Lebensdaten
1874 bis 1956
Geburtsort
Zittau (Sachsen)
Sterbeort
Erlangen
Beruf/Funktion
klassischer Philologe
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 116235101 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Klotz, Alfred

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Zitierweise

Klotz, Alfred, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116235101.html [10.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Richard (1846–92), Prof. am Staatl. Gymnasium in Leipzig, Erforscher d. röm. Dichtkunst (s. Bursian BJ 78, W), S d. Reinhold (1807–70), Prof. d. Klass. Philol. in Leipzig, Hrsg. e. lat. Wörterbuchs (s. ADB 16), u. d. Emilie Marie Antonie Müller;
    M Helene, T d. Dr. iur. Hermann Scherell, Rechtsanwalt in Leipzig, u. d. Karoline Heine;
    Tante-v Helene (⚭ Heinrich Goldhorn, 1811–74, Prof. in Leipzig);
    - Blankenese 1906 Elsa Jens;
    1 S, 2 T.

  • Leben

    K. bezog 1892 die Universität Leipzig und promovierte dort 1896 bei Otto Ribbeck, der neben|Otto Immisch entscheidenden Einfluß auf ihn ausübte, mit Untersuchungen zu dem römischen Dichter Statius. Er arbeitete einige Zeit am Thesaurus linguae Latinae in München, ging 1905 als Privatdozent an die Universität Straßburg, wo Richard Reitzenstein lehrte, und 1911 als Ordinarius für klassische Philologie an die Deutsche Universität Prag. 1920 wurde er in gleicher Eigenschaft an die Universität Erlangen berufen und hier 1939 als Geheimer Regierungsrat emeritiert. – K. wissenschaftliches Werk ist an Umfang wie an Gehalt bedeutend. Es umfaßt zunächst Editionen lateinischer Autoren, von denen sich die Ausgaben Cäsars (1921–27, teils mehrere Auflagen), vieler Reden Ciceros (seit 1914) und der Gedichte des Statius (seit 1899) für lange Zeit kanonische Geltung erwarben; sie sind dank K. Gründlichkeit und besonnenem Urteil noch heute von hohem Wert. Für sein letztes Werk, eine Ausgabe der altrömischen Tragikerfragmente (1953), gilt ein Gleiches nur mit Einschränkung. Außerdem schrieb K. – neben Hunderten von Buchrezensionen – zahlreiche Monographien und Aufsätze, die zumeist römische Autoren und ihren griechischen Quellen gewidmet sind. Als Forscher behandelte er mit Vorliebe solche Probleme, die die moderne Literaturwissenschaft oft zu Unrecht als „Vorfragen“ abtut. Es überwiegen Fragen der Textkonstitution und Einzelerklärung, die er freilich stets in größerem Zusammenhang sah; so hat er in seinen „Cäsarstudien“ (1910) über die geographischen Interpolationen des Cäsartextes richtiger geurteilt als viele nach ihm, doch auch Wesentliches zu den Quellen von Cäsars Exkursen gesagt. Sein größtes Verdienst hat sich K. wohl um die Methode der Quellenforschung erworben, die das 19. Jahrhundert begründet hatte; er hat sie zu derartiger Feinheit ausgebildet, daß viele seiner Ergebnisse noch heute Bestand haben. Das gilt für den Bereich der antiken Historiographie (Livius, Appian), doch auch für die Exempelsammlung des Valerius Maximus und die geographischen Angaben in Plinius' Naturgeschichte; auf andere Gebiete wie die römische Komödie hat K. ähnliche Methoden angewandt. Die Vorzüge seiner Arbeitsweise ebenso wie die Grenzen, die er sich setzte, zeigten beispielhaft seine einbändige „Geschichte der römischen Literatur“ (1930): Für Studenten und Gymnasiallehrer, nicht für ein breiteres Publikum bestimmt, bietet sie vor allem Fakten und charakterisiert treffend Autoren und Werke, verzichtet aber auf Pathos und auf jeden Ausflug in den Bereich des Schöngeistigen.

  • Werke

    Weitere W u. a. Curae Statianae, Diss. Leipzig 1896;
    Quaestiones Plinianae geographicae, 1906;
    Kommentar z. Bellum Hispaniense, 1927;
    Appians Darst. d. 2. Pun. Krieges, 1936;
    Livius u. s. Vorgänger, H. 1-3, 1940 f.;
    Stud. zu Valerius Maximus u. d. Exempla, in: SB d. Bayer. Ak. d. Wiss., Phil.-hist. Abt., 1942, H. 5.

  • Literatur

    E. Bickel, in: FF 20, 1944, S. 141 f.;
    O. Seel, in: Gnomon 28, 1956, S. 398-400;
    Rhdb.

  • Autor/in

    Klaus Stiewe
  • Empfohlene Zitierweise

    Stiewe, Klaus, "Klotz, Alfred" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 126 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116235101.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA