Lebensdaten
1858 bis 1928
Geburtsort
Breslau
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Elektroindustrieller
Konfession
jüdisch
Normdaten
GND: 11608765X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Deutsch, Felix

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Zitierweise

Deutsch, Felix, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11608765X.html [13.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Moritz (Moyses Löb, 1818–92), Oberkantor der Synagoge in Breslau, Gründer u. Leiter eines Inst. z. Kantorenausbildung u. Verfasser synagogaler Musikwerke, S des Jakob, Kaufm. in Nikolsburg, u. der Jochewed Fröschels;
    M Amalie (1828–1907), T des Simon Ausch, Kaufm. in Prag;
    Lili, T des Bankiers Bernh. Kahn in Mannheim u. der Bertha Eberstatt;
    S Georg (* 1901), Dr., 1927-29 stellv. Vorstandsmitglied der AEG, dann Dir. des Küchenmeister-Konzerns, T Gertrud ( Generalmusikdirektor Gustav Brecher in Leipzig).

  • Leben

    Eine spartanisch strenge Erziehung prägte D.s Wesen und legte den Grundstein für sein Streben, aus finanzieller Enge herauszukommen und auf eigenen Füßen zu stehen. Mit 15 Jahren wurde er Lehrling bei der Firma Heimann, deren Hauptarbeitsgebiet die technische Einrichtung von Zuckerfabriken war. Bald aber veranlaßte ihn die Einsicht, daß ihm kaufmännische Kenntnisse noch sehr fehlten und daß eine gewisse Beherrschung|des Bank- und Börsenwesens unerläßlich für eine größere Laufbahn sei, zum Eintritt in das Bankhaus Landau. Immer wieder hat D. in seinen Erinnerungen betont, daß kein Mensch nur Techniker und auch niemand nur Kaufmann sein könne, sondern daß beide sich in einem Wesen ergänzen müßten. Auch bei Landau blieb D. seinem alten Fach noch verbunden. Er baute für Landau die Zuckerfabrik Rositz nach modernsten Gesichtspunkten auf.

    Als Emil Rathenau, der mit Edinsonschen Lizenzen Anfang der achtziger Jahre die ersten elektrischen Beleuchtungsanlagen in Berlin versuchsweise geschaffen hatte, 1883 dazu überging, mit Bankenunterstützung eine eigene Gesellschaft zu gründen, schlug für D. die große Stunde. Bei Gründung der „Deutschen Edison-Gesellschaft für angewandte Elektricität“, aus der die AEG hervorging, wurde er Rathenau als Prokurist beigegeben. Seitdem blieb D. mit diesem Unternehmen verbunden. Er hatte seine Lebensaufgabe gefunden und konnte nun seine Fähigkeiten voll entwickeln und einsetzen. Mit Intensität widmete er sich dem Aufbau der Vertriebs- und Büroorganisation der AEG, knüpfte auf zahlreichen Auslandsreisen Geschäftsverbindungen an und realisierte große elektrotechnische Projekte im In- und Ausland. Der interne Aufbau und die Verwaltung der großen Fabriken, die die AEG nach und nach errichtete, waren mit sein Werk.

    Die Organisation des Unternehmens stand festgefügt, als Emil Rathenau 1915 starb. D. wurde noch nicht sogleich sein Nachfolger. Rathenau hatte eine Art „geschäftliches Testament“ hinterlassen, das seinen Sohn Walther in das Amt eines Präsidenten der AEG einsetzte. Praktisch aber war der Einfluß von D., der zum Vorsitzenden des Vorstandes bestellt wurde, schon damals bedeutend. Seine Stellung wuchs noch, als Walther Rathenau sich der Politik zuwandte. Als dieser ermordet wurde, war D. die in allen Fragen der Geschäftspolitik führende Persönlichkeit der AEG. Als universaler Kaufmann und Ingenieur wurde er auch von der damaligen Regierung oft als Berater in Anspruch genommen. Äußerlich kam dies in vielen Ehrenämtern und Titelverleihungen zum Ausdruck. Als „Geheimrat“ war er den Angestellten und Arbeitern der AEG jener Zeit eine fast patriarchalische Persönlichkeit, für die sie Verehrung empfanden.

  • Auszeichnungen

    Dr. rer. pol. h. c. der Univ. Köln, Dr.-Ing. e. h. der TH Karlsruhe, GKR.

  • Literatur

    Aus d. Leben v. F. D., Zum 70. Geb., in: Spannung, Die AEG-Umschau, Sonderh. v. 16.5.1928;
    Elektrotechn. Zs. 49, 1928, H. 19 (P);
    Nachruf ebd., H. 22 (P);
    F. Pinner, Dt. Wirtschaftsführer, 1924, S. 197 ff.;
    F. Kaufmann, Erfolgreiche dt. Wirtschaftsführer, 1931, S. 68 ff. (P). - Zu V Moritz: Jüd. Lex. S. 92.

  • Autor/in

    Friedrich Mörtzsch
  • Empfohlene Zitierweise

    Mörtzsch, Friedrich, "Deutsch, Felix" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 623-624 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11608765X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA