• Genealogie

    V Edmund (1861–1921), Kaufm., S d. Louis u. d. Charlotte Müller;
    M Elisabeth Neumann (1883–1923);
    1) Berlin 1923 Charlotte (1895–1950), T d. Albert Streuber u. d. Helene Schmidt, 2) Berlin 1951 Charlotte (* 1898), T d. Franz Appel u. d. Elisabeth Schmidt;
    1 S, 1 T aus 1).

  • Leben

    Seit 1908 studierte K. Klassische Philologie, Archäologie, Geschichte und Philosophie in Heidelberg und Berlin, wo er mit der Dissertation „Symbolae ad historiam collegiorum artificum Bacchiorum“ 1914 promoviert wurde. Im 1. Weltkriege wurde er in der Champagne schwer verwundet. 1919 legte er das Staatsexamen für das Lehrfach an Höheren Schulen ab und wurde 1920 Studienrat am Kleist-Gymnasium in Berlin-Schmargendorf. Wilamowitz holte seinen einstigen Schüler 1929 als Nachfolger Hillers von Gaertringen an die Inscriptiones Graecae (IG) der Berliner Akademie, die K. bis zu seinem Tode mustergültig betreute, wenn man von der durch den 2. Weltkrieg verursachten Unterbrechung absieht, als er zum zweiten Male ins Feld gerufen wurde. 1947 wurde K. außerakademisches Mitglied der Kommission für griechisch-römische Altertumskunde, 1953 ordentliches Mitglied der Akademie und im selben Jahre selbständiger Leiter der IG, die er bis dahin formal als Beauftragter des Ordinarius für Griechisch der Berliner Universität verwaltet hatte. Er lehrte 1935-55 an der (Humboldt-) Universität Berlin griechische Epigraphik. K.s Hinwendung zur griechischen Epigraphik wurde bestimmt während der Jahre seines Studiums durch den vertrauten Umgang mit zwei früheren Lehrern des Berliner Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums, an dem er Schüler gewesen war: mit J. Kirchner, dem Herausgeber der attischen Inschriften an den IG, und mit H. Pomtow, der sich auf die delphischen Inschriften spezialisiert hatte. Die entscheidende Prägung erfuhr K. durch Wilamowitz; ihm widmete er seine Dissertation. K.s eigentliche Bedeutung liegt darin, daß er in seiner Person die Idee der IG verkörperte, das heißt den Gedanken, daß sich alle wissenschaftlichen Anstrengungen auf dem Gebiete der griechischen Epigraphik in dem von ihm verwalteten Institut vereinigen sollten. Diesem Ziele diente er unter Hintansetzung seiner persönlichen Interessen.|

  • Auszeichnungen

    Korr. Mitgl. d. österr., brit. u. bayer. Ak., o. Mitgl. d. Dt. Archäolog. Inst., Dr. phil. h. c. v. Rennes u. Besançon; Ehrenmitgl. d. Society for the Promotion of Hellenic studies.

  • Werke

    Vollst. Verz. in: Klio 52, 1970, S. 7-12 (P, gewidmet z. 80. Geb.tag);
    3 Corpora d. IG, in: IG IX 22, 1-3, 1932, 1957, 1968 (umfassen d. Inschrr. v. Ätolien, Akarnanien u. Ost-Lokris);
    Einführung in d. griech. Epigraphik, 1957, 21966.

  • Literatur

    W. Peek, in: FF 34, 1960, S. 187-89;
    E. Erxleben, in: Klio 54, 1972, S. 3-6;
    H. Bengtson, in: Jb. d. Bayer. Ak. d. Wiss. 1972, S. 266-70 (P);
    G. Daux, in: Akten d. VI. Kongresses f. Griech. u. Lat. Epigraphik 1972, 1973, S. 7-9.

  • Autor/in

    Günter Dunst
  • Empfohlene Zitierweise

    Dunst, Günter, "Klaffenbach, Günther" in: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S. 700 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116196378.html#ndbcontent

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