Lebensdaten
1869 bis 1935
Geburtsort
Berlin
Sterbeort
Leipzig
Beruf/Funktion
Sprachwissenschaftler ; Literaturhistoriker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116111895 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Dieterich, Karl Gustav
  • Dieterich, Karl
  • Dieterich, Karl Gustav
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Zitierweise

Dieterich, Karl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116111895.html [17.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Carl Ferd. (1835- vor 1908), Kaufm., S des Joh. Frdr. (1791–1851), Kammergerichtsassessor u. besoldeter Stadtrat, u. der Anna Marie Judith Bertrand;
    M Michaline Sophie Agnes (1845- nach 1908), T des Gustav Feckert (1820–99), Maler u. Lithogr. (s. ThB XI), u. der Michaline Janachowska aus Wongrowitz;
    ⚭ Frieda Amanda Nobiling (* 1876);
    1 T.

  • Leben

    D. studierte 1890-95 in Berlin vergleichende Sprachwissenschaft und neuere Sprachen, 1895-98 bei K. Krumbacher in München das damals neue Fach der mittel- und neugriechischen Philologie. 1898 promovierte er hier mit seinen „Untersuchungen zur Geschichte der griechischen Sprache von der hellenistischen Zeit bis zum X. Jahrhundert“ (1898), einem heute ergänzungsbedürftigen, aber für die griechische Sprachgeschichte grundlegend gebliebenen Buche. Als ausgezeichneter Kenner des Neugriechischen erforschte D. sodann im Auftrag der Balkankommission der Wiener Akademie der Wissenschaften „Sprache und Volksüberlieferung der südlichen Sporaden im Vergleich mit den übrigen Inseln des Aegaeischen Meeres“ (Wien 1908). 1909 habilitierte sich D. für mittel- und neugriechische Philologie an der Universität Leipzig, wirkte seit 1916 als erster Sekretär und Abteilungsleiter am Bosnisch-Herzegowinischen Institut für Balkanforschung in Serajewo und als Dolmetscher in Berlin im 1. Weltkrieg. 1922 wurde er zum außerordentlichen Universitätsprofessor in Leipzig ernannt und lehrte dort bis zu seiner Entpflichtung (1935).

    Mit feinem Sprachgefühl, dichterischer Eigenbegabung und glänzender Darstellungsgabe ausgestattet, wählte sich D. hauptsächlich die noch junge neugriechische Literatur als Betätigungsfeld und schrieb dazu mehrere gelehrte Abhandlungen, welche ebenfalls heute noch unentbehrlich sind. Mit seiner „Geschichte|der byzantinischen und neugriechischen Literatur“ (1909), seinen „Byzantinische Quellen zur Länder- und Völkerkunde“, Sammlungen und Übersetzungen von Quellenstellen aus byzantinischen Texten (1912), seinen volkstümlich geschriebenen „Byzantinischen Charakterköpfen“ (= Aus Natur und Geisteswelt 244, 1909) und seinem „Hofleben in Byzanz“ (= Voigtländers Quellenbücher 19, 1912) machte er interessante Seiten des byzantinischen Lebens populär, mit seiner Übersetzung „Neugriechische Lyriker“ (1928) machte er ein breiteres Publikum mit der neuesten griechischen Dichtung in Übersetzungen vertraut. Viele Deutsche und Griechen benutzen sein neugriechisches Lexikon (Langenscheidts Taschenwörterbuch 1911-1935).

  • Werke

    Weitere W Akzent u. Bedeutungswandel im Neugriech., in: Indogerman. F 16, 1904, S. 1-26;
    Die osteurop. Literaturen in ihren Hauptzügen vergleichend dargest., 1911;
    Das Griechentum Kleinasiens, 1915;
    Christl.-orient. Kulturgut d. Türken, 1917;
    Hellenist. Volksrel. u. byzantin.-neugriech. Volksglaube, in: Angelos, 1925, S. 2 bis 23;
    Die Suffixbildung im Neugriech., in: Balkanarchiv 4, 1928, S. 106-67;
    Zur Kulturgeogr. u. Kulturgesch. d. Balkanhandels, in: Byzantin. Zs. 31, 1931, S. 37-57, 334-350;
    Aus Briefen u. Tagebüchern z. dt. Philhellenismus (1821–28), 1928;
    Verschied. Aufsätze in: Grenzboten, Hochland, Hellas-Jb. u. in d. Byzantin. Zs.

  • Literatur

    G. Soyter, in: Byzantin. Zs. 36, 1936, S. 284 f.

  • Autor/in

    Franz Dölger
  • Empfohlene Zitierweise

    Dögler, Franz, "Dieterich, Karl" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 671 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116111895.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA