• Genealogie

    V Regimentsarzt beim Dragonerregiment von Bosse; M Schw d. Pfarrers Blume in Dalkau bei Glogau.

  • Leben

    B. wurde 1792 Wirtschaftsschreiber, 1793 Verwalter, 1796 Wirtschaftsamtmann auf schlesischen Gütern, 1800 Gutspächter und 1806 Gutsbesitzer auf Oberwittgendorf bei Haynau, 1811 auch auf Schierau. Er trat mit A. Thaer in Verbindung, in dessen Sinne er auf seinem Gut Schierau eine der damals üblichen kleinen privaten landwirtschaftlichen Akademien gründete, und wurde einer der „Apostel“ der neuen Schule der „rationellen Landwirtschaft“. Er trug wesentlich zur Methodik der sog. Bodenstatik bei, die sich um eine exakte Erfassung von Ernte und Düngung, d. h. Entnahme und Ersatz und damit um die Erhaltung einer nachhaltigen Bodenfruchtbarkeit bemühte. B. hat im besonderen mit und nach Thaer die Betriebs- und Schätzungslehre erweitert und vertieft. Seine besondere Leistung ist die - von der nachfolgenden Generation vernachlässigte - Schaffung eines einheitlichen Bewertungsmaßstabes für die Ackererträge, des von ihm sog. Roggenkörnerwertes oder „Roggenwertes“, der ein Vorläufer des „Getreidewertes“ des 20. Jahrhunderts wurde. 1835 wurde er Direktor des königlichen Kreditinstituts für Schlesien, rief 1837 mit anderen zur ersten „Wanderversammlung deutscher Landwirte“ nach Dresden auf und wurde damit zum Mitgründer der ersten gesamtdeutschen Organisation der Landwirte, damit auch der Vorläuferorganisation für die spätere Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft. Seine Schriften beruhen durchwegs auf der praktischen Erfahrung in den von ihm geleiteten Betrieben und werden zu den gediegensten der damaligen landwirtschaftlichen Betriebslehre gerechnet.

  • Werke

    Resultate d. Versuche üb. Erzeugung u. Gewinnung d. Düngers, 1822;
    Versuche einer Wertvergleichung d. vorzüglichsten Ackerbauerzeugnisse, 1823;
    Mitt. landwirthschaftl. Erfahrungen, Grundsätze u. Ansichten, 3 Bde., 1830;
    Üb. d. tier. Dünger, seine Vermehrung u. vollkommene Gewinnung, 1835;
    Anleitung z. einfachen ländl. Buchführung, 1837;
    Btrr. z. Landgüterschätzungskde., 1840.

  • Literatur

    ADB II;
    J. v. Kirchbach, Hdb. f. Landwirte, 91880, u. a. S. 399 ff.;
    Th. v. d. Goltz, Gesch. d. dt. Landwirtschaft II, 1903, S. 71, 75 ff., 107, 215.

  • Portraits

    Holzschn. nach H. Bürckner, 1863 (Dresden, Kupf.Kab.).

  • Autor/in

    Heinz Haushofer
  • Empfohlene Zitierweise

    Haushofer, Heinz, "Block, Albrecht" in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 311 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11620270X.html#ndbcontent

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  • Leben

    Block: Albrecht B., Director des königl. Creditinstituts für Schlesien, geb. 5. März 1774 zu Sagan, 21. November 1847 zu Carolath. Er hat sich durch seine vielseitige, von den glänzendsten Erfolgen begleitete praktische und litterarische Thätigkeit in dem Gebiete der Landwirthschaft einen über die Grenzen Deutschlands hinaus hochgeachteten Namen erworben. Nachdem er in seiner Vaterstadt den ersten Elementarunterricht erhalten hatte, kam er nach dem Tode des Vaters, welcher Regimentsarzt bei dem v. Bosse'schen Dragonerregiment war, zu seinem Onkel, dem Prediger Blume zu Dalkau bei Glogau, um hier weiter ausgebildet zu werden. 1789 betrat er die Laufbahn als praktischer Landwirth zu Neuguth bei Polkwitz. Von da ging er 1792 als Wirthschaftsschreiber nach Contopp. 1793—95 war er Verwalter der Güter Hofwise und Pohlame. 1796 kam er als Wirthschaftsamtmann auf das Gut Radichen bei Goldberg, welches er nach Verlauf von vier Jahren in Pacht nahm. 1805 kaufte er das Gut Oberwittgendorf bei Haynau und 1811 fiel ihm, infolge von Familienverhältnissen, das Gut Schierau zu, welches er nach 27jährigem Besitz der zunehmenden Dienstgeschäfte halber verkaufte. Seit dieser Zeit — 1838 — wohnte er zu Carolath, wo ihn das Vertrauen und die Freundschaft des Fürsten von Carolath fesselte. Der Ruf, welcher sich frühzeitig über seine Tüchtigkeit als Landwirth verbreitet hatte, erwarb ihm schon 1808 den Titel eines königl. Oberamtmanns und 1814 den eines königl. Amtsraths. 1835 wurde er zum Director des königl. Creditinstituts für Schlesien befördert. Außer der Verwaltung seines Besitzthums hatte B. vom Jahre 1805 an noch die Oberleitung mehrerer Landgüter, war Intendant der schlesischen Stammschäferei und leitete auf seinem Gute Schierau ein kleines landwirthschaftliches Institut. Am 21. Mai 1839 waren es 50 Jahre, seitdem sich B. der Landwirthschaft gewidmet hatte; fast alle seine Schüler und viele Landwirthe von nah und fern versammelten sich zur herrlichen Feier dieses Jubelfestes. 1845 wurde B. noch die Auszeichnung zu Theil, zum zweiten Vorstand|der 9. Versammlung deutscher Land- und Forstwirthe in Breslau gewählt zu werden. B. war der erste, welcher die Erdstreu in den Ställen und 1812 die Sommerstallfütterung der Schafe einführte, deren Beschreibung er später als Resultat seiner auf Erfahrung beruhenden Forschungen veröffentlichte. Wie diese, so haben sich nicht minder seine gleichfalls aus praktischen Erfahrungen hervorgegangenen „Resultate der Versuche über Erzeugung und Gewinnung des Düngers" (1823) und „Ueber den thierischen Dünger, seine Vermehrung und vollkommene Gewinnung" (1835), sowie sein „Versuch einer Werthvergleichung der vorzüglichsten Ackerbauerzeugnisse" (1823), „Anleitung zur einfachen ländlichen Buchführung" (1837) und „Beiträge zur Landgüterschätzungskunde" (1840) des allgemeinsten Beifalls zu erfreuen gehabt. In einem noch umfassenderen Grade wurde dieser Beifall seinem „Handbuch für Landwirthe und Cameralisten“ zu Theil. Dieses Werk, „Mittheilungen landwirthschaftlicher Erfahrungen, Grundsätze und Ansichten“, 3 Bände (1830; 3. Aufl. 1838), dessen erster Theil die wichtigsten Gegenstände des Ackerbaues umfaßt, während der zweite den Wiesenbau und die Viehzucht, der dritte, gestützt auf den Inhalt der beiden ersten Bände, die Grundsätze zu Abschätzungen des landwirthschaftlichen Bodens und der Viehzucht behufs der Werth- und Credittaxen, die Pachtanschläge, Gemeinheitstheilungen, Dismembrationen, Servitut- und Dienstablösungen, sowie die Grundsätze zur Ermittelung der auf Grund und Boden zu repartirenden Abgaben enthält, darf den gediegensten Schriften dieser Gattung zur Seite gestellt werden.

  • Autor/in

    Löbe.
  • Empfohlene Zitierweise

    Löbe, William, "Block, Albrecht" in: Allgemeine Deutsche Biographie 2 (1875), S. 712-713 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11620270X.html#adbcontent

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