Lebensdaten
1869 bis 1927
Geburtsort
Moers/Rhein
Sterbeort
Arosa (Kanton Graubünden, Schweiz)
Beruf/Funktion
Chirurg
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116091789 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Perthes, Georg Clemens
  • Perthes, Georg
  • Perthes, Georg Clemens

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Zitierweise

Perthes, Georg, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116091789.html [21.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Hermann Friedrich (1840–83), GHR, Gymnasialdir. in Bonn. Gründer d. Fridericianum in Davos (s. Fam.art.), S d. Clemens Theodor (1809–67), Prof. f. Staatsrecht in Bonn (s. Fam.art.);
    M Emma Wilhelmine Charlotte Henriette Carp (1845-um 1875);
    Ur-Gvv Friedrich (1772–1843, s. 2);
    Leipzig 1903 Mathilde (1863–1946), Krankenschwester, T d. Ludwig v. Platen (1830–1911), auf Bosens, u. d. Mathilde Herzberg (1841–1923); kinderlos.

  • Leben

    Mit 14 Jahren Vollwaise, fand P. durch seine Tante früh Zutritt zum Hause des Bonner Chirurgen Friedrich Trendelenburg (1844–1924), der ihn nachhaltig prägte und freundschaftlich förderte. Nach einem Medizinstudium in Freiburg (Br.), Berlin und Bonn (Promotion 1891) begann er als Assistent bei Trendelenburg und folgte ihm 1895 nach Leipzig. Mit seiner Habilitationsschrift über eine neuartige Saugbehandlung des Empyems (1898) zog P. die Aufmerksamkeit der Fachkollegen auf sich. Während einer vierzehnmonatigen deutschen Kriegsexpedition gegen China 1900/01 erwarb er reiche chirurgische Erfahrungen. Zurück in Leipzig, wurde er 1903 ao. Professor und Direktor der Chirurgischen Poliklinik. 1910 erhielt er einen Ruf an die Univ. Tübingen, wo er bis zu seinem Lebensende wirkte.

    Herausragende Verdienste erwarb sich P. durch seine schon in Leipzig begonnene Beschäftigung mit den biologischen Wirkungen der Röntgenstrahlen. Er entwickelte die Methode der Strahlenfilterung und wurde der Begründer der chirurgischen Strahlentherapie, insbesondere der Bestrahlung von Malignomen. Ferner untersuchte P. die Knochen- und Gelenkserkrankungen, beschrieb 1910 die später nach ihm benannte aseptische Knochennekrose „Arthritis deformans juvenilis“ und entwickelte zahlreiche neue Operationsmethoden, u. a. die Saugdrainage des Empyems und die Behandlung der habituellen Schulterluxation. Er war Mitherausgeber der „Deutschen Zeitschrift für Chirurgie“ (seit 1904) sowie des „Zentralblattes für Chirurgie“ (seit 1911). Schließlich befaßte er sich mit der Zahn- und Kieferchirurgie, über die er eine grundlegende Monographie schrieb (Verletzungen u. Krankheiten d. Kiefer, 1907, 21932, mit E. Borchers).|

  • Auszeichnungen

    Dr. med. h. c. (Tübingen 1923); Mitgl. d. Leopoldina (1914).

  • Werke

    u. a. Briefe aus China, 1903;
    Über e. neues Verfahren z. Nachbehandlung d. Operation d. Empyems u. z. Beseitigung d. Pneumothorax, in: Btrr. z. Klin. Chirurgie 20, 1898, S. 37-102;
    Über d. Einfluß d. Röntgenstrahlen auf epitheliale Gewebe, insbes. auf d. Carcinom, in: Archiv f. Klin. Chirurgie 71, 1903, S. 955-1000;
    Über Arthritis deformans juvenilis, in: Dt. Zs. f. Chirurgie 107, 1910, S. 111-59;
    Kiefererkrankungen, in: P. v. Bruns, C. Garrč u. H. Küttner (Hg), Hdb. f. prakt. Chirurgie, I, 41913, 61926;
    Über d. Tod, 1920, 2, 31932.

  • Literatur

    F. Sauerbruch, in: Dt. Zs. f. Chirurgie 200, 1927, S. XIII;
    A. Läwen, in: Münchner Med. Wschr. 74, 1927, S. 245;
    K. F. Hoffmann, G. P., Ein Wegbereiter d. Zahn- u. Kieferchirurgie, in: Zahnärztl. Praxis 20, 1969, S. 192;
    Fischer (P).

  • Autor/in

    Peter Voswinckel
  • Empfohlene Zitierweise

    Voswinckel, Peter, "Perthes, Georg" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 204 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116091789.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA