Lebensdaten
1843 bis 1907
Geburtsort
Osnabrück
Sterbeort
Halle
Beruf/Funktion
klassischer Philologe
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116200472 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Blass, Friedrich
  • Blass, F.
  • Blass, F. B.
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Zitierweise

Blass, Friedrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116200472.html [19.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    B Eduard s. (1);
    Anna, T des Albert Schulz (Pseudonym San Marte, 1802–93), Germanist und Sagenforscher; 3 T.

  • Leben

    B. studierte in Göttingen (bei H. Sauppe), dann in Bonn Philologie, wo F. Ritschl sein eigentlicher Lehrer wurde. Seine Laufbahn als Gymnasiallehrer führte ihn über Bielefeld, Naumburg, Magdeburg (Bekanntschaft mit Nietzsche) und Stettin nach Königsberg. Hier habilitierte er sich 1874 bei Friedländer und Jordan. 1876 ging er als Nachfolger E. Rohdes nach Kiel (Freundschaft mit I. Bruns). Rufe nach Prag, Greifswald und an die neugegründete Universität Chikago lehnte er ab. Von 1892 bis zu seinem plötzlichen Tod wirkte B. in Halle (Freundeskreis der Graeca Halensis mit Dittenberger, Ed. Meyer, Wissowa u. a.). Zahlreiche Reisen in verschiedene Länder unterbrachen seine unermüdliche Arbeit. Besonders mit England verbanden ihn mannigfache Beziehungen (Mitgliedschaft in mehreren wissenschaftlichen Gesellschaften). Er lebte nur seiner Arbeit und einer intimen Geselligkeit und war ein wenig scheu im Umgang mit Menschen, aber von ausgeprägt kritischem Sinn. Seine Lehrtätigkeit trat hinter der literarischen Arbeit zurück, viele Schüler hat er nicht gehabt.

    B. gehört zu den scharfsinnigsten Philologen und besten Kennern des Griechischen in seiner Generation. Sein Arbeitsgebiet war ausgedehnt: Neuausgaben sämtlicher attischen Redner und heute noch grundlegende Darstellung der griechischen Beredsamkeit, zahlreiche papyrologische Arbeiten (Alkman, Hypereides, Bacchylides u.a.), eine große griechische und eine neutestamentliche Grammatik, die ihn als scharfsinnigen Beobachter und Sammler, weniger als Systematiker und Linguisten|erweisen. Seine theologischen Interessen - er war orthodoxer Protestant - führten ihn zur Textkritik des neuen Testaments. Am wenigsten glücklich sind seine zahlreichen Studien zur Prosarhythmik, dagegen gelangen ihm eine Reihe wichtiger metrischer Beobachtungen. Als Textkritiker ist er insofern altmodisch, als er nie den Schritt von den Zufälligkeiten des jeweiligen Überlieferungsbestandes zur Textgeschichte getan hat. Auch werden die textkritischen Ergebnisse seiner auf profunde Sprachkenntnisse gegründeten Einzelinterpretation zuweilen durch die Anwendung verkehrter rhythmischer Theorien beeinträchtigt. Die philologischen Hilfsdisziplinen, besonders die Epigraphik, verdanken ihm ebenfalls Förderung in vielen Einzelfragen.

  • Literatur

    W. Crönert, in: Bursian-Jberr., Jg. 37, 1909, Bd. 145, S. 1-30 (nicht ganz vollst. W-Verz.. S. 30-32): E. Jaquier, Actes des Apôtres, Paris 1928, S. 121-36;
    BJ XII (Totenliste 1907, L);
    RGG;
    Enc. Catt. II, 1949.

  • Portraits

    Phot. (Inst. f. Altertumskde. Göttingen).

  • Autor/in

    Albrecht Dihle
  • Empfohlene Zitierweise

    Dihle, Albrecht, "Blass, Friedrich" in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 292-293 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116200472.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA