Lebensdaten
1838 bis 1904
Geburtsort
Hamburg
Sterbeort
Hamburg
Beruf/Funktion
Jurist ; Bürgermeister von Hamburg
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 116351497 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hachmann, Gerhard

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Zitierweise

Hachmann, Gerhard, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116351497.html [19.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Ludwig Nicolaus (1802–50), Arzt, S d. Uhrmachers Martin Frdr. (Fam. wanderte Anfang 19. Jh. aus d. Haseldorfer Marsch n. H. ein);
    M Emilie (1808–58), T d. Vincent Frdr. Hockmeyer u. d. Anna Maria Berenberg (beide aus Hamburger Kaufm.fam.);
    1861 Maria Henr. (1839–1905), T d. Carl Heinr. Burmester (1809–73), Kaufm., Mitinh. d. Fa. Burmester u. Stavenhagen in H., u. d. Eliza Bottomley.

  • Leben

    H. wählte das juristische Studium, wurde 1859 in Heidelberg promoviert und ließ sich 1860 in Hamburg als Advokat nieder. Mit 30 Jahren wurde er in die Bürgerschaft gewählt. Bereits 1877 wurde er deren Präsident und 1885 juristischer (hauptamtlicher) Senator; 1900 wählte ihn der Senat zum Bürgermeister. – Die Zeitgenossen rühmten an H. vor allem seine „außerordentlichen organisatorischen Fähigkeiten“; auf ihn geht die der Großstadt gemäße umfassende Reorganisation der Polizei, der Armenfürsorge und des Unterrichtswesens in Hamburg zurück. Rückschauend gesehen bedeutungsvoller ist jedoch sein in jener Zeit ungewöhnliches politisches Wirken für eine soziale Aussöhnung. 1892 mahm er als Polizeisenator die Hilfe der sozialdemokratischen Organisationen bei der Bekämpfung der Cholera an, 1896 wurde der Erwerb des Bürgerrechts für Arbeiter erleichtert, wofür H. seit mehr als einem Jahrzehnt eingetreten war, und im Hafenarbeiterstreik 1896/97 schaltete er sich als Vermittler ein, der die Vertreter von Arbeitnehmern und Arbeitgebern als gleichberechtigt wertete. Gegenüber den Reichsinstanzen empfahl er die „Beseitigung der Mißstände“ als der Ursache der Streiks und lehnte einen politischen Kampf mit polizeilichen Mitteln ab. Seine politischen Grundsätze in selbständigen Veröffentlichungen darzulegen, verbot ihm schon seine Stellung; in Berichten und Reden vor dem Parlament ist er jedoch nachdrücklich dafür eingetreten und empfahl als „Leitsatz“ hamburgischer Politik, „daß es überall gilt, die berechtigten Wünsche und Anforderungen der Zeit zu erfüllen, ehe noch die Zeit ihre Erfüllung erzwingt“. Zu seinen Lebzeiten hätten sich daher im Senat kaum die Befürworter des rückschrittlichen Klassenwahlrechts durchsetzen können, das 1906 Gesetz wurde und H.s Bestrebungen zunichte machte.

  • Literatur

    Protokolle u. Ausschußberr. d. Bürgerschaft, 1868 ff.;
    E. Albrecht, Bgm. Dr. G. H., 1922;
    J. Saß, in: BJ IX, S. 88.

  • Portraits

    Als Präs. d. Bürgerschaft, Ölgem. v. Graupenstein: H. als Bgm., Ölgem. v. Lampe, Kopie v. Ahrens (beide Hamburg, Rathaus);
    Phot. in Dt.GB 19.

  • Autor/in

    Jürgen Bolland
  • Empfohlene Zitierweise

    Bolland, Jürgen, "Hachmann, Gerhard" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 406 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116351497.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA