Lebensdaten
1826 bis 1881
Sterbeort
München
Beruf/Funktion
Verleger in München ; Eigentümer der Münchner Neuesten Nachrichten ; Mitglied des Landtags
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 116260661 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Knorr, Julius

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Knorr, Julius, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116260661.html [18.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Ludwig (1783–1852), Kaufm. u. Magistratsrat in M., S d. Sebastian, kurbayer. Sekr. u. Gerichtsschreiber in Dachau, u. d. Maria Anna Leythäuser;
    M Elise (1791–1866), T d. Kaufm. Angelo Sabbadini (1753–1837) in M. u. d. Maria Elis. Reinweller;
    Ov Thomas (1784–1840), Ministerialrat, Gen.administrator d. Zölle (s. Schärl);
    Vt Joseph v. K. (1809-90), Oberbergdir. in M..;
    - 1848 Josephine (1830–72), T d. Joh. Jakob Rottmanner, Dir. d. Strafanstalt Plassenburg b. Kulmbach, u. d. Marianne Hirschhorn;
    4 S (2 früh †), 5 T (1 früh †), u. a. Thomas (s. 2), Hermann (1861–1913), Elise (⚭ Georg Hirth, 1916, Verleger, s. NDB IX);
    N Ludwig (s. 3).

  • Leben

    Zum Kaufmann bestimmt, studierte K. einige Semester Jura und betrieb dann eine Essig- und Spirituosenfabrik. Als Student beteiligte er sich 1848 an den Münchener Februar-Unruhen und besuchte im Juni zusammen mit seinem Bruder Ludwig den deutschen demokratischen Kongreß in Frankfurt/Main. Er war Mitglied des demokratischen Vereins und des Vereins für Volksrecht und gehörte zu den Mitbegründern des Volksbildungs- und Arbeiterbildungsvereins in München. Sein soziales Empfinden und Engagement bestimmten seine politische Haltung zeitlebens ebenso wie sein Eintreten für freiheitliche Rechte und – besonders seit 1866 – für die kleindeutsche Lösung. 1860 wurde er Mitglied des Nationalvereins. Er beteiligte sich an der Gründung der bayerischen Fortschrittspartei, die er 1869-71 als Abgeordneter im Landtag vertrat. Zu seinen politischen Freunden gehörten Franz Schenk von Stauffenberg und Chlodwig Fürst zu Hohenlohe-Schillingsfürst, dessen Regierung 1867-69 er publizistisch unterstützte.

    1862 erwarb K. für 90 000 Gulden die „Neuesten Nachrichten aus dem Gebiete der Politik“, die vom Faktor der Wolfschen Buchdruckerei, Carl Robert Schurich, am 9.4.1848 in München gegründet worden waren und eine Auflage von circa 20 000 Exemplaren aufwiesen. Die „Neuesten Nachrichten“ waren ein reines Informationsblatt, das auf 4 Seiten in Oktavformat Auszüge aus der Augsburger „Allgemeinen Zeitung“, der „Norddeutschen Korrespondenz“ und anderen Zeitungen enthielt. Auch unter der Redaktion von H. Albrecht, den K. berufen hatte, wurde diese farblose Linie beibehalten. Eine grundlegende Änderung trat seit 1865 unter August Vecchioni ein, den K. seit 1848 kannte. Vecchioni war damals Sekretär des revolutionären Märzvereins in München und Herausgeber des radikal-demokratischen, gegen Monarchie und Kirche gerichteten „Garaus“ gewesen. Zusammen mit K. wurde er nunmehr zum Mittelpunkt der Münchener Liberalen, deren Haltung in den „Neuesten Nachrichten“ vertreten wurde. Das galt für die Lösung der deutschen Frage, für den Kulturkampf, den Schutzzoll, das Sozialistengesetz und die Sozialreform. Es ist das Hauptverdienst K.s und Vecchionis, über die „Neuesten Nachrichten“, die sich rasch zur bedeutendsten bayerischen Tageszeitung entwickelten, liberales Gedankengut in Bayern propagiert und den Eintritt Bayerns ins Bismarcksche Reich publizistisch vorbereitet und unterstützt zu haben.

  • Autor/in

    Franz Menges
  • Empfohlene Zitierweise

    Menges, Franz, "Knorr, Julius" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 217 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116260661.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA