• Genealogie

    V Georg, Landwirt;
    M Elisabeth Glückert.

  • Leben

    Nach Abschluß seiner Studien an der Universität Innsbruck und der Philosophisch-Theologischen Hochschule Bamberg wurde K. 1905 zum Priester geweiht. Anschließend war er Kaplan in Schlüsselfeld und Bayreuth, 1911-23 Inspektor beziehungsweise Direktor des Erzbischöflichen Knabenseminars Ottonianum in Bamberg und 1924-35 Stadtpfarrer von Sankt Elisabeth in Nürnberg. Am 10.8.1935 wurde er von Papst Pius XI. zum Weihbischof von Bamberg präkonisiert und von EB Jacobus von Hauck am 13.10. konsekriert. Als Koadjutor mit dem Recht der Nachfolge stand er dem Erzbischof zur Seite und erhielt als Domkapitular das Amt eines Offizials des Erzbischöflichen Konsistoriums und des Vorsitzenden des Diözesancaritasverbandes. Durch seine Predigten auf Jugendkundgebungen und anderen kirchlichen Veranstaltungen, in denen er zur Festigung im Glauben und Treue zu den Oberhirten aufrief, profilierte er sich. – Am 20.1.1943 starb Jacobus von Hauck. Das Domkapitel wählte K. zum Kapitularvikar. Schon am 26.1. ernannte ihn Papst Pius XII. zum Erzbischof und am 9.5. wurde er als 71. Erzbischof feierlich inthronisiert. Am 9.4.1946 wurde er mit dem Pallium bekleidet. In Verehrung seines berühmtesten Vorgängers fügte er seinem Vornamen Joseph als zweiten Otto hinzu. Der Papst stärkte sein Verantwortungsbewußtsein durch zwei Briefe vom 14.4.1943 und 12.3.1944. Am Ende des 2. Weltkriegs gelang es K., Bamberg vor der Vernichtung zu bewahren. Die Schäden, die durch den Krieg sowie durch Einengung des kirchlichen Lebens und durch antireligiöse Propaganda der nationalsozialistischen Machthaber entstanden waren, bemühte er sich unter anderem zu beseitigen durch die von ihm bis in alle Einzelheiten vorbereitete Diözesansynode 1946, durch Intensivierung der Jugendbetreuung und Umbau der Burg Feuerstein zur Jugendheimstätte, durch eine großangelegte Durchmissionierung seines Erzbistums 1946–49, durch seinen Einsatz für die Behebung der Wohnungsnot durch Gründung der Sankt Josephs-Stiftung für kirchliche Siedlungswerke, durch planmäßigen Ausbau von Caritasheimen für Kinder, Alte und Sieche, Wiederherstellung von 13 zerstörten und Bau von 24 neuen Kirchen, Integration der Heimatvertriebenen aus Schlesien und dem Sudetengau, für die 29 Seelsorgs- und 72 Gottesdienststationen errichtet wurden. Neben diesem seelsorglich-organisatorischen und sozial-caritativen Engagement fanden seine Fastenhirtenbriefe, zum Beispiel über Priesterberufe (1943 und 1955), die christliche Hoffnung (1944), den katholischen Familiengeist (1954), und seine Ansprachen bei Jubiläumsfeierlichkeiten über sein Erzbistum hinaus Beachtung.|

  • Auszeichnungen

    Päpstl. Thronassistent; Gr. Verdienstkreuz mit Stern u. Schulterband d. Verdienstordens d. Bundesrepublik Dtld.; Dr. theol. h. c. (Innsbruck 1953).

  • Literatur

    Amtsbl. f. d. Erzdiözese Bamberg, 1943-55;
    Diözesansynode d. Erzdiözese Bamberg, 1947;
    H. Birkmayr, St. Joseph-Stiftung d. Erzdiözese Bamberg 1949–52, 1953;
    P. Kröner, Kath. Liebestätigkeit im Bereich d. Erzdiözese Bamberg, 1955;
    J. Hau, in: Klerusbl. 35, 1955, S. 129-31 (P);
    G. Reinwald, in: Ll. aus Franken VI, 1960;
    J. Kist, Fürst- u. Erzbistum Bamberg, 1962, S. 146 f.;
    B. Schneider (mit P. Blet u. A. Martini, Hrsg.), Die Briefe Pius' XII. an die dt. Bischöfe 1939–44, 1966, S. 232 f., 284-86;
    H. Witetschek, Die kirchl. Lage in Bayern nach d. Regierungspräs.berr. 1933-43 II, 1967, S. 487 (Register).

  • Autor/in

    Bernhard Stasiewski
  • Empfohlene Zitierweise

    Stasiewski, Bernhard, "Kolb, Joseph Otto" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 442 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116310928.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA