Lebensdaten
1826 bis 1908
Geburtsort
Berlin
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
klassischer Philologe
Konfession
evangelische Familie
Normdaten
GND: 116182431 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Kirchhoff, Adolf

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Zitierweise

Kirchhoff, Adolf, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116182431.html [13.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Joh. Jakob (1796–1848), Porträt- u. Historienmaler, Illustrator (s. ThB), S d. preuß. Leutnants Joh. Jacob, aus d. Rheinpfalz, u. d. Anna Sophia Krüger;
    M Wilhelmine (1803–69), T d. Wilhelm Reuter (1768–1834), aus Hildesheim, Bildnismaler, Lithograph, Hofmaler d. Kgn. Luise v. Preußen (s. ThB), u. d. Caroline Lange;
    B Albrecht (s. 2);
    - Berlin 1856 Therese (1808–88), T d. Lehrers Joh. Frdr. Wilh. Franke in Heringen; kinderlos.

  • Leben

    K. absolvierte das Friedrich-Wilhelm-Gymnasium in Berlin. An der Universität Berlin studierte er 1842-46 klassische Philologie. Seine Lehrer waren vor allem Karl Lachmann und August Boeckh. 1846 promovierte er mit einer Arbeit über Homer (Quaestionum Homericarum particula) und trat dann in den Schuldienst am Joachimsthalschen Gymnasium in Berlin ein. Dort wirkte er 2 Jahrzehnte lang als erfolgreicher Lehrer für Latein, Griechisch und Deutsch. 1865 erhielt er einen Ruf auf den Lehrstuhl für griechische Philologie an der Universität Berlin als Nachfolger Boeckhs. Hier bewährte sich K. als hervorragender akademischer Lehrer. Seine Vorlesungen und Übungen beschäftigten sich unter anderem mit Homer, der griechischen Staatsverfassung, den griechischen Dialekten und Inschriften. 1860 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften gewählt. In ihrem Auftrage betreute er mehrere Jahrzehnte lang das großangelegte Corpus Inscriptionum Graecarum.

    Den Schwerpunkt von K.s wissenschaftlichen Publikationen bilden Veröffentlichungen über Homer, Herodot und Hesiod, eine Anzahl von Textausgaben griechischer Autoren sowie Studien auf dem Felde der Inschriftenkunde und sprachwissenschaftliche Arbeiten. Die Textausgaben betreffen Euripides (2 Bände, 1855), Aischylos (1880) und den spätantiken Philosophen Plotin (1856). K.s bleibende Bedeutung liegt ohne Zweifel im Bereich der Inschriftenkunde, für welche sich durch die großen Kampagnen deutscher, englischer und französischer Ausgrabungen in Griechenland – welches K. 1876 und 1878 bereiste – eine neue Epoche eröffnete. Bemerkenswert waren auch K.s sprachwissenschaftliche Arbeiten, vor allem seine Studien zur Geschichte des griechischen Alphabets (1863, 41887). Zusammen mit Th. Aufrecht hat er mit großem Erfolg den umbrischen Dialekt er forscht. – K. hat seine bedeutenden wissenschaftlichen Publikationen fast ausnahmslos|in jüngeren Jahren während seiner Zeit als Gymnasiallehrer vorgelegt. Später nahmen ihm akademische Verpflichtungen und Ehrenämter, familiäre Schicksalsschläge und eine zunehmende Schwächung seines Augenlichts die Möglichkeit zu ausgedehnten Veröffentlichungen.

  • Werke

    Weitere W u. a. Die umbr. Sprachdenkmäler I/II, 1849/51 (mit Th. Aufrecht);
    Corpus Inscriptionum Graecarum IV, 2: Inscriptiones Christianae, 1859;
    Die Homer. Odyssee, 1859, 21879;
    Corpus Inscriptionum Atticarum, I, 1873.

  • Literatur

    U. v. Wilamowitz-Moellendorff, in: Abhh. d. Preuß. Ak. d. Wiss., 1908;
    O. Schroeder, in: Bursian BJ 31, 1908, S. 150 ff.;
    R. Weil, in: BJ 13, S. 266-72 (W, L).

  • Autor/in

    Peter Wirth
  • Empfohlene Zitierweise

    Wirth, Peter, "Kirchhoff, Adolf" in: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S. 647 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116182431.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA