Lebensdaten
1839 bis 1906
Sterbeort
Czernowitz (Bukowina)
Beruf/Funktion
Gynäkologe ; Geburtshelfer
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 116219289 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Kleinwächter, Ludwig

Quellen(nachweise)

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Verknüpfungen auf die Person andernorts

Weitere Erwähnungen in der NDB/ADB

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Kleinwächter, Ludwig, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116219289.html [19.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Alois (1807–40), Dr. iur., Komponist (s. ÖBL), S d. Ignaz ( 1845), Großkaufm., verdient um d. Prager Musikleben;
    M Friederike Helminger;
    Prag 1872 Marie (1854- n. 1909), T d. Ferdinand Weber Rr. v. Ebenhof (1819–93), Prof. d. Geburtshilfe in Prag (s. ADB 41; BLÄ), u. d. Auguste Wagner;
    S Friedrich (s. 1).

  • Leben

    K. studierte in Prag Medizin. 1863 promovierte er und wurde darauf Sekundärarzt am Allgemeinen Krankenhaus in Prag. 1868-72 nahm ihn B. Seyfert als Assistent an die geburtshilfliche Klinik. Seine Habilitation zum Privatdozenten für Geburtshilfe erfolgte 1871, 1875 wurde er zum außerordentlichen Professor ernannt. Er entfaltete eine rege Lehrtätigkeit, hielt Operationskurse, eine gynäkologische Poliklinik und Kollegien über praktische Geburtshilfe ab.

    1878 erhielt K. einen Ruf auf ein Ordinariat nach Innsbruck. Auf seine Anregung hin wurde 1880 die aseptische Wochenbettpflege in Tirol amtlich vorgeschrieben. Da er das Gefühl hatte, in seiner Lehrtätigkeit behindert zu werden, gab er 1881 seinen Innsbrucker Lehrstuhl auf und eröffnete eine Praxis in Czernowitz, wo sein Bruder Friedrich Ordinarius für Staatswissenschaften war. Obwohl er einen Ruf nach Amerika abgelehnt hatte, sollte seine Hoffnung, eine andere Lehrkanzel in Österreich zu erhalten, unerfüllt bleiben.

    K.s Arbeiten behandeln hauptsächlich geburtshilfliche und gynäkologische Probleme. Trotz seiner praktischen Tätigkeit in Czernowitz entfaltete er noch eine ausgeprägte wissenschaftliche schriftstellerische Tätigkeit. Außer Monographien hat er über 150 Aufsätze in den verschiedensten wissenschaftlichen Zeitschriften geschrieben.

  • Werke

    u. a. Die Lehre v. d. Zwillingen, 1871 (Habil.-schr.);
    Grundriß d. Geburtshilfe f. Studierende u. prakt. Ärzte, 1877, 21881;
    Geburtshilfl. Phantome, darstellend ausgetragene Früchte, geboren in d. Hinterhauptslage u. Stirnlage …, 1878;
    Die künstl. Unterbrechung d. Schwangerschaft, 1879, 31902;
    Lehrb. d. Hebammenkunst, 1879;
    Die geschichtl. Entwicklung d. Geburtshilfe mit gleichzeit. Berücksichtigung d. Gynäkol., in: Hdb. d. Geburtshilfe, hrsg. P. Müller, 1889.

  • Literatur

    R. Roth, Die Personalbibliogrr. d. Professoren u. Dozenten d. Augenheilkde., Dermatol., Gerichtsmed., Gynäkologie, Innere Med., Pädiatrie, Pharmakol., Psychiatrie u. Zahnheilkde. an d. med. Fak. d. dt. Karl-Ferdinand-Univ. in Prag im ungefähren Zeitraum v. 1848–80, 1972, S. 33-64;
    BLÄ;
    ÖBL.

  • Autor/in

    Erhart Kahle
  • Empfohlene Zitierweise

    Kahle, Erhart, "Kleinwächter, Ludwig" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 9 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116219289.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA