Lebensdaten
1859 bis 1944
Geburtsort
München
Sterbeort
Fessenheim bei Nördlingen
Beruf/Funktion
Volksschauspieler ; Mundartdichter
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 116213035 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Dreher, Konrad
  • Dreher, Conrad

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Zitierweise

Dreher, Konrad, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116213035.html [13.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Eduard Heinr., Holzbildhauer in München, S des Tischlermeisters Hieron. aus Überlingen/Bodensee;
    M Theresia, T des Jos. Seel, bürgerlicher Weber;
    1882 Eugenie Hahn, Kaufm. (ev.);
    2 S, 1 T.

  • Leben

    D. gilt als einer der Altmeister des bayerischen Humors. Sein Lebensweg führte über zahlreiche Engagements (Augsburg, Frankfurt, Köln) an das Ring-Theater in Wien 1881 und 2mal an das Gärtnerplatz-Theater in München, dem er 10 Jahre als jugendlicher und später als Charakterkomiker angehörte. 1891 gründete D. das Schlierseer Bauerntheater, wurde 1892 Hofschauspieler und ging mit den Schlierseern und später allein auf Gastspielreisen bis Rußland und Amerika. D., der mit Ludwig Thoma (der „alte Feinschmecker“ war ihm auf den Leib geschrieben), Ganghofer, Lenbach, Defregger befreundet war und von Bismarck hoch geschätzt wurde, führt die Traditionen des altbayerischen Komödienspieles fort. Der Graf Pocci, der Marionettenspieler Papa (Josef Leonhard) Schmid, der Münchener Volkssänger Papa (Jak. G.) Geis und das in Bayern weitverbreitete Laienspiel bildeten die Grundlage seiner Darstellungskunst, die er an seine Schüler, darunter Franz Xaver Terofal und Wastl Witt weitergab. Mit untrüglichem Theaterinstinkt und nie versagender Spielfreudigkeit trug D. seine an trockenem Humor überreichen Couplets vor. Schwerblütig süddeutsch, dabei behaglich und lustig und nicht ohne Ironie war seine prachtvolle Art zu charakterisieren und nachzuahmen. Der Dialekt war für ihn nicht nur komischer Effekt, sondern farbiger Ausdruck stammlicher Eigenart. Der heimatverwurzelte, um Wiener Sentiment bereicherte, in der Welt des künstlerischen Barock lebende Oberbayer ist als Gestalter des Werks von Ludwig Thoma, Nestroy, Raimund unvergessen; seine Lieblingsrollen waren der „Fidele Bauer“ sowie der Striese im „Raub der Sabinerinnen“. Die schriftstellerischen Arbeiten D.s sind harmlose, aber lebensvolle und warmherzige Reflexionen des eigenen Lebens. Zu seinem Umgang zählten die Mitarbeiter der Fliegenden Blätter und des Simplizissimus, darunter auch Olaf Gulbransson.

  • Werke

    Mundartgedichte u. a. Lustige Jagd, 1884; Kirchweih, 1889;
    Münchener Originale, 1894;
    Volksstücke u. a. Die Wildschützen, 1896;
    Abreißkal. meines Lebens, 1930 (Autobiogr.).

  • Literatur

    Pfitzner u. K. D., in: Allg. Musikztg., 1927, Nr. 18;
    T. Klein, K. D., in: Münchener Neueste Nachrr. 1931, Nr. 5;
    J. Schaumberger, K. D.s Schlierseer Bauerntheater, 1943.

  • Portraits

    Gem. v. F. Defregger (als fideler Bauer);
    Zeichnung v. F. Lenbach (Theatermus., München).

  • Autor/in

    Karl Richter
  • Empfohlene Zitierweise

    Richter, Karl, "Dreher, Konrad" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 108 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116213035.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA