Lebensdaten
1809 bis 1845
Geburtsort
Bonn
Sterbeort
Hünshoven bei Geilenkirchen
Beruf/Funktion
Dichter
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 116104872 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Becker, Nicolaus
  • Becker, Nikolaus
  • Becker, Nicolaus

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Zitierweise

Becker, Nikolaus, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116104872.html [15.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Edmund Becker (1754–1830), Kaufmann und Stadtrat;
    M Maria Cäcilia Josepha Henriette Dumont (1773–1835);
    Gvv Mathias Becker ( vor 1800);
    Gmv Gertrude Altstaetten;
    Gvm Johann Nikolaus Dumont (1748–1816), Landesdirektorialrat in Köln;
    Gmm Maria Gilles; ledig.

  • Leben

    Nach dem Studium der Rechte in Bonn wurde B. Auskultator im Landgericht Köln, später Gerichtsschreiber in Geilenkirchen. Hier verfaßte er 1840 unter dem Einfluß der deutsch-französischen Spannungen sein Gedicht „Sie sollen ihn nicht haben, den freien deutschen Rhein“, das ihn mit einem Schlage weit über Deutschlands Grenzen hinaus berühmt machte, ihm Ehrengaben von den Königen von Preußen und Bayern eintrug und A. de Lamartine und A. de Musset 1841 zu einer Erwiderung in Versen veranlaßte. Von über 70 Vertonungen des Liedes wurde jedoch nicht eine volkstümlich, wie auch der Dichter bald wieder vergessen wurde, zumal der 1841 veröffentlichte Band „Gedichte“ unbedeutend war.

  • Werke

    Der Dt. Rhein, 1840 (mit Randzeichnungen v. L. N. Neureuther);
    Gedichte, 1841.

  • Literatur

    ADB II; L. Waeles, N. B., 1896;
    E. Petzet, Die Blütezeit d. dt. polit. Lyrik 1840–50, 1903;

    F. Brümmer I, 1913, S. 162 f. (W); Körner, S. 403;
    Kosch, Lit.-Lex. I (W, L).

  • Portraits

    Holzschnitt in: LIZ 91, 1888, S. 338.

  • Autor/in

    Helmut Motekat
  • Empfohlene Zitierweise

    Motekat, Helmut, "Becker, Nikolaus" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 720-721 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116104872.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Becker: Nicolaus B., der Dichter des Rheinliedes, geb. zu Bonn 1809 als Sohn eines Kaufmanns, als kölnischer Friedensgerichtsschreiber am 28. August 1845. In Deutschland ward im Jahre 1840 die öffentliche Meinung von einer Frühlingsregung nationalen Geistes bewegt. In die schon durch den Thronwechsel in Preußen zu unbestimmten Hoffnungen angeregte Stimmung fiel durch die vermöge der orientalischen Frage drohende Kriegsgefahr und durch die allarmirende Haltung des Thiers'schen Ministeriums ein neuer Gährungsstoff. Wie sich drüben plötzlich das alte Geschrei nach der Rheingrenze in Presse und Parlamentsreden vernehmen ließ, so erwachte auch diesseits in den Gemüthern die Ahnung, daß noch einmal um den Rhein ein für Deutschlands politische Zukunft entscheidender Kampf bevorstehe. Da erschien neben manchen andern dichterischen Ergüssen, zuerst in der „Trierschen Zeitung“, Becker's Lied: „Sie sollen ihn nicht haben, den freien deutschen Rhein“. Es hatte den rechten Ton des Augenblickes getroffen. Nur diesem Vorzug und dem Umstand, daß jene erste nationale Aufregung ihren liebsten Ausdruck im Gesange der Liedertafeln fand, dankte das sonst dichterisch nicht eben bedeutende noch volksthümliche Lied mit seiner zahmen defensiven Begeisterung seinen allgemeinen Anklang. Von Zeitung zu Zeitung wandernd machte es rasch seinen Weg nicht nur durch ganz Deutschland, sondern weit darüber hinaus. Von zahllosen Componisten, unter denen Konradin Kreutzer noch den besten Wurf that, in Musik gesetzt, suchte es gleichwol vergebens nach einer Melodie, die dem Volke genügt hätte. Weder der Inhalt des Liedes noch die politische Stimmung, der es entsprang, war eben tief genug, um einen wahren Genius zu einer bedeutenden Schöpfung aufzuregen. Schnell in aller Leute Mund, machte es seinen Schöpfer, der bis dahin nur bescheiden im Geheimen gedichtet hatte, plötzlich zum gefeierten Mann, um eben so rasch in wenig Jahren mit ihm wieder vergessen zu werden. Ihm trug es viel Ehrengaben und vom König von Preußen die erbetene Gerichtsschreiberstelle ein. Aber der Band Gedichte, zu dessen Herausgabe ein so berauschender Erfolg ihn 1841 ermuthigte, bereitete nur Andern und ihm selbst eine Enttäuschung. Dies mag an dem unordentlichen Lebenswandel, dem er verfiel, mit Schuld gewesen sein. Bald erlag er einem anfangs verwahrlosten Brustleiden.

    • Literatur

      Vgl. N. Nekrol. XXIII. (1845) 714.

  • Autor/in

    v. L.
  • Empfohlene Zitierweise

    L., von, "Becker, Nikolaus" in: Allgemeine Deutsche Biographie 2 (1875), S. 226-227 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116104872.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA