Lebensdaten
1866 bis 1931
Geburtsort
Berlin
Sterbeort
Sanssouci-Potsdam
Beruf/Funktion
Komponist
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116096497 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Baußnern, Waldemar Edler von
  • Baussern, Waldemar von
  • Baussnern, Waldemar von
  • mehr

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Zitierweise

Baußnern, Waldemar Edler von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116096497.html [23.10.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Karl Edler von Baußnern (1797–1876), kaiserlich-königlicher Rechnungsoffizial in Hermannstadt (Siebenbürgen);
    M Elisabeth Walther ( 1868) aus Klausenburg;
    Gvv Simon Friedrich von Baußnern (1741–1827), Senator in Hermannstadt;
    Gmv Josephine Amalie von Zsitkowsky (1764–1864) aus Wien;
    Ov Ludwig von Baußnern, genannt von Ernest, russischer Hofschauspieler;
    Elsbeth Fischer;
    S Walther von Baußnern (1890–1917), Lautensänger und Bearbeiter von Volksliedern, Fritz von Baußnern, Pfarrer in Rastenburg (Ostpreußen), Dozent für Hymnologie, Komponist, Herausgeber von Liedersammlungen und Liederblättern; 3 T.

  • Leben

    B. verlebte seine Jugend in Siebenbürgen, wo seine Vorfahren hohe Staatsstellungen innehatten und sich als Sachsengrafen im Kampf gegen die Türken verdient machten. 1882-88 besuchte er die Hochschule für Musik in Berlin, wurde 1891 Dirigent des Mannheimer Musik- und Lehrergesangvereins, übernahm 1895 die Leitung mehrerer Gesangvereine in Dresden und ging 1903 nach Köln als Lehrer des dortigen Konservatoriums. 1908 folgte er einem Ruf als Direktor der Musikschule in Weimar unter Verleihung des Professor-Titels. Der Magistrat von Frankfurt/Main holte ihn 1916 als Direktor des Hochschen Konservatoriums, von wo er durch L. Kestenberg als ständiger Sekretär der Berliner Akademie der Künste und zugleich als Lehrer für Komposition an die Akademie für Kirchen- und Schulmusik berufen wurde. Hier wirkte er bis zu seinem Tode.

    B. ist bis zum zweiten Weltkrieg als Komponist viel beachtet worden. Manche Städte veranstalteten ganze B.-Wochen mit seinen Werken, von denen vor allem 9 Sinfonien zu nennen sind. Die 5. Sinfonie („Schnittertod-Sinfonie“, 1922) für großes Orchester und Chor - den Gefallenen des ersten Weltkrieges gewidmet - nimmt dank ihrer tiefgreifenden seelischen Wirkungen und technischen Meisterschaft einen besonderen Platz ein. Eine außergewöhnliche Stellung in der Chorliteratur gebührt dem „Hohen Lied vom Leben und Sterben“ (1919), einem abendfüllenden weltlichen Oratorium auf kosmischer Grundlage, das erste große Werk dieser Gattung, dessen hohes Ethos und vollendete Beherrschung der klanglichen Mittel die Linie der Standard-Schöpfungen fortsetzt. Sein Stil knüpft etwa an Brahms an, entwickelt sich dann selbständig zu reicher Polyphonie, oft schroffe, aber nie willkürliche Modulationen bevorzugend. „Neben Strauß, Pfitzner und Reger steht er als absolut Eigener“ (F. Ohrmann). Die musikalische Substanz und intuitive Kraft des Ausdrucks bergen bleibende Werte. Nicht zu vergessen sind seine Bemühungen um die Wiedererweckung des deutschen Volksliedes um die Jahrhundertwende und sein tätiges Eintreten für die Opern von P. Cornelius.

  • Literatur

    F. Ohrmann, Anregungen, 1926;
    G. F. Wehle, W. v. B. z. seinem 60. Geburtstag, in: Dt. Tonkünstler-Ztg. 1926;
    ders., Die Chorkompositionen v. W. v. B., in: Die Tonkunst, 1926;
    ders., Zum 60. Geburtstag v. W. v. B., in: Dt. Musikerbl., 1926;
    ders., W. v. B., in: Dt. Sängerbundztg., 1926;
    ders., W. v. B.s sinfon. Schaffen, 1931;
    ders., W. v. B. z. Gedächtnis, in: Allgem. Musikztg., 1936;
    ders., Zum 80. Geburtstag v. W. v. B., in: Neue Musikztschr. 1947;
    A. Einstein, Das neue Musik-Lex., 1926;
    Moser, Bd. 2, 1943;
    G. F. Wehle, in: MGG (vollst. W-Verz.).

  • Portraits

    Ölkreidezeichnung v. E. Mendgen, 1926 (im Besitz d. Fam. Pook);
    Ölgem. v. O. Roederstein (im Besitz d. Fam. Leicher, Kassel-Kirchditmold).

  • Autor/in

    Gerhard F. Wehle
  • Empfohlene Zitierweise

    Wehle, Gerhard F., "Baußnern, Waldemar Edler von" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 675 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116096497.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA