Lebensdaten
1829 bis 1905
Geburtsort
Hannover
Sterbeort
(Buda-)Pest
Beruf/Funktion
Historiker ; Rabbiner
Konfession
jüdisch
Normdaten
GND: 116141115 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Kayserlin, Meyer
  • Kayserling, Meyer
  • Kayserlin, Meyer

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Zitierweise

Kayserling, Meyer, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116141115.html [21.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Abraham Jakob, Kaufm. in H.;
    M Esther N. N. ( 1856);
    B Simon Abraham (1834–98), Lehrer am Lehrerseminar in H.;
    - N. N., T d. Ludwig Philippson (1811–89), Dr. phil., Rabbiner, Hrsg. d. Allg. Ztg. d. Judentums (s. Brümmer).

  • Leben

    K. erhielt seine rabbinische Ausbildung unter anderem durch Gerson Josaphat in Halberstadt, S. R. Hirsch in Nikolsburg, S. L. Rapoport in Prag, und S. B. Bamberger in Würzburg. Er promovierte in Halle 1856 mit der Dissertation „Moses Mendelsohns philosophische und religiöse Grundsätze im Hinblick auf Lessing“. Die Regierung des Kantons Aargau berief ihn 1861 zum Rabbiner von Endingen, wo er sich nachdrücklich für eine Verbesserung der Rechtslage der Schweizer Juden einsetzte. 1870 siedelte er nach Budapest über und wirkte dort als jüdischer Seelsorger und Prediger bis zu seinem Tod. – Mit Heinrich Graetz und Leopold Zunz gehört K. zu den Bahnbrechern der Geschichtsschreibung der Juden; spätere Historiographen, wie Simon Dubnow und Salo W. Baron, bauten auf seinen Forschungsergebnissen auf. K. stützte sich weitgehend auf unpubliziertes urkundliches Material. Seine hauptsächlichen Interessengebiete waren die Geschichte und insbesondere die Geistesgeschichte der Juden im iberischen Raum (Sephardim, Romanische Poesien der Juden in Spanien, 1859) sowie das Leben und Werk von Moses Mendelsohn (1862, 21888). Bei aller Gelehrsamkeit zeichnen sich die meisten seiner Bücher durch einen flüssigen Stil und gefällige Darstellung aus, so daß seine Schriften zuweilen, wohl nicht ganz zu Recht, als apologetisch und populär bezeichnet worden sind. Zahlreiche Zeitschriftenaufsätze und Broschüren waren bewußt für eine breite Öffentlichkeit bestimmt; sie wurden zum Teil in hebräischer, englischer, französischer, größtenteils jedoch in deutscher Sprache publiziert. Mit S. Kohn gab K. 1871-72 die „Ungarisch-Jüdische Wochenzeitschrift“ heraus. Außerdem war er Mitarbeiter und Redaktionsrat der Jewish Encyclopedia.

  • Werke

    Weitere W u. a. Gesch. d. Juden in Spanien u. Portugal, 2 Bde., 1861/67;
    Menasse ben Israel, 1861, engl., 1877;
    Bibl. jüd. Kanzelredner, 2 Bde., 1870/72;
    Christoph Columbus u. d. Anteil d. Juden an d. span. u. portugies. Entdeckungen, 1894, engl., 1894, 41968, hebr., 1895;
    Die jüd. Lit. v. Moses Mendelsohn bis auf d. Gegenwart, 1896;
    Bibl. español-portugueza-judaica (span. u. franz.), 1890, 31971 (Bibliogr. v. M. Weisz, enthält 525 Bücher u. Aufsätze K.s);
    Lehrb. d. jüd. Gesch. u. Lit. 1874, 101922, bearb. v. M. Doctor;
    M. Weisz, Bibliogr. d. Schrr. Dr. M. K.s, 1929.

  • Literatur

    W. A. Meisel, M. K., Lebens- u. Zeitbild, 1891;
    L. Philippson, Biogr. of M. K., 1898;
    E. Neumann, K., 1906 (P);
    A. Kohut, Berühmte israelit. Männer u. Frauen, 1900;
    M. Schwab, Répertoire des articles relatifs à l'hist. et à la litt. juives …, 1914-23 (W-Verz. v. 100 Aufsätzen);
    M. Weisz, in: Magyar-Zsidó Szemle 46, 1929, wieder in Anhang zu: ders., Bibliogr. d. Schrr. Dr. M. K.s, 1929;
    Enc. Jud. (P).

  • Autor/in

    Hans Lamm
  • Empfohlene Zitierweise

    Lamm, Hans, "Kayserling, Meyer" in: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S. 386 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116141115.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA