Lebensdaten
1839 bis 1904
Geburtsort
Opherdicke (Westfalen)
Sterbeort
Marburg/Lahn
Beruf/Funktion
Philosoph ; Professor der Philosophie in Marburg
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 116133171 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Bergmann, Julius Friedrich Wilhelm Eduard
  • Bergmann, Julius
  • Bergmann, Julius Friedrich Wilhelm Eduard

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Zitierweise

Bergmann, Julius, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116133171.html [19.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Julius, Pastor;
    M geborene Reinhardt;
    ⚭ Elisabeth Julie Theodore, T des Kaufmanns Eduard Spannagel und der Emilie Reinhold;
    3 S, 2 T, u. a. Emilie Ant. Caroline ( 1885 Johann Georg Wilhelm Herrmann, Professor der Theologie in Marburg).

  • Leben

    B., früh verwaist, studierte 1859-61 in Göttingen Mathematik, Physik und besonders Philosophie, ging nach Berlin und wurde hier 1862 mit einer Dissertation „Über den ontologischen Beweis vom Dasein Gottes“ zum Dr. phil. promoviert. Anschließend trat er als eifriges Mitglied der von den Hegelianern gegründeten „Philosophischen Gesellschaft“ hervor und gab ein Jahr lang zusammen mit Karl Ludwig Michelet die Zeitschrift „Der Gedanke“ heraus. 1868 schuf er sich ein eigenes Organ, die „Philosophischen Monatshefte“, die 1895 mit dem „Archiv für Philosophie“ zusammengelegt wurden. Nach der 1872 in Berlin erfolgten Habilitation wurde er sofort als Nachfolger Friedrich Ueberwegs nach Königsberg berufen, ging aber bereits 1874 nach Marburg. - B. war ein|spekulativer Denker, dessen idealistische Metaphysik an Hegel, Fichte und Leibniz orientiert war und der sich um Tagesmeinungen und Einzelwissenschaften nicht viel kümmerte. Von Anfang an lagen die Grundzüge seines Systems fest. Alle Realitäten sind monadenhafte Bewußtseinseinheiten und als solche Glieder eines universalen Bewußtseins, das alles Existierende umgreift. Von dieser Position aus übte er Kritik am Kantianismus wie am Positivismus und Materialismus. Das reiche literarische Werk B.s führt durch fast alle philosophischen Disziplinen und fand seinen Abschluß und seine Krönung im „System des objektiven Idealismus“ (1903).

  • Werke

    Erste Probleme d. Ontol., 1865;
    Grundlinien einer Theorie d. Bewußtseins, 1870;
    Allg. Logik, 1879;
    Sein u. Erkennen, 1880;
    Vorlesungen üb. Metaphysik, 1886;
    Gesch. d. Philos., 2 Bde., 1892;
    System d. objektiven Idealismus, 1903.

  • Literatur

    E. Eckstein, Der Begriff d. Daseins b. J. B., Diss. Erlangen 1902;
    G. Thiele, Der objektive Idealismus v. J. B., in: Philos. Streifzüge an dt. Hochschulen, H. 1, 1904;
    O. H. Heisler, J. B., in: LIZ 123, 1904, S. 348 (P);
    Chronik d. Kgl. Preuß. Univ. Marburg, Jg. 18, 1904/05, 1905 (W);
    Überweg, Bd. 4, 121923, S. 372 ff.;
    H. Keller, Der Raum-Zeitidealismus v. J. B., H. Cohen u. P. Natorp, Diss. Bonn 1930;
    BJ X (Totenliste 1904, L).

  • Autor/in

    Josef Hanslmeier
  • Empfohlene Zitierweise

    Hanslmeier, Josef, "Bergmann, Julius" in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 89 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116133171.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA