Lebensdaten
1811 bis 1861
Geburtsort
Köln
Sterbeort
Köln
Beruf/Funktion
Kölner Verleger ; Zeitungsverleger ; Drucker
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 116250771 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Du Mont, Karl Joseph
  • Mont, Joseph du
  • Du Mont, Joseph
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Zitierweise

Du Mont, Joseph, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116250771.html [17.10.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Marcus (1784–1831), erwarb 1805 v. den Erben Schauberg die „Kölnische Zeitung“ mit Druckerei (s. ADB V), S des Franz Heinr. Jos. (1751–87), Tabakfabrikant u. Ratsherr in Köln;
    M Katharina (1779–1845), T des Joh. Nicolaus Schauberg (1730–1816), Hauptgerichtsschöffe u. Polizeikommissar in Düsseldorf, dann Druckereibesitzer in Köln; Großonkel väterlicherseits Joh. Maria Nic. (1743–1816), Seifenfabrikant, Freund Wallrafs, 1794 letzter gewählter Bgm. v. Köln, versuchte 1795/96 vergeblich vor dem Convent in Paris die Rechte der Stadt gegenüber der franz. Verwaltung zu verteidigen, 1804 Rat der Präfektur des Roerdepartements, 1815 Landesdirektorialrat (s. ADB V);
    1833 Joh. Juliana (1810–53), T des Joh. Kode u. der Juliane Wesp;
    T Christine ( August Libert Neven, 1832–96, seit 1882 Neven D., Nachf. des Schwiegervaters, gründete 1871 die „Straßburger Post“).

  • Leben

    Nach dem Schulbesuch (Katholisches Gymnasium Köln; Jesuitenpensionat Brig/Wallis 1826) trat D. bei Friedrich Fleischer in Leipzig in die Buchhändlerlehre und 1831 zur weiteren Ausbildung in die Buchhandlung Friedr. Pustet in Regensburg ein. Nach dem frühen Tode des Vaters, der, mehr Gelehrter als Kaufmann, 1805 das Geschäft von den Erben Schauberg erworben hatte, übernahm er mit 20 Jahren an der Seite der Mutter, die bis Ende 1844 die eigentliche Inhaberin blieb und mit Geschäftssinn und praktischem Blick – neben dem Unternehmungsdrang des Sohnes – mehr das konservative Element vertrat, den Verlag der Kölnischen Zeitung und die Du Mont-Schaubergische Druckerei und Buchhandlung in Köln. Buchverlag und Sortimentsbuchhandlung gingen allmählich an den Bruder Michael über, während D. sich ganz der Entwicklung der Kölnischen Zeitung und der Druckerei widmete. D. war einer der ersten im Rheinland, der in den Zeitungsverlag den Geist der Unternehmung trug; in diesem Zweig war er der eigentlich führende Kopf. Als die Kölnische Zeitung nach der napoleonischen Unterdrückung 1814 durch Marcus D. neugegründet worden war, stand die große Entwicklung des Zeitungswesens in Deutschland vor der Tür, wenn auch der Druck der vormärzlichen Zensur sehr heikel und hemmend blieb. D. erfaßte schon früh den Sinn seiner Aufgabe: nicht der Zensur, sondern der wirklichen Meinung seiner Zeit zu dienen, die von den aufsteigenden Mächten der bürgerlichen Gesellschaft bestimmt wurde. Sein Unternehmen stand von vorneherein unter der amtlichen preußischen Pressezensur bis zur Verkündung der Pressefreiheit im Frühjahr 1848; das Verhältnis zur Regierung blieb aber auch weiterhin gespannt. Auf der anderen Seite bekämpfte ihn der politische Katholizismus der „Ultramontanen“. War es ihm durch persönlichen Einsatz gelungen, die Kölnische Zeitung vom lokal-kölnischen zum Organ gesamtdeutscher Angelegenheiten und damit zum Weltblatt zu erheben, so wurde sie dies im besonderen Maße, als D. mit dem Chefredakteur Karl Heinrich Brüggemann, einem Manne romantisch-nationaler Grundhaltung, jene Hinwendung zum politischen Liberalismus vollzog, die für den weiteren Aufstieg der Zeitung bestimmend werden sollte. Im Frühjahr 1843 begab sich D. entschieden in das Lager der politischen Opposition. Von seinen großen Leistungen, die neben den dauernden Kämpfen früh seine Kräfte verzehrten, sei hervorgehoben die für damalige Verhältnisse ungewöhnlich intensive|Förderung des Nachrichtendienstes, der Berichterstattung und der Entwicklung der Mittel der technischen Herstellung. Auch den Leitartikel führte er als einer der ersten ein; für ihn schrieben unter anderem Karl Heinrich Hermes, Karl Andree, Franz Anton von Wolfers, Eugen Alexander Schwanbeck, Heinrich Kruse und Brüggemann selber. Zeitungsgeschichtlich bedeutsam wurde seine Einführung des Zeitungsromans und vor allem des regelmäßigen Feuilletons, 1845-52 von Levin Schücking geleitet, zu dessen Mitarbeitern unter anderem K. Gutzkow, Schücking selber, Berthold Auerbach, Willibald Alexis und Annette von Droste-Hülshoff, im besonderen auch Angehörige des rheinisch-westfälíschen Dichterkreises zählten (K. Simrock, G. Kinkel, F. Freiligrath und so weiter). Damit gehörte sein Mitarbeiterstab zu den angesehensten in Deutschland. In der Geschichte des Zeitungswesens wird der früh verstorbene D. stets als bedeutende, weitvorausschauende schöpferische Kraft verzeichnet bleiben. „Kaufmann und Unternehmer ganz und gar, war er kein materialistischer Klüngler und Spekulant, sondern ein Mann von Überzeugung, ein guter Liberaler und ein frommer Katholik zugleich“ (Buchheim).

  • Literatur

    ADB V;
    K. Buchheim, Gesch. d. Köln. Ztg., ihre Besitzer u. Mitarbeiter II, Von d. Anfängen J. D.s bis z. Ausgang d. dt. Bürgerl. Rev. 1831-50, 1930. - Zur Fam.: Die Fam. D. u. Schauberg in Köln, hrsg. v. Mich. Du Mont, 1868;
    J. Neven Du Mont, Fam. Neven, 1902;
    E. v. d. Nahmer, Gesch. d. Kölnischen Ztg. I. (1802–31), 1920.

  • Autor/in

    Detmar Heinrich Sarnetzki
  • Empfohlene Zitierweise

    Sarnetzki, Detmar Heinrich, "Du Mont, Joseph" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 190 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116250771.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA