Lebensdaten
1882 bis 1967
Geburtsort
Hünern (Kreis Trebnitz, Schlesien)
Sterbeort
Freiburg (Breisgau)
Beruf/Funktion
Rechtshistoriker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 11629065X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Pringsheim, Fritz

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Zitierweise

Pringsheim, Fritz, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11629065X.html [15.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Hugo (1845–1915), Rittergutsbes. b. Breslau (s. Gen. 6);
    M Hedwig Heymann;
    B Ernst G. (s. 6);
    1911 Käthe Rosenheim;
    6 S.

  • Leben

    P. wuchs auf dem Rittergut seines Vaters in der Umgebung Breslaus auf, studierte nach dem 1902 in Breslau abgelegten Abitur Rechtswissenschaft in München, Heidelberg und Breslau und wurde hier 1905/06 bei Otto Fischer zum Dr. iur. promoviert. Nach dem Vorbereitungsdienst in Falkenberg (Oberschlesien), dem Militärdienst 1906/07 und dem 2. Staatsexamen 1911 entschloß sich P. für eine wissenschaftliche Laufbahn als Schüler von Ludwig Mitteis (1859–1921) in Leipzig. In den Blick der Romanisten war mit der Einführung des BGB zunehmend das historische röm. Recht der Antike gerückt. P. habilitierte sich 1915 mit der Arbeit „Kauf mit fremdem Geld“ (1916), worin er die nie widerlegte These aufstellte, daß röm. Recht, im Gegensatz zum griech., sich von dem naheliegenden Rechtsgedanken befreit hatte, wonach der Käufer erst mit der Zahlung des Kaufpreises Eigentum erwerben konnte. Den Probevortrag hielt P., der als Reserveoffizier am 1. Weltkrieg teilnahm, 1915 während eines Fronturlaubs. Auf die Freiburger Dozentenjahre (seit 1920) folgte 1923 ein Ruf auf den Göttinger romanistischen Lehrstuhl, von dem P. 1929 als Nachfolger Otto Lenels (1849–1935) nach Freiburg zurückkehrte. Seine Schüler waren hier u. a. Wilhelm Felgentraeger (1899–1980) und Franz Wieacker (1908–94). 1935 wegen seiner jüd. Herkunft seines Amtes enthoben, ging er nach Berlin, wo er bei der Preuß. Akademie der Wissenschaften eine Anstellung fand, seine Forschungen fortsetzen und im Ausland publizieren konnte. Erst 1939 floh er unter dem|Eindruck seiner Verhaftung und Einlieferung in das KZ Oranienburg, aus welchem er durch Vermittlung eines Assistenten freikam, nach England. Dort lehrte P. in Oxford, wo er in seinem bis heute als Standardwerk geltenden „Greek Law of Sale“ (1950) den Einflüssen nachging, die das griech. Recht in nachklassischer Zeit auf das röm. genommen hat. Vor dem Hintergrund des heilenist. Rechts wußte P. die unverwechselbar eigentümlichen Züge des röm. Rechts umso deutlicher zu zeichnen. Seit 1946 kehrte er jeweils im Sommersemester nach Freiburg zurück, um beim Wiederaufbau des Universitätsunterrichts zu helfen und die akademische Jugend zu einer politisch bewußten, freiheitlichen Haltung hinzuleiten. 1958 übersiedelte er ganz nach Freiburg. In seiner zweiten Freiburger Periode hat P., seinem ursprünglichen Arbeitsplan treu, sich der Erforschung des röm. wie des griech. Rechts gewidmet.|

  • Auszeichnungen

    E. K. I. u. II. Kl.; Dr. iur. h. c. (Athen, Glasgow, Sorbonne), Dr. phil. h. c. (Frankfurt/M.); Mitgl. d. Ak. d. Wiss. in Heidelberg u. Göttingen sowie d. Ac. dei Lincei Rom; Gr. BVK (1957) mit Stern (1962).

  • Werke

    Weitere W Zur Lehre v. d. Abtretung u. Pfändung d. Erbteils, Diss. Breslau 1906;
    Beryt u. Bologna. FS Lenel, 1921, S. 204-85;
    Die archaist. Tendenz Justinians, in: Studi Bonfante 1, 1930, S. 549-87;
    Bonum et aequum, in: ZSRG 52, 1932, S. 78-155;
    Die Entstehungszeit d. Digestenplans u. d. Rechtsschulen, in: Atti del Congresso internazionale di diritto romano Roma 1, 1934, S. 449-94;
    Symbol u. Fiktion in antiken Rechten, in: Studi de Francisci 4, 1956, S. 209-36;
    Ges. Abhh., 2 Bde., 1961.

  • Literatur

    H. E. Troje, in: ZSRG 79.1962, S. 538-47 (vollst. W-Verz. bis 1961);
    F. Wieacker, ebd. 85, 1968, S. 602-12;
    G. G. Archi, in: Studia et Documenta Historiae et Iuris 33, 1967, S. 593-600;
    H. Thieme, in: FAZ v. 1.12.1967;
    E. Bund, in: Bad. Biogrr. NF 1, 1982;
    ders., in: Dt. Juristen jüd. Herkunft, hg. v. H. Heinrichs u. a., 1993, S. 733-44 (P);
    BHdE II.

  • Portraits

    Büste v. Freiin v. Thüna (Inst. f. Rechtsgesch. u. geschichtl. Rechtsvergleichung d. Univ. Freiburg, Br.);
    Foto in: ZSRG 70, 1953.

  • Autor/in

    Elmar Bund
  • Empfohlene Zitierweise

    Bund, Elmar, "Pringsheim, Fritz" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 728 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11629065X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA