Lebensdaten
1847 bis 1924
Sterbeort
Dresden
Beruf/Funktion
evangelischer Theologe
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 116095997 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Dibelius, Franz Wilhelm
  • Dibelius, Franz
  • Dibelius, Franz Wilhelm
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Zitierweise

Dibelius, Franz, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116095997.html [17.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Wilhelm ( 1887), Dr. phil., Oberlehrer in Prenzlau, S des Schneidermeisters Frdr. Wilh. ( 1857) in Landsberg/Warthe u. der Carol. Wilhelmine Schieritz ( 1852);
    M Franziska ( 1885), T des Kaufm. Otto H. Wiese ( 1822) in Berlin;
    1) Dresden 1876 Martha ( 1887), T des Ewald Hoffmann (1808–75), Oberkonsistorialrat in Dresden, Präs. des Centralvorstandes des Gustav-Adolf-Vereins, 2) Dresden 1888 Elsbeth ( 1901), T des Bruno Jul. Otto Köhler, Gen.major, u. der Julie Hedwig Roder, 3) Dresden 1905 Helene ( 1952), T des Gustav Eduard Theodor Papen, preußischer Oberstleutnant;
    1 S aus 1) Martin s. (2);
    N Wilhelm s. (3), Otto s. Genealogie (3).

  • Leben

    Nach dem Studium der Theologie und Geschichte in Halle (Dr. phil.) und Berlin (Licentiat theol.) war D. Domprediger und Inspektor des Domkandidatenstiftes in Berlin und habilitierte sich dort 1873 für Kirchengeschichte. 1874 als Pfarrer an die Annenkirche in Dresden berufen, wirkte er hier 50 Jahre lang, ab 1884 als Stadtsuperintendent und 1. Pfarrer an der Kreuzkirche, ab 1910 als Oberhofprediger und Vizepräsident des Landeskonsistoriums. Als Seelsorger und Prediger, der ein „fröhliches Christentum“ verkündigen wollte, sowie als Organisator des kirchlichen Lebens entfaltete er eine außerordentliche Wirksamkeit. In Dresden führte er, bahnbrechend für die Landeskirche, den Kindergottesdienst ein und gab, selbst Lieder dazu beisteuernd, „Die Dresdner Kinderharfe“ heraus. Als Ephorus der Dresdener Kirchgemeinden setzte er energisch die Aufteilung der übergroßen Kirchspiele in der anwachsenden Großstadt fort, was den Bau zahlreicher neuer Kirchen zur Folge hatte. Auf allen Gebieten des kirchlichen Lebens maßgebend tätig, rief er daneben auch die „Gesellschaft für sächsische Kirchengeschichte“ mit ins Leben und arbeitete an den von ihr herausgegebenen „Beiträgen zur sächsischen Kirchengeschichte“ selbst mit. Seine besondere Liebe gehörte dem Gustav-Adolf-Verein, dessen Vorsitz im Dresdner Hauptverein er 1893 übernahm und dessen Zentralvorstand er seit 1895 angehörte. Die evangelische Diaspora in Böhmen wie die evangelische Bewegung in Österreich verdankten ihm wesentliche Förderung. Als Vizepräsident des sächsischen Landeskonsistoriums war er in dieser im deutschen Luthertum einst als erstes Amt angesehenen Stellung einer der führenden Männer des evangelischen Deutschland vor dem 1. Weltkrieg.

  • Werke

    G. Arnold. 1873;
    Der Kindergottesdienst, 1881;
    Die Einführung d. Ref. in Dresden, 1889;
    10 J. ev. Bewegung in Österr., 1909;
    Vom hl. Kreuz, 1910;
    Dein Reich komme, Festpredigten, 1912;
    Fröhliches Christentum, ein Führer durch d. Ev. Gesangb., 1921;
    Meine Last ist abgelegt, Gedichte u. Gedanken, 1917.

  • Literatur

    C. W. f. Göttsching, Gedächtnisrede f. F. W. D., 1924;
    ders., Zum Heimgang d. letzten sächs. Oberhofpredigers, in: Sächs. Kirchenbl. 33, 1924;
    P. Flade, D. als Prediger, ebd.;
    F. Blanckmeister, Zum Gedächtnis v. D., in: Die ev. Diaspora, 1924;
    ders., F. D., 1925 (P);
    ders., in: Sächs. Lb. I, 1930, S. 33-38 (W, L, P);
    RGG.

  • Autor/in

    Paul Wilhelm Gennrich
  • Empfohlene Zitierweise

    Gennrich, Paul Wilhelm, "Dibelius, Franz" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 631 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116095997.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA