in U.-A., entwickelte e. Verfahren z. Maisbierbereitung (s. ÖBL), S d. Josua, Lehrer u. Organist in Schwäb. Hall, u. d. Sophie Dor. Dieterich ;
    M Julie (1830 - 1916), T d. Valentin Schübler (1794–1862), Bergratsassessor u. Münzwardein in Stuttgart, u. d. Charlotte Keller;
    Schw Charlotte (⚭ Goltlieb Haberlandt, 1945, Botaniker, s. NDD VII);
    - Calbe 1903 Lucie (1870–1949), T d. Dr. med. Adolf Kühn (1843–1924), Geh. Medizinalrat u. Kreisarzt in Calbe, u. d. Adelheid Heyse;
    1 S, 1 T.

  • Life

    H. studierte seit 1884 in Tübingen und Straßburg Naturwissenschaften, besonders Zoologie, wurde 1889 unter Th. Eimer (Tübingen) mit einer Dissertation „Über die Farben der Vogelfedern“ promoviert und ging 1890 als Assistent von A. Weismann nach Freiburg/Br., wo er sich 1892 auf Grund der Arbeit „Die Kernteilungsvorgänge bei der Mesoderm- und Entodermbildung von Cyclops“ habilitierte und 1895 zum außerordentlichen Professor der Zoologie ernannt wurde; 1900 übernahm H. das Ordinariat für Zoologie an der TH Stuttgart (mit Lehraufträgen an der Landwirtschaftlichen und Tierärztlichen Hochschule) und folgte 1909 der Berufung zum ordentlichen Professor der Zoologie an die Universität Halle-Wittenberg.

    Unter dem anregenden Einfluß von Weismann untersuchte H. an niederen Krebsen Reifungs- und Kernteilungsvorgänge, wies bei Copepoden die direkte Zellfolge bis zur Sonderung der Urgeschlechtszellen („Keimbahn“) nach und bemühte sich besonders um die Klärung des Problems der Chromosomen-Reduktion in den Keimzellen. Aus diesen Studien erwuchs sein Interesse für die nach der Wiederentdeckung Mendels (1900) aufblühende Vererbungswissenschaft, deren Entwicklung von ihm durch zahlreiche spezielle und kritisch-zusammenfassende Arbeiten gefördert wurde, zu denen unter anderem ein vielbeachtetes Lehrbuch „Allgemeine Vererbungslehre“ (1911, 31921) gehört. H. hat den Begriff „Pluripotenz“ für die in Embryonalzellen, Organanlagen oder Organen vorhandene Fähigkeit geprägt, unter bestimmten Bedingungen vom Typus abweichende Entwicklungsrichtungen einzuschlagen. Außerordentlich anregend wirkte sich seine „Entwicklungsgeschichtliche Eigenschaftsanalyse (Phänogenetik) “ aus (1918), unter der er eine Methode verstand, das Entstehen der „Außeneigenschaften“ des fertigen Organismus bis in früheste Entwicklungsstadien zurückzuverfolgen. Er hat sich auch mit Problemen der Humangenetik beschäftigt und unter anderem (mit Th. Ziehen) „Über die Erblichkeit der musikalischen Begabung“ (1922) gearbeitet. Große Verdienste erwarb sich H. mit der sorgfältigen Bearbeitung des Radiolarien-Materials der „Valdivia“-Expedition („Tiefsee-Radiolarien“, 1908), das er auch im Hinblick auf die Variations- und Artbildungslehre auswertete. Weitere Studien galten unter anderem der Planktonforschung, tierpsychologischen Fragen, dem Vogelzug und dem Gesang der Vögel.

    Die von H. ausgehenden Anregungen haben sich in der „Gründerzeit“ der Genetik fruchtbar ausgewirkt und sind teilweise in moderne Auffassungen der Entwicklungsphysiologie eingegangen.|

  • Awards

    Mitgl. u. Sekr. d. Leopoldina, Dr. med. h. c. (Halle).

  • Works

    Weitere W u. a. Praxis u. Theorie d. Zellen- u. Befruchtungslehre, 1899;
    Der Gesang d. Vögel, seine anatom. u. biolog. Grundlagen, 1900;
    Bastardierung u. Geschlechtszellenbildung, 1904;
    Über Gedächtnis, Vererbung u. Pluripotenz, 1914;
    Über Aufgaben d. Phänogenetik, Brünn 1923;
    Umwelt u. Erbgut, 1926;
    Goethes morpholog. Arbb. u. d. neuere Forschung, 1927.

  • Literature

    M. Rauther, in: Jhh. d. Ver. f. vaterländ. Naturkde. in Württemberg 83, 1927, S. XXXVII-XXXIX;
    M. Kneile, ebd. 84, 1928, S. 37;
    GI, in: Der Naturforscher 4, 1927/28, S. 557 f.;
    B. Rensch, in: Ornitholog. Monatsberr. 36, 1928, S. 35-37;
    A. Laubmann, in: Verhh. d. Ornitholog. Ges. in Bayern 18, 1928-29, S. 180 f.;
    W. Harms, in: Hdwb. d. Naturwiss. V, 1934, S. 328;
    L. Gebhardt, in: Die Ornithologen Mitteleuropas, 1964, S. 130;
    Zool. Anz. 174, 1965 (mit Btrr. v. R. Haecker, H.-J. Elster, M. Eisentraut, K. Immelmann, W. Lehmann, G. Heberer, C. Kosswig, H.-A. Freye, B. Rensch; W-Vorz., P).

  • Author

    Georg Uschmann
  • Citation

    Uschmann, Georg, "Haecker, Valentin" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 427 f. [online version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116359528.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA