Lebensdaten
1845 bis 1920
Geburtsort
Rom
Sterbeort
Teisendorf bei Reichenhall
Beruf/Funktion
Epigraphiker ; Numismatiker
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 116218010 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Dressel, Heinrich

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Zitierweise

Dressel, Heinrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116218010.html [13.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Albert (1808–75), Privatgelehrter, zeitweise Sekretär des preußischen Gesandten beim Vatikan K. v. Bunsen, Hrsg. v. Kirchenvätern, der „Patrum apostolicorum opera“ (1857/63) (s. ADB V);
    M Anna Baldassari (1810–83) aus Rom; ledig.

  • Leben

    Nach Jugendjahren in Rom kam D. als Schüler nach Berlin und erhielt 1868 mit 23 Jahren das Reifezeugnis. Abermalige widrige Umstände erlaubten ihm nur 1868/69 in Berlin zu studieren, unter anderem bei Mommsen und Curtius. Eine Arbeit über die Quellen der Epitome des Aurelius Victor wurde 1871 von der Berliner Universität, eine andere über die Quellen der Origines des Isidor 1873 von der Berliner Akademie preisgekrönt. Ein Teil der letzteren erschien als Göttinger Dissertation 1874. Durch Mommsen für das Inschriften-Corpus (CIL) gewonnen, bereiste D. 1874-78 Italien und sammelte Material für die Bände IX und X des CIL, daneben unermüdlich sein archäologisches Wissen vertiefend und eine Reihe von wichtigen wissenschaftlichen Aufsätzen veröffentlichend. Ab 1878 widmete er sich in Rom vornehmlich den Inschriften auf Kleingerät, die als sogenanntes Instrumentum Domesticum im Band XV des CIL 1891 und 1899 veröffentlicht wurden. Durch ihn wurde so die Fülle der Ziegelstempel und Fabrikationsmarken antiken Tongeschirrs und so weiter für eine wissenschaftliche Auswertung in unerreichter Weise erschlossen. – Nur zögernd folgte D. 1885 von Rom aus, wo er 1877 Mitglied des Archäologischen Instituts und 1878 Professor geworden war, einem Ruf an die antike Abteilung des Berliner Münzkabinetts. 1898 wurde er zu ihrem Direktor ernannt. Zurückgezogen, verschlossen, mißtrauisch gegen jeden und doch von unübertroffener Sachkenntnis und feinstem Stilgefühl veröffentlichte er seitdem nur noch wenig, sondern widmete seine ganze Kraft der Ordnung und Erweiterung der Sammlungen, die unter ihm durch den Ankauf der Sammlungen Imhoof und Lübbecke und den Erwerb von fünf der berühmten goldenen Preismedaillen aus dem Fund von Aboukir erst ihren eigentlichen Ruf erhielten. Auch die Nutzbarmachung der römischen Münzen für die topographische Forschung in Rom ist sein Verdienst. 1902 wurde er in die Berliner Akademie berufen und beauftragt, die Herausgabe des Corpus der antiken Münzen zu leiten. Den vielen methodischen und organisatorischen Schwierigkeiten war er jedoch nicht gewachsen, zumal er es trotz aller Hilfsbereitschaft seinen wenigen Freunden gegenüber nicht verstand, seine scharfe und sachlich stets berechtigte Kritik fördernd wirksam werden zu lassen. D. hinterließ ein umfangreiches Manuskript über die römischen Medaillen des Berliner Münzkabinetts, dessen Druck noch nicht abgeschlossen werden konnte.

  • Literatur

    K. Regling, in: Zs. f. Numismatik 33, 1921, S. 1-18 (W-Verz., P, dazu Nachtrag v. M. v. Bahrfeldt, Numismat. Lit.Bl., 1921, S. 1823 f.);
    H. Dragendorff, Gedächtnisrede auf H. D., in: SB d. Ak. d. Wiss. Berlin, 1921, S. 487-91;
    DBJ II (Tl. 1920, L).

  • Autor/in

    Peter Robert Franke
  • Empfohlene Zitierweise

    Franke, Peter Robert, "Dressel, Heinrich" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 111 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116218010.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA