Lebensdaten
1845 bis 1934
Geburtsort
Berlin
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Staatssekretär des Reichspostamts ; Postfachmann
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116355794 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Kraetke, Reinhold

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Zitierweise

Kraetke, Reinhold, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116355794.html [14.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Carl Wilhelm, Musikinstrumentenmacher, S d. Joh. Gottlieb, Kantor u. Schullehrer in Gr.-Barnim;
    M Henriette Charl. Wilhelmine, T d. Aufsehers Görner in Seelow.

  • Leben

    K. trat 1864 als Eleve in den preußischen Postdienst ein. 1873 legte er die Große Staatsprüfung ab und wurde kurze Zeit darauf in das Generalpostamt berufen. 1874 war er Postinspektor (damals Beamter des höheren Dienstes) bei den Oberpostdirektionen Berlin und Düsseldorf. 1879 unternahm er im Auftrage der Postverwaltung eine längere Studienreise in die USA. 1881 wurde er als Postrat in das Reichspostamt versetzt und stieg 1883 zum Vortragenden Rat auf. 1887-90 wirkte er auf Anregung von Generalpostmeister Stephan als Landeshauptmann in Deutsch-Neuguinea. Er erwarb große Verdienste um die wirtschaftliche Entwicklung des Schutzgebietes und um die Organisation der Landesverwaltung. Seit 1897 leitete er|als Ministerialdirektor die I. Abteilung (Postwesen) des Reichspostamtes. 1901-17 war er als Staatssekretär Leiter der Reichs-Post und Telegraphenverwaltung. 1911 wurde er lebenslängliches Mitglied des Preußischen Herrenhauses.

    In der Zeit des wirtschaftlichen Aufschwungs 1901-14 ist es K. gelungen, die Einrichtungen des Post- und Fernmeldewesens den steigenden Erfordernissen der Zeit anzupassen. Damals konnte Deutschland sich rühmen, die fortschrittlichste Postverwaltung der Welt zu besitzen. Eine von K.s größten Leistungen auf volkswirtschaftlichem Gebiet war die Einführung des von Stephan vergeblich erstrebten Postscheckverkehrs (1909). K. trug wesentlich zur Vereinheitlichung des deutschen Postwesens bei, indem er mit der württembergischen Postverwaltung vertraglich vereinbarte, ab 1.4.1902 einheitliche Briefmarken für das Reichspostgebiet und Württemberg einzuführen. Das erste moderne Fernkabel, das sogenannte „Rheinlandkabel“, wurde unter K. ausgelegt. Die Strecke Berlin-Magdeburg-Hannover war bei Ausbruch des 1. Weltkrieges schon fertiggestellt. Auch an dem Ausbau des Überseekabelnetzes ist K. maßgeblich beteiligt gewesen. An der Funkerei nahm er tätigen Anteil. Er erlernte die Telegraphierzeichen und nahm in seinem eigenen Haus den ziemlich schnell getasteten Funkdienst auf. Das besondere Augenmerk des Staatssekretärs war auf den Ausbau des deutschen Postwesens in den Kolonien und im Ausland gerichtet. Die deutschen Postämter im Ausland wurden Musterämter, die mit Personal besetzt wurden, das der „oberste Postchef“ persönlich auswählte.|

  • Auszeichnungen

    Dr. h. c. (Berlin 1914).

  • Literatur

    Gesch. d. Dt. Post in d. Kolonien u. im Ausland, 1939;
    Hdwb. d. Postwesens, 1927. -
    Archiv f. Post u. Telegr. |

  • Quellen

    Qu: Akten d. Postarchivs d. Bundesmin. f. d. Post- u. Fernmeldewesen.

  • Autor/in

    Erwin Müller-Fischer
  • Empfohlene Zitierweise

    Müller-Fischer, Erwin, "Kraetke, Reinhold" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 641 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116355794.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA