• Genealogie

    V Julius, Rechtskonzipient in Bamberg, später Fürth;
    M Zerlina, T des Salomon Adlerstein, Handlungs-Commis, und der Fanny Ullmann; ledig.

  • Leben

    B. studierte seit 1887 an den Universitäten München, Erlangen und Berlin (Promotion 1891) und war bis 1901 als Rechtsanwalt, dann literarisch-wissenschaftlich tätig. Er ist bekannt durch seine Zusammenarbeit mit Joseph Kohler auf dem Gebiet des von beiden vertretenen Neuhegelianismus in der Rechtsphilosophie. Er ist in diesem Sinne Mitgründer und langjähriger verdienstvoller Mitarbeiter am „Archiv für Rechts- und Wirtschaftsphilosophie“ (W. Rothschild, Berlin) gewesen. Im Gegensatz zu der unendlichen Versatilität des Geistes von Kohler wird B. als der Gelehrte der großen Prinzipien, der grundlegenden Bedingungen für die Erkenntnis des menschlichen Kulturlebens bezeichnet, denen er alle Einzelerkenntnisse unterordnet. Sein organisatorisches Geschick betätigte sich außer in der Gründung und Schriftleitung des Archivs in der „Internationalen Vereinigung für Rechts- und Wirtschaftsphilosophie“, deren Programm er ihr im Archiv (Band 2, S. 435 f.) mit auf den Weg gegeben hat. Das wesentliche Kennzeichen seiner von ihm als Neuhegelianismus bezeichneten Richtung sieht B. in dem „unmittelbaren Zusammenhang von Recht und Kultur“, d. h. in der geschichtlichen Betrachtung des Rechts als einer Erscheinungsform der kulturschaffenden Geistestätigkeit. Seine eigene Gedankenwelt hat er in seinem Hauptwerk „System der Rechts- und Wirtschaftsphilosophie“ (5 Bände, 1904–07) dargestellt. Nach langer Pause ist es das erste in Deutschland wieder veröffentlichte System einer Rechtsphilosophie.

  • Werke

    Weitere W Schriftleiter: Hdb. d. Politik, 2 Bde., 1912, 31920 (4 Bde.).

  • Literatur

    J. Kohler, F. B. z. 50. Geburtstag, in: Archiv f. Rechts- u. Wirtschaftsphilos., Bd. 12, 1918/19, S. 97;
    G. Lasson, F. B. †, ebenda, Bd. 14, 1920/21, S. 238-50 (W);
    Wi. VIII, 1922 (W).

  • Autor/in

    Edmund Mezger
  • Empfohlene Zitierweise

    Mezger, Edmund, "Berolzheimer, Friedrich" in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 146 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116148187.html#ndbcontent

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