Lebensdaten
1717 bis 1797
Geburtsort
Hof (Saale)
Sterbeort
Baiersdorf bei Erlangen
Beruf/Funktion
evangelischer Theologe
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 11621595X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Bodenschatz, Georg Johann Christoph
  • Bodenschatz, Johann Christoph Georg
  • Bodenschatz, Georg
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Zitierweise

Bodenschatz, Georg, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11621595X.html [17.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Johann Jakob ( 1729), bis 1714 dänischer Regimentsquartiermeister, zog dann nach Hof, seit 1720 Amtsschösser des Grafen Heinrich VIII. in Gera;
    M Maria Elisabeth Stromer;
    1741 Anna Maria ( 1793), T des Hauptzolleinnehmers Arzberger in Baiersdorf.

  • Leben

    B. wurde während des Besuchs der Ritterakademie in Erlangen privatim von J. Ch. Sartorius gefördert und studierte in Jena bei Hoffmann orientalische Sprachen und Theologie bei J. G. Walch. Heimgekehrt, nahm er Unterricht bei dem gelehrten Rabbi Aaron Michael von Brück bei Erlangen. 1740 wurde B. Pfarrer in Uttenreuth, 1764 in Frauenaurach und 1780 Superintendent in Baiersdorf. Einen Ruf als Professor für orientalische Sprachen in Erlangen (1750) lehnte er ab, desgleichen die ihm von der Reichsgräfin Anna Constanze von Cosel angebotene Stelle in Stolpe bei Dresden. Für die judaisierende Gräfin (1670–1765) hat er den Mischnatraktat Pirke Abot, das jüdische Gebetbuch und die Streitschrift Chissuq Emuna des Karäers Isaak ben Abraham Troki übersetzt (ungedrucktes Manuskript, Verbleib unbekannt). Sein den früheren Darstellungen (Buxtorf, Anton, Lundius usw.) überlegenes Hauptwerk behandelt Lebensumstände, Gottesdienst, Ritus, Glaubens- und Lehrsätze der Juden auf Grund eigener Beobachtungen. Es ist wegen seiner Vorurteilsfreiheit eine beachtliche Quelle für die Zeremonialpraxis der Juden in Deutschland vor der Emanzipation. Wertvoll sind auch die zahlreichen eigens für dieses Werk angefertigten Kupferstiche.

  • Werke

    Kirchl. Verfassung d. heutigen, sonderl. d. dt. Juden, 4 T. mit Kupfern, Erlangen u. Coburg 1748/49 (unveränderte Neuausg. unter d. Titel Aufrichtig redender Hebräer od. Gebräuche u. Ceremonien d. Juden, Frankfurt 1756).

  • Literatur

    . ADB III;
    A. Schumannus, De sacerdotibus jubilaeis in burggraviatu Norico superiori, Progrr. Bayreuth 1793–99;
    Meusel, Gel. Teutschland I, S. 338 f., IX, S. 111, XII, S. 314 (W);
    G. A. W. Fikenscher, Gelehrtes Bayreuth I, 1801, S. 110-19, XI, 1805, S. 15 (L, W);
    F. C. Ebrard, Der Baiersdorfer Superintendent Dr. G. B. u. seine alttestamentl. Modelle, in: Erlanger Heimatbll. 13, 1930, Nr. 27.

  • Autor/in

    Friedrich Hauck
  • Empfohlene Zitierweise

    Hauck, Friedrich, "Bodenschatz, Georg" in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 355 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11621595X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Bodenschatz: Johann Christoph Georg B., protestantischer Theologe, geb. 25. Mai 1717 zu Hof, 4. Oct. 1797 als Superintendent in Baiersdorf bei Erlangen. Er besuchte das Gymnasium zu Gera, wo er sich besonders von Schleußner angezogen fühlte. Nach dem Tode seines Vaters siedelte seine Mutter 1731 nach Erlangen über. B., der in der nächsten Zeit verschiedenen, sehr unregelmäßigen Unterricht genoß, bezog im Herbst 1733 die Universität Jena, wo er mit großem Eifer zunächst die orientalischen Sprachen und dann unter der Leitung von Walch Theologie studirte. Schwere Erkrankung trieb ihn 1736 nach Erlangen zurück, wo er nach seiner Genesung mit besonderer Vorliebe dem Studium des alten Testaments und der jüdischen Alterthümer oblag. Im J. 1740 ward er Pfarrer zu Uttenreuth bei Erlangen. Zehn Jahre später schlug der akademische Senat zu Erlangen ihn für die Professur der morgenländischen Sprachen vor, aber B. lehnte den Ruf ab, weil man ihm ein zu geringes Gehalt bot. Am 7. Sept. 1752 ernannte ihn die philosophische Facultät in Erlangen zum Doctor, während der Markgraf Friedrich ihm 1763 die Pfarrei Frauenaurach verlieh. Markgraf Alexander berief ihn 1780 zum Superintendenten in Baiersdorf. — Ueber seine geistliche Amtsführung ist nichts Bemerkenswerthes überliefert. Bekannt gemacht hat er sich durch seine mit angestrengtem Fleiße fortgesetzten orientalischen und alttestamentlichen Studien. Als junger Mann verfertigte er auf Grund dieser Studien Modelle der Stiftshütte und der Arche Noah, und veröffentlichte 1748—49 sein Hauptwerk: „Kirchliche Verfassung der heutigen, sonderlich der deutschen Juden, mit Kupfern“. Vier Theile in 4°; Erlangen und Coburg. Dasselbe Werk erschien 1756 wieder in Frankfurt a/M. unter dem Titel: „Aufrichtig deutschredender Hebräer, oder die Gebräuche und Ceremonieen der Juden“.

    • Literatur

      Vgl. Fikenscher, Gelehrtes Fürstenthum Bayreuth I. 147 ff.

  • Autor/in

    Plitt.
  • Empfohlene Zitierweise

    Plitt, Gustav Leopold, "Bodenschatz, Georg" in: Allgemeine Deutsche Biographie 3 (1876), S. 7 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11621595X.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA