Lebensdaten
1897 bis 1966
Geburtsort
Liegnitz
Sterbeort
Darmstadt
Beruf/Funktion
Meteorologe
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116342315 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Koschmieder, Harald

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der NDB Genealogie

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Koschmieder, Harald, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116342315.html [12.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    B Erwin (s. 1), Lothar (s. 3);
    - ⚭ Hilde (* 1900), T d. Oberlandgerichtsrats Ernst Peter Wessig u. d. Emilie Caroline Kluth;
    2 S (1 ⚔), 1 T. u. a. Elisabeth (⚭ Jürgen Zierep, * 1929, Prof. f. Strömungslehre).

  • Leben

    Durch die von seinem Vater unterhaltene Klimastation des Preußischen Meteorologischen Instituts kam K. schon als Schüler mit der Meteorologie in enge Berührung, was ihn auch bewogen haben mag, sich nach dem Notabitur (1915) zum Heereswetterdienst zu melden. Im Laufe des Krieges wurde er zu den osmanischen Streikräften als Leiter einer Feldwetterwarte nach Palästina abkommandiert. Nach Kriegsende widmete sich K. in Breslau und Jena dem Studium der Physik und Mathematik, das er 1921 mit der Promotion zum Dr. phil. abschloß. Im Auftrag der Bayerischen Landeswetterwarte richtete er anschließend die erste deutsche Flugwetterwarte in Fürth in Bayern ein und leitete sie bis 1923. Nach Assistentenjahren an den Meteorologischen (damals „Geophysikalischen“) Universitätsinstituten in Frankfurt (Habilitation 1924 mit der Schrift „Theorie der horizontalen Sichtweite“) und Berlin, wurde er 1926 zum Direktor des staatlichen Observatoriums in Danzig ernannt, welches er von einem Wetterposten zur wissenschaftlichen Forschungsstelle ausbaute. Die Danziger Jahre hat K. selbst immer als die wissenschaftlich fruchtbarsten in seiner Laufbahn genannt. Nach Übernahme in den Reichswetterdienst (1936) war er bis 1942 Direktor des Aerologischen Observatoriums Lindenberg, und von 1942 bis Kriegsende Direktor des Meteorologischen Hauptobservatoriums in Potsdam. Bei Kriegsende als Gefangener in die Sowjetunion verbracht, kehrte er 1949 nach Westberlin zurück und nahm seit 1950 einen Lehrauftrag für Meteorologie an der TH Berlin wahr. 1954 erhielt er einen Ruf auf den seit 1945 unbesetzt gebliebenen ordentlichen Lehrstuhl für Meteorologie an der TH Darmstadt und wurde zum Direktor des erst aufzubauenden Institutes für Meteorologie ernannt, eine Aufgabe, der sich K. mit Erfolg annahm. 1963 wurde er emeritiert.

    K.s bleibende wissenschaftliche Leistung ist die „Theorie der horizontalen Sichtweite“, die er bereits mit seiner Habilitationsschrift vorstellte, in den Danziger Jahren experimentell vertiefte und noch in der Darmstädter Zeit durch die Entwicklung von Landemeßgeräten für Flugplätze weiter ausbaute. Überhaupt war die Flugmeteorologie das ihn am meisten interessierende Forschungsgebiet; so beschäftigte er sich auch mit der Wolkenphotogrammetrie, mit Böen und mit Tromben sowie am Forschungsinstitut für Segelflug in München (Vorstand 1956–61) auch mit Konvektionsströmungen. Die Liste seiner wissenschaftlichen Veröffentlichungen umfaßt mehr als 70 Titel, darunter das 1933 erschienene Lehrbuch „Dynamische Meteorologie“ (21941, 31951), das wohl nicht nur als das beste Lehrbuch der theoretischen Meteorologie seiner Zeit angesehen werden kann, sondern auch wesentlich dazu beigetragen hat, die Meteorologie von einer überwiegend deskriptiven zu einer exakten Naturwissenschaft umzuformen.

  • Literatur

    Zs. f. Flugwiss. 15, 1967, S. 517 (P);
    K. Wippermann, in: Meteorolog. Rdsch. 20, 1967, S. 1 f. (P);
    Pogg. VI, VII a;
    Rhd. (P).

  • Autor/in

    Friedrich Wippermann
  • Empfohlene Zitierweise

    Wippermann, Friedrich, "Koschmieder, Harald" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 610 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116342315.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA