Lebensdaten
1843 bis 1907
Geburtsort
Meppen/Ems
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Versicherungsfachmann ; erster Präsident des Reichsversicherungsamtes
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 116217626 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Bödiker, Tonio Wilhelm Laurenz Karl Maria
  • Bödiker, Anton
  • Bödiker, Tonio
  • mehr

Verknüpfungen

Verknüpfungen auf die Person andernorts

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Bödiker, Tonio, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116217626.html [14.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Wilhelm (1814–92), Kreishauptmann, S des Laurenz, Obergerichtsvizepräsident, und der Maria Rushel;
    M Maria (1822–1906), T des Anton Heyl, Hofgerichtsrat, und der Sophia Rushel;
    Johanna Devens.

  • Leben

    Nach Studium in Berlin und Göttingen war B. zunächst im hannoverischen, dann im preußischen Verwaltungsdienst und vorübergehend (1871-73) Hilfsarbeiter im preußischen Ministerium des Innern. 1881 wurde er als vortragender Rat im Reichsamt des Inneren mit der Bearbeitung des Gewerbe- und Versicherungswesens beauftragt. Er erwarb sich die Anerkennung Bismarcks, als er für den erkrankten Staatssekretär H. von Boetticher im Reichstag eine umfangreiche Novelle zur Reichsgewerbeordnung mit Geschick und Erfolg vertreten hatte; 1881/82 entwarf er das Reichsversicherungsgesetz, durch das die Privatversicherungsgesellschaften unter Reichsaufsicht gestellt werden sollten, was aber erst 1901 verwirklicht wurde. Nach dem Ausscheiden des Geheimen Rats Lohmann übertrug Bismarck ihm zusammen mit Geheimrat Gamp die Ausarbeitung des 3. Entwurfs zum Unfallversicherungsgesetz auf berufsgenossenschaftlicher Grundlage. Am 11.7.1884 wurde B. Präsident des neu geschaffenen Reichsversicherungsamts, mit dessen Hilfe er die Organisation der Berufsgenossenschaften trotz anfänglichen Mißtrauens des Unternehmertums und der Arbeiterschaft in kurzer Zeit ins Leben rief und bald weiter ausbaute. Sein Fernziel, aus dem Reichsversicherungsamt ein sozialpolitisches Fachministerium zu machen, konnte er wegen des Widerstands des Reichsamts des Innern nicht erreichen. Er schied deshalb im Juni 1897 aus dem Reichsdienst aus und trat als Generaldirektor in die Firma Siemens & Halske in Berlin ein, deren Aufsichtsrat er seit 1903 angehörte.

  • Werke

    Die Zulässigkeit d. Rechtsweges u. d. Kompetenzkonflikte in d. Prov. Hannover, 1870;
    Die Kommunalbesteuerung (local taxation) in England u. Wales, 1873;
    Die Unfallgesetzgebung d. europ. Staaten, 1884;
    Die gesetzl. Regelung d. Feingehalts d. Gold- u. Silberwaren, 1886;
    Die Gewerbe- u. Versicherungsgesetzgebung d. Dt. Reiches, 21887, Nachtrag 1889;
    Die Arbeiterversicherung in d. europ. Staaten, 1895;
    Die Reichsversicherungsgesetzgebung, 1899.

  • Literatur

    R. Bödiker, Der 1. Präs. d. Reichsversicherungsamts, in: Reichsarbeitsbl., 1943, Nr. 16, II, S. 236 ff.;
    BJ XII (Totenliste 1907, L);
    Eigene Archivstud. d. Vf.

  • Portraits

    Dt. Museum München (P -Slg.).

  • Autor/in

    Walter Vogel
  • Empfohlene Zitierweise

    Vogel, Walter, "Bödiker, Tonio" in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 375 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116217626.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA