Lebensdaten
1822 bis 1901
Sterbeort
Schlitz (Oberhessen)
Beruf/Funktion
evangelischer Theologe
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116100249 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Diefenbach, Georg Christian
  • Dieffenbach, Georg Christian
  • Diefenbach, Georg Christian
  • mehr

Quellen(nachweise)

Verknüpfungen

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Dieffenbach, Georg Christian, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116100249.html [21.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Ludw. Christian (1791–1853), Pfarrer u. Dekan in Schlitz, Schriftsteller, S des Joh. Wilh. (1755–1813), Pfarrer in Nieder-Moos, u. der Karol. Bender;
    M Friederike (* 1801), T des Joh. Ferd. Schlez ( 1839), D. theol., Kirchenrat, Oberpfarrer in Schlitz, Jugendschriftsteller (s. ADB 31), u. der Joh. Kunigunde Bauer;
    Ov Joh. Friedrich s. (3);
    B Otto (1827–1900), Bergingenieur u. Chemiker;
    Klein Rechtenbach 1855 Wilhelmine (1823–1904), T des Georg Wilh. Hartmann aus Wetzlar u. der Amalie Wilh. Klöde;
    2 S, 2 T, u. a. Karl ( 1936), Gen. der Inf., kommandierender General, 1916 Führer des Korps Dieffenbach in Galizien (s. Rhdb., P), Otto ( 1919), Prof. der Chemischen Technologie u. Elektrochemie in Darmstadt (s. Carbid u. Acetylen 23, 1919, S. 93).

  • Leben

    D. studierte bis 1843 Theologie in Gießen und war in den folgenden Jahren als Lehrer und Geistlicher tätig. 1855 wurde er zum Pfarrer in Schlitz ernannt, 1873 zum Oberpfarrer. Neben seiner Amtstätigkeit unterhielt er in Schlitz eine Privatschule. Von 1872 an gehörte er zur hessischen Landessynode und arbeitete im Gesetzgebungsausschuß mit. D. ist kirchenpolitisch hervorgetreten als Lutheraner bei den Kämpfen um die erste hessische Kirchenverfassung von 1874. Sein Aufruf „Zur Organisation der Lutheraner innerhalb der Hessischen Landeskirche“ bildete den Ausgangspunkt zur Sammlung der Lutheraner in der „Evangelischen Konferenz - hauptsächlich für die Lutheraner in der Landeskirche“ am 20. September 1876. In dem Schriftchen „Die neue Kirchverfassung und die Stellung der nichtrenitenten lutherischen Pfarrer“ (1875) legte D. die Grundgedanken seiner kirchenpolitischen Maßnahmen nieder. Obwohl er wortführend im Verfassungsstreit war, schloß er sich nicht der lutherischen Renitenz an, sondern förderte die Sammlung der nichtrenitenten Lutheraner. Die Umstellung in seinem Verhalten vor und nach Erlaß der Kirchenverfassung trug ihm die Kritik sowohl der renitenten, als auch der nichtrenitenten Lutheraner ein.

    Als Schriftsteller auf dem Gebiet der Erbauungsliteratur hatte er zeitbedingte Bedeutung. Die 4 Bände „Diarium Pastorale“ (1857 bis 1861) bedeuteten eine Förderung der Liturgie in Hessen. Die Predigtsammlungen „Evangelien-Postille“ (1885) und „Epistel-Postille“ (1886) sind für die Geschichte der lutherischen Verkündigung und Seelsorge in Hessen wichtig. D. ist auch als Dichter hervorgetreten. Seine „Gedichte“ von 1857 kamen 1879 unter dem Titel „Lied und Leben“ neu heraus. Die 17 Lieder aus dem „Kriegs- und Siegesjahr 1871“ sind gesammelt unter der Überschrift „In der deutschen Frühlingszeit“. Große Verbreitung erfuhren die Kinderlieder, die zum Teil vertont (zum Beispiel von Franz Abt) und zum Teil mit Bildern versehen (zum Beispiel von Ludwig Richter) wiederholt verlegt wurden (41864). Die Kinderschriften „Für unsere Kleinen“ (Illustrierte Monatsschrift, 14 Hefte, 1884-98) machten D. als einen der ersten Jugendschriftsteller in Hessen bekannt. D. theol. (Greifswald 1884).

  • Werke

    Weitere W u. a. Ev. Hausagende, 1853, 51898;
    Christl. Gedenkbuch, 1879, 41896;
    Passionale, Leidensgesch. d. Herrn, 1889;
    Das Evangelium Lucae in 204 Betrachtungen, 1891.

  • Literatur

    A. Hinrichsen, Das literar. Dtld., 1891, S. 272;
    K. Leimbach, Die dt. Dichter d. Neuzeit u. Gegenwart I, 1884, S. 252;
    Koch, Kirchenlied VII, S. 314;
    Dt.-Ev. Kirchenztg., 1901;
    E. Winkelmann, Die Kämpfe um Bekenntnis u. Vfg. in d. Ev. Landeskirche v. Hessen-Darmstadt 1848-78, in: Jb. d. hess. kirchengesch. Vereinigung V, 1954, S. 91 ff., 103 f. u. ö.;
    F. Brümmer, in: BJ VI, S. 253-55 (W, L u. Tl. 1901);
    RGG.

  • Autor/in

    Heinrich Steitz
  • Empfohlene Zitierweise

    Steitz, Heinrich, "Dieffenbach, Georg Christian" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 640 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116100249.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA