Lebensdaten
1739 bis 1812
Geburtsort
Hamburg
Sterbeort
Halle/Saale
Beruf/Funktion
Mathematiker ; Physiker ; Professor der Mathematik in Helmstedt und Halle an der Saale
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 116240210 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Klügel, Simon Georg
  • Klügel, Georg Simon
  • Klügel, Simon Georg

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Zitierweise

Klügel, Georg Simon, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116240210.html [15.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Augustin (†1773), Makler in H.;
    M Sara (1709–57), T d. Schneiders Anton Christian Hünten in H.;
    Hamburg 1769 Elisabeth Karol. Henriette (1750–1832), T d. Postmeisters W. A. Berendes;
    8 K, u. a. Charlotte (⚭ Karl Gottlieb Jacob, 1813, Arzt, s. NDB X*).

  • Leben

    K. genoß eine sorgfältige Erziehung. Bereits während seiner Gymnasialzeit am Hamburger Johanneum wurde er durch seinen Lehrer J. G. Büsch für die Mathematik interessiert. Dennoch widmete er sich am Anfang seines Studiums in Göttingen (seit 1760) zunächst der Theologie, ehe er sich unter dem Einfluß A. G. Kästners der Mathematik zuwandte. 1763 wurde er promoviert mit einer Arbeit über die Parallellinien, die ihm 4 Jahre später eine ordentliche Mathematikprofessur in Helmstedt eintrug, nachdem er 1765-67 in Hannover die gelehrten Artikel des dortigen Intelligenzblattes verfaßt hatte. K. entwickelte eine rege, zahlreiche Wissensgebiete umspannende Tätigkeit, die er seit 1787 in Halle als Nachfolger von W. J. G. Karsten und ordentlicher Professor für Mathematik und Physik (1797–98 Rektor) 20 Jahre lang bis 4 Jahre vor seinem Tode fortsetzte. Das ihm gleichzeitig angebotene Direktorat der im Bau befindlichen Sternwarte übernahm er 1788.

    K., der kombinatorischen Schule K. F. Hindenburgs nahestehend, zählte zu den berühmtesten Mathematikern seiner Zeit, ohne diese Wissenschaft durch eigene Forschungen nennenswert gefördert zu haben. Seine Stärke war vielmehr seine umfassende, enzyklopädisch ausgerichtete Gelehrsamkeit und sein sicheres Empfinden für deren bestmögliche praktische Verwertung durch gründlich ausgearbeitete, gut verständlich geschriebene Werke, zum Beispiel über Optik, Meteorologie, die beste „Einrichtung von Feuerspritzen“ (1774) sowie durch eine Reihe von Unterrichtswerken für die „artige“ Jugend. Ein Großteil seiner Arbeitskraft wurde in Anspruch genommen durch die Ausarbeitung und wiederholte Verbesserung seiner „Enzyklopädie, oder zusammenhängender Vortrag der gemeinnützigen Kenntnisse“ (3 T., 1782–84; 21792-1817, 7 T.), von der einzelne Teile in zahlreichen Auflagen auch als selbständige Monographien erschienen. Sein mathematisches Hauptwerk, das „Mathematische Wörterbuch“, konnte er nach Abschluß des 3. Bandes jedoch nicht mehr selbst vollenden (Band 1-3 1803-08; Band 4, 5 u. 2 Supplementbände, 1823–36, von C. B. Mollweide u. J. A. Grunert). Wie auch etliche seiner rund 70 kleineren Abhandlungen, macht dieses Werk K.s historisch-biographische Interessen besonders deutlich. Seine Beiträge verteilen sich auf 14 gelehrte Zeitschriften, darunter die „Commentationes“ der Gesellschaft der Wissenschaft in Göttingen und Hindenburgs Archiv der Mathematik; allein 29 astronomische Artikel enthält Bodes Astronomisches Jahrbuch. – K.s Wirkung als Hochschullehrer ist angesichts der wenigen studentischen Hörer und deren unvollkommener mathematischen Kenntnisse nur gering zu veranschlagen. Dagegen wurde K.s mathematisches und physikalisches Wissen in Preußen hoch geschätzt; er erhielt das zweithöchste Salär in der Philosophischen Fakultät.|

  • Auszeichnungen

    Mitgl. d. Ak. d. Wiss. v. Petersburg, Berlin u. Göttingen, Ehrenmitgl. d. ökonom. Ges. zu Leipzig.

  • Literatur

    ADB 16;
    Allg. Lit.-Ztg., Nr. 200 v. 18.8.1812, Sp. 751 f.;
    Joh. Martin Müller, Hist. Beweis, daß d. Johanneum in Hamburgs Wohl u. Ruhm e. großen Einfluß gehabt habe u. noch habe, 1781, S. 28 (Nr. 30 d. Primaner v. 1754–73);
    Lex. d. hamburg. Schriftsteller IV, 1866, S. 65 ff. (W-Verz.);
    Nouv. Biogr.;
    Pogg. I.

  • Portraits

    Stich v. G. A. Liebe n. Zeichnung v. Rieter, in: Allg. dt. Bibl. 92, 1790.

  • Autor/in

    Eberhard Knobloch
  • Empfohlene Zitierweise

    Knobloch, Eberhard, "Klügel, Georg Simon" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 135 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116240210.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Klügel: Georg Simon K., Mathematiker und Physiker, 1739—1812. Er war als der Sohn eines Maklers am 19. August 1739 in Hamburg geboren, hatte daselbst das Johanneum und Gymnasium academicum besucht und auf diesen, vornehmlich durch den trefflichen Büsch angeregt, bereits tiefer gehende Studien in der Mathematik und Physik gemacht. Doch wandte er sich, als er 1760 auf die Universität nach Göttingen überging, zuerst dem Studium der Theologie zu. Der Einfluß von Kästner, mit den er in näheren Umgang kam, führte ihn wieder den mathematischen Studien zu und vermochte ihn, sich denselben ausschließlich zu widmen. Nach fünfjährigem Aufenthalte in Göttingen übernahm er 1765 die Besorgung der gelehrten Artikel im Intelligenzblatte in Hannover, wurde aber bereits im März 1767 zum ordentlichen Professor der Mathematik in Helmstedt ernannt; Ostern 1788 wurde er in gleicher Eigenschaft — auch für Physik — an die Universität Halle berufen. In diesem Amte starb er, nachdem er bereits seit 1808 in Folge von Ueberanstrengung an Krämpfen gelitten hatte, am 4. August 1812. K. galt für einen der ersten Mathematiker seiner Zeit; wenn auch eine eigentliche Förderung der Wissenschaft von ihm nicht ausgegangen ist, so hat er sich doch durch sein hervorragendes Geschick in der praktischen Anwendung der Mathematik, wie es vornehmlich auch in seinem Hauptwerke, dem mathematischen Wörterbuche (1—3, 1803—1808; fortgesetzt von Mollweide und Grunert, 1823—36) hervortritt, namhafte Verdienste erworben. Außer dem Wörterbuche sind seine Hauptarbeiten folgende: „Analytische Trigonometrie", 1770; „Von der besten Einrichtung der Feuerspritzen", 1774; Priestley's Geschichte der Optik, übersetzt mit Zusätzen, 2 Thle., 1775, 1776; „Analytische Dioptrik", 1778; „Encyklopädie oder zusammenhängender Vortrag der gemeinnützigsten Kenntnisse", 1782 ff.; „Geometrische Entwicklung der .. stereographischen Projection“, 1788; „Die gemeinnützigsten Vernunftkenntnisse“, 1793; überaus groß ist die Zahl der kleineren Schriften, unter denen selbst Kinderbücher sich befinden.

    • Literatur

      Nekrolog im Hallischen Wochenblatte von A. H. Niemeyer, 1812, S. 561. J. M. Müller, Histor. Beweis, S. 28. Hamburg. Schriftstellerlexikon, IV, S. 65—73; daselbst ein vollständiges Verzeichniß seiner Schriften.

  • Autor/in

    R. Hoche.
  • Empfohlene Zitierweise

    Hoche, Richard, "Klügel, Georg Simon" in: Allgemeine Deutsche Biographie 16 (1882), S. 253 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116240210.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA