Lebensdaten
1874 bis 1955
Geburtsort
Bonn
Sterbeort
Bad Honnef
Beruf/Funktion
Botaniker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116300817 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Körnicke, Max

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Zitierweise

Körnicke, Max, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116300817.html [15.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Friedrich August (s. 1);
    - Bonn 1922 Hildegard. T d. Konrad Cichorius u. d. Elisabeth Kolbe;
    1 S, 3 T.

  • Leben

    K. studierte seit 1893 in Bonn Botanik bei E. Strasburger, F. Noll, A. F. W. Schimper und H. Schenck. Sein anfangs ein Semester lang der Medizin zugewandter Werdegang verlief in breiten Grenzen zwischen moderner Cytologie und klassischer Museumsbotanik. So hatte er im SS 1896 eine Assistentenstelle am Botanischen Museum Göttingen bei A. Peter inne. Nach Rückkehr war er Assistent bei Strasburger und wurde bei ihm 1896 mit einer cytologischen Arbeit zum Dr. phil. promoviert. Danach arbeitete er 1901 während eines Gastaufenthaltes in Kiel bei W. Flemming und F. Meves auf diesem Gebiet weiter und habilitierte sich Ende 1901 mit einer Arbeit über Kern- und Zellstudien, die 1902 auch von der Landwirtschaftlichen Akademie durch Zuweisung einer Privatdozentur annerkannt wurde. 1903-04 war K. bei W. Pfeffer in Leipzig, um dessen pflanzenphysiologische Arbeitsmethoden kennenzulernen. Auf einer ersten Tropenreise mit dem Buitenzorg-Stipendium des Reichskolonialamts konnte K. die Südmolukken, Java, Ceylon und Singapur kennenlernen und seinen Interessen als Sammler und Botaniker nachgehen. Weitere drei Tropenreisen in späteren Jahren vertieften K.s Kenntnisse der überseeischen Flora so entscheidend, daß er verschiedene Stellenangebote, unter anderem aus Peru und Kamerun, erhielt, die er jedoch sämtlich ablehnte. 1908 nahm er den Ruf als Ordinarius und Direktor des Botanischen Instituts an der Landwirtschaftlichen Akademie in Bonn-Poppelsdorf an (1919 ordentlicher Professor, Rektor 1929–31) und blieb dort bis zu seiner Emeritierung (1939); danach vertrat er das Amt nochmals 1941/42. Seit 1908 war K. auch als außerordentlicher Professor (1923 Honorarprofessor) an|der Philosophischen Fakultät der Universität Bonn tätig.

    K. erwarb sich vielfältige Verdienste. Er war wesentlich an der Eingliederung (1934) der Poppelsdorfer Hochschule als neue Landwirtschaftliche Fakultät in die Universität Bonn beteiligt. Aus der von ihm begonnenen Sojazüchtung, die später W. Riede bis über den 2. Weltkrieg hinaus fortsetzte, gingen Sorten hervor, die im westeuropäischen Klima gut ausreiften. Seine seit 1904 betriebenen Untersuchungen über die Wirkungen von Röntgen- und Radiumstrahlen auf Pflanzen lieferten wichtige Ergebnisse für die biologische Dosierungstechnik in der Medizin. Als einer der ersten versuchte K. bei cytologischen Arbeiten die Chromosomenzahl zu ermitteln; seine Detailkenntnisse führten zur Übernahme der einschlägigen Referate bei der Botanischen Zeitung und zur Bearbeitung zahlreicher Veröffentlichungen, darunter dem Abschnitt „Zelle“ in den Schwalbeschen „Jahresberichten der Anatomie und Entwicklungsgeschichte“ und vieler „Handbuchbeiträge“. Besonders nachhaltig wirkte sich auf die Hoch- und Fachschulbotanik K.s langjährige Bearbeitung und Herausgabe der beiden von Strasburger übernommenen Praktika-Bücher aus.

  • Werke

    u. a. Unteres, üb. d. Entstehung d. Sexualorgane v. Triticum, mit bes. Berücksichtigung d. Kernteilungen (Diss.), in: Verhh. d. Naturhist. Ver. d. preuß. Rheinlande, Westfalens u. d. Reg.-Bez. Osnabrück 53, 1896, 2, S. 149-280;
    Botan. Lit. d. Zelle, in: Jber. d. Anatomie u. Entwicklungsgesch. 1904, S. 67-107;
    Centrosomen bei Angiospermen, in: Flora 96, 1906, S. 501-22;
    Eifel u. Venn, 1907 (mit F. Roth);
    Botanik, in: Hdwb. d. Naturwiss. VI, 1913, S. 903-05;
    Über d. extrafloralen Nectarien auf d. Laubblättern einiger Hibisceen, in: Flora NF 11, 1918, S. 526-40;
    Das kl. botan. Praktikum f. Anfänger, 8-141919-54;
    Die Wirkungen d. Röntgenstrahlen auf d. Pflanzen (mit Ausnahme d. Bakterien), in: Hdb. d. ges. med. Anwendungen d. Elektrizität, 1922, 3, S. 157-80;
    Das Botan. Practicum, 4-71913-23;
    Mikroskop. Technik, in: Hdb. d. biolog. Arbeitsmethoden, hrsg. v. E. Abderhalden, T. 1, 1930, S. 1-66;
    Skizzen aus d. Pflanzenleben d. Malaii. Archipels, in: Berr. d. Dt. Botan. Ges. 55, 1937, S. 393-400;
    Die mähr. Eberesche auch im Rheinland, in: Rhein. Naturfreund 4, 1941.

  • Literatur

    W. Kausch, in: Berr. d. Dt. Botan. Ges. 77, 1964, Sonder-Nr. 2 (W, P);
    Rhdb. (P).

  • Portraits

    Gipsrelief (Bonn, Inst. f. Landwirtsch. Botanik).

  • Autor/in

    Walter Kausch
  • Empfohlene Zitierweise

    Kausch, Walter, "Körnicke, Max" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 392 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116300817.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA